Die Auswahl der Unterkonstruktion hat großen Einfluss auf die Befestigung und die Ansichtsqualität der Fassadenbekleidung. Für einfache Anwendungen sind bei einigen Titanzink-Systemen auch Holz-Unterkonstruktionen möglich.
Wegen der Vorteile der heute verwendeten Titanzink-Legierungen - vor allem in Hinblick auf die Dauerhaftigkeit und Wartungsfreiheit des Materials - wird das Metall zunehmend für Fassadenbekleidungen eingesetzt. Im Vergleich zu Dachdeckungen spielen hier neben Blechen und Bändern für handwerkliche Falztechniken Systemfassaden aus Fertigteilen eine größere Rolle. Vorgefertigte Elemente ersparen den Aufwand für das Schneiden und Kanten auf der Baustelle beziehungsweise in der eigenen Werkstatt, lassen sich schnell verlegen und ergeben meist ohne Komplikationen ein sauberes, durch die industrielle Vorfertigung besonders gleichmäßiges Verlegebild.
Trotz des Seriencharakters bleibt dem Planer und Handwerker ein großer Gestaltungsspielraum erhalten. Allein im Sortiment von Rheinzink stehen mit den verschiedenen Rautentechniken, den Horizontal-, Stulp- und Steckfalzpaneelen, den Well- und Trapezprofilen sowie den Kassetten eine Vielzahl von Formaten zur Verfügung, die durch Variationen in den Elementgrößen und Ausrichtungen bei der Verlegung weiter individualisiert werden können. Eine Voraussetzung für die Ausnutzung aller technischen und architektonischen Möglichkeiten ist die sorgfältige Auswahl und Detailplanung unter anderem bei der Unterkonstruktion. Sie beeinflusst das bei Metallfassaden besonders wichtige exakte Verlege- und Fugenbild sowie das Tempo und den Komfort bei der Montage.
Faustregel für Holzunterkonstruktionen
Für Fassadenbekleidungen aus Titanzink sind vor allem Metall-Unterkonstruktionen empfehlenswert, einige Systeme des Dattelner Herstellers wie die Groß- und Kleinrauten oder SP-Line werden jedoch im Grundsatz auf einer Holz-Unterkonstruktion verlegt. Letztere sind sicher die einfachsten und speziell für Dachdecker, Klempner/Spengler oder Zimmerer die am meisten vertrauten Lösungen. Holz-Lattungen werden aber bei den heute üblichen großen Dämmstoffdicken von 10 cm und mehr schnell materialintensiv und aufwendig. Gleichzeitig stellen die Grundlatten in der Ebene der Wärmedämmung eine Wärmebrücke dar. Lattengerüste erlauben außerdem nur einen geringen Ausgleich von Bautoleranzen und können damit Abweichungen der Außenwände aus Flucht oder Lot schlechter kompensieren.
Aus all diesen Gründen stoßen Unterkonstruktionen aus Holz schnell an konstruktive oder energetische Grenzen. Erfahrungen von Handwerkerkollegen bestätigen immer wieder die Faustregel, dass ab 10 cm Dämmstoffdicke beziehungsweise ab 80 m² zu bekleidender Fläche Metall-Unterkonstruktionen in der Regel günstiger sind. Für kleinere Flächen sowie bei nicht gedämmten Wänden (z.B. Garagen, Schornsteinbekleidungen etc.) bleiben Holz-Lattungen eine mögliche Ausführungsvariante.
Einen Kompromiss können kombinierte Unterkonstruktionen aus metallenen Wandhaltern und hölzernen Traglatten darstellen. Die Wandhalter bilden nur eine punktförmige Wärmebrücke im Dämmstoff aus und erlauben in gewissem Umfang den Ausgleich von Maßabweichungen im Untergrund. Die Befestigung der Bekleidung kann in der gewohnten Einfachheit auf den Holzlatten beziehungsweise einer Vollholzschalung vorgenommen werden.
Toleranzen ausgleichen, Wärmebrücken vermeiden
Wenn die Bekleidung großflächig und geschossübergreifend eingebaut wird, sollten für Titanzink-Fassadenbekleidungen handelsübliche und bewährte Metall-Unterkonstruktionen eingesetzt werden. Eine Reihe von Systemen verlangen sie grundsätzlich, etwa die verschiedenen Paneele oder die Kassettenbekleidungen. Die Wandhalter und Profile der Unterkonstruktion können aus Aluminium oder verzinktem beziehungsweise alu-verzinktem Stahl bestehen. Bei sehr hohen Anforderungen, zum Beispiel an den Wärmeschutz, ist auch Edelstahl möglich.
Unterkonstruktionen aus Metall erlauben einen problemlosen Ausgleich von Bautoleranzen und damit einwandfreie Verlegeansichten. Sie lassen sich auch bei großen Dämmstoffdicken kostengünstig und mit weitgehend reduzierten Wärmebrücken herstellen. Die optimale Ausnutzung dieser Vorteile hängt unter anderem davon ab, ob ein-, zwei- oder mehrteilige Unterkonstruktionen gewählt werden.
Frank Neumann
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 5.2012.