(09.01.2009) Über Chancen und Möglichkeiten in der Wirtschaftskrise berieten die Mitglieder des Wolfin-Flachdach-Unternehmer-Beirats in Frankfurt. Die Teilnehmer erkannten einen Trend, der trotz allem zu verhaltenem Optimismus Anlass gibt.
Zwar schauen immer mehr Investoren zuerst auf den Preis und danach auf die Qualität, was zu schlanken Kalkulationen führt. Dafür hat die öffentliche Hand erheblichen Nachholbedarf und mittlerweile auch Investitionsbereitschaft. Nach einem schleppenden Start ins Jahr 2008 sind die Auftragsbücher immer noch voll auch dank regionaler Impulse. Überhänge durch geschobene Investitionen aus dem Jahr 2008 werden auch Anfang 2009 noch für eine gute Auftragslage bei den Dachdeckern sorgen. Hagel- und Sturmschäden führten in einigen Regionen zu zusätzlichen Ordern. Dagegen stehen allerdings Stornierungen aufgrund der Finanzkrise. Für die Branche steckt in der geplatzten Blase aber auch der Keim des Guten, so Wolfin-Chef Klaus H. Niemann: "In Zeiten, da enorme Geldwerte binnen kürzester Zeit pulverisiert werden, stehen stabile Sachwerte wieder ganz oben auf der Werteliste, vor allem Immobilien."
Wo es um erhebliche Sachwerte und Kosten geht, ist der Rechtsstreit nicht weit. Baurechtsexpertin Prof. Dr. Petra Kirberger lenkte den Blick auf die rechtlichen Konsequenzen. So steht zu Beginn einer Dachabdichtung die Entscheidung über die Anwendungskategorie nach DIN 18531, in die ein Projekt eingeordnet wird: K1 für Dachabdichtungen, an die "übliche Anforderungen gestellt werden"; oder eben K2 für Dachabdichtungen, an die Planer bzw. Bauherren erhöhte Anforderungen stellen. Daraus ergibt sich eine ganze Reihe von Vorschriften bis hin zur Nutzung des Gebäudes. Erkennt der Verarbeiter, dass sein Auftraggeber die falsche Kategorie gewählt hat, muss er seine Einwände schriftlich fixieren. Hier ist nicht nur Rechtssicherheit gefragt, sondern auch Diplomatie. Der Dachdecker wird beim Planer oder Bauherrn Überzeugungsarbeit leisten und sich selbst zugleich juristisch absichern. Vorsicht ist dabei stets besser als Nachsicht. Abmachungen sind in jedem Fall schriftlich festzulegen, so Prof. Dr. Kirberger, also auf Papier und mit Unterschriften. E-Mails haben keine Rechtsgültigkeit im Streitfall.
Dachdeckermeister Gerd Hecker, Leiter der Anwendungstechnik, präsentierte die Produktneuigkeiten für das Jahr 2009. Mit einer Weiterentwicklung des Dämmstoffklebstoffs Terokal 395 kommt ein neuer Dachbahnenklebstoff ebenfalls auf Polyurethanbasis auf den Markt. Auch die Kunststoff-Dach- und -Dichtungsbahnen WOLFIN IB, WOLFIN M und TECTOFIN erfuhren weitere qualitative Verbesserungen.