Markt 2012-03-19T00:00:00Z Westfalen in Hochform

Nicht nur im Fußball sind die Westfalen meisterlich. In punkto Weiterbildung haben sie ebenfalls eine meisterhafte Veranstaltung etabliert. Die Westfälischen Dachtage glänzten auch 2012 durch ihre Themenvielfalt.

Es freute den "Chef" des westfälischen Dachdeckerhandwerks, dass er erneut 200 Teilnehmer zu den Westfälischen Dachtagen in Eslohe begrüßen konnte. Manfred Struwe, Vorsitzender des Innungsverbandes des Dachdeckerhandwerks Westfalen und des Bildungszentrums des westfälischen Dachdeckerhandwerks e.V., eröffnet die Veranstaltung traditionell mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr. Trotz der sehr guten Umsatzentwicklung und Auftragslage im Dachdeckerhandwerk warnte er vor zu großer Euphorie. Im Gegensatz zu anderen Gewerbezweigen seien Gewinne auf der Strecke geblieben. Verantwortlich dafür machte er die überproportional gestiegenen Materialkosten, beispielsweise bei den Metallerzeugnissen und den Produkten der Dämmstoffindustrie.

Im Vorfeld der Tarifrunde kritisierte er die Äußerung der Bundesarbeitsministerin Dr. Ursula von der Leyen. Diese hatte die Tarifpartner aufgefordert, die Arbeitnehmer an den ordentlichen Gewinnen der deutschen Wirtschaft angemessen zu beteiligen. Dies soll nach ihrer Auffassung so spürbar geschehen, dass das Mehr in der Lohntüte nicht gleich von Preissteigerungen aufgefressen werde. Struwe machte deutlich, dass mit dieser Äußerung auf Arbeitnehmerseite nach den kürzlich von den Gewerkschaften IG Metall und ver.di erhobenen Tarifforderungen in Höhe von 6,5 Prozent - gewollt oder ungewollt - ein Anspruchsdenken erzeugt wird.

Vorsicht Flamme

Nach den Ehrungen kündigte Moderator Jürgen Gerbens den ersten Vortrag des Tages zu einem "brandheißen Thema" an. Dipl.-Ing. Urte Hülshorst referierte zu den Brandgefährdungen und Brandschutzmaßnahmen bei Flachdacharbeiten. Die Referentin der Bau-Berufsgenossenschaft Wuppertal machte an alltäglichen Beispielen aus der Praxis klar, welche Gefahren bei "Dacharbeiten mit der Flamme" entstehen und durch welche Präventivmaßnahmen teure Folgeschäden vermieden werden können.

"Aktuelles aus der Sozialpolitik und dem Arbeits- und Tarifrecht" war das Thema vom Geschäftsführer des Innungsverbandes und des Bildungszentrums des westfälischen Dachdeckerhandwerks e.V., Assessor Norbert Breidenbach. Zunächst gab er einen Ausblick auf die anstehende Tarifrunde, in der es nicht nur um Lohn und Gehalt gehen wird, sondern auch um die Fortschreibung der Regelungen im Tarifvertrag Berufsbildung. Er ging auf die Bedeutung der Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen für die Sozialkassen des Deutschen Dachdeckerhandwerks und tarifpolitische Ziele der Zukunft ein. Landesinnungsmeister Manfred Struwe und der Prokurist der GFW-Dach, Jürgen Gerbens, überreichten Norbert Breidenbach in Anerkennung der besonderen Leistungen einen goldenen Schieferhammer mit Widmung. "Norbert Breidenbach", so Gerbens, "hat in seinem bevor stehenden Ruhestand nun die Möglichkeit, auch seine handwerklichen Fertigkeiten im Dachdeckerhandwerk unter Beweis zu stellen." Einen weiteren Vortrag zu sicherheitstechnischen Aspekten auf Baustellen von Dacharbeiten hielt Dr.-Ing. Christian Zentgraf. Mit viel Humor zeigte Dr. Zentgraf auf, wo bei Dacharbeiten zahlreiche Gefahren für die Mitarbeiter lauern. Anhand einiger Praxisbilder und eines Films über Ablauf und Folgen eines Arbeitsunfalls sensibilisierte Dr. Zentgraf die Anwesenden, die Arbeitssicherheit niemals außer Acht zu lassen.

Jürgen Gerbens

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Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 07.2012.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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