Fassade

07. November 2011 | Teilen auf:

Wie eine zweite Haut

Ein Dresdner Bauherr ließ sein Einfamilienhaus großflächig mit Walzblei einkleiden. Dach und Fassade zeigen, wie sich das Material besonders bei den speziellen Detailausbildungen an den Untergrund anschmiegt.

Der großflächige Einsatz von Walzblei ist im Denkmalschutz weit verbreitet. Bei modernen Neubauten kommt der Werkstoff eher kleinflächig zum Einsatz. Warum eigentlich? Das Beispiel eines Einfamilienhauses am Dresdner Elbhang stellt eine interessante Option dar. Vor rund zehn Jahren traf Bauherr Ludwig Seebauer eine eher ungewöhnliche Entscheidung. In enger Abstimmung mit Architekt und Handwerkern wählte Seebauer den Werkstoff Walzblei als prägendes Element für seinen Neubau. Nicht nur das rund 140 m² große Flachdach einschließlich Gaube, sondern auch große Teile der Fassade wurden mit Walzblei eingedeckt. Die Ausführung erfolgte mit hoher Fachkunde und Präzision. Der Bauherr ist mit dem Ergebnis auch heute noch hochzufrieden. Das Gebäude ist ein Blickfang im ehrwürdigen Dresdner Villenviertel.

Details nach Maß

Als Ingenieur hatte Bauherr Seebauer konkrete Vorstellungen von seinem zukünftigen Heim: "Dach und Fassade sollten zuverlässigen Schutz vor Wind und jedwedem Wetter bieten." Zudem war dem Bauherrn wichtig, dass der Baustoff den Innenraum vor Lärm abschirmt. Gerade der Schallschutz ist häufig eine Schwachstelle, wenn massive Wände mit einem leichten Dach aus Holz kombiniert werden.

Zunächst zog der Bauherr gemeinsam mit Architekt und Handwerkern als Werkstoffe auch Zink oder Aluminium in Betracht. Die Anschaffungskosten fallen bei diesen Baustoffen geringer aus, da sie bis zu dreimal dünner verlegt werden. Durch ihren hohen maschinellen Vorfertigungsgrad sind sie schnell zu verarbeiten. Demgegenüber lässt sich Walzblei flexibler an vielfältige Dachgegebenheiten anpassen. Auch in puncto Witterungs- und Lärmschutz hat Walzblei Vorteile. Aufgrund seiner Langlebigkeit erweist sich der Werkstoff als eine wirtschaftliche Lösung. So fiel die Materialwahl letztlich auf Walzblei.

Für die Materialwahl waren aber noch andere Aspekte entscheidend. Seebauer: "Die Dachdeckung sollte einer Haut gleichen, homogen und allumfassend." Den Bauherrn reizte die Vorstellung eines Daches, das in reiner Handarbeit entsteht. Der Werkstoff Walzblei wird manuell bearbeitet und allen Bauteilen angepasst. "Walzblei verleiht auch Baukörpern mit einer großen Formenvielfalt gewissermaßen einen Maßanzug, der wie angegossen sitzt", betont Seebauer. Dadurch wirkt das gesamte Gebäude noch werthaltiger. Auch rund sieben Jahre nach Fertigstellung ist der Bauherr froh über seine Entscheidung für Walzblei.

Gabriel Holz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 20.2011.