Ab 1. März 2011 ersetzt eine neue Fachinformation des ZVDH die bisher geltende Regelung zur Windsogsicherung in den "Fachregeln für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen". Damit wird das Verfahren zur Ermittlung von Windsoglasten und des Widerstandes von unbefestigten und befestigten Dacheindeckungen sowie die Nachweisführung der Lagesicherheit neu geregelt.
Zur Umsetzung der neuen Fachinformation bietet die Eternit AG eine neue Sturmklammer zur windsogsicheren Verlegung ihres Dachsteinprogramms. Die Klammer für Traglattungen 30 × 50 und 40 × 60 Millimeter lässt sich zeitsparend ohne zusätzliches Werkzeug einhängen und im Seitenfalz der Dachsteine befestigen. Für Traglattungen mit anderen Querschnitten können Sturmklammern zum Einschlagen eingesetzt werden. Diese werden in den Seitenfalz der Dachsteine eingehängt und in die Traglattung eingeschlagen.
Um eine ausreichende Sturmsicherung zu erreichen, muss für jede Dachstein-/Sturmklammer-Kombination der spezifische Widerstand Rd,f ermittelt werden, mit dem das erforderliche Befestigungsschema erstellt werden kann. Dieser Wert lässt sich für alle Eternit-Dachsteine in ausführlichen Befestigungstabellen in der neuen, zwölfseitigen Broschüre zur windsogsicheren Verlegung von Dachsteinen entnehmen. Diese enthält außerdem eine Windzonenkarte von Deutschland sowie Modelle der Befestigungsschemen für verschiedene Dachformen und bauliche Gegebenheiten. Windlasten auf Dachdeckungen sind von verschiedenen Parametern abhängig: Wichtigste Faktoren sind die Windzone und das Geländeprofil des Gebäudestandorts. Zu deren Bestimmung ist Deutschland in vier Windzonen aufgeteilt. Neben den Windzonen werden die verschiedenen Geländeprofile von Binnenland und Küste unterschieden. Außerdem muss die Gebäudehöhe berücksichtigt werden: Für Gebäude mit einer Höhe bis 25 Meter darf der Geschwindigkeitsdruck zur Vereinfachung konstant über die gesamte Gebäudehöhe angenommen werden, für höhere Gebäude ist ein separater Nachweis der Windsogsicherung notwendig. Je nach Dachneigung und Dachform unterschieden werden Sattel-, Trog-, Walm- und Pultdächer , ergibt sich schließlich ein Klammerschema für die Normal-, Rand- und Eckbereiche der Dachfläche. Da diese unterschiedlich stark beansprucht sind, muss die Dachfläche für jede mögliche Anströmrichtung des Windes betrachtet werden. Durch Überlagerung der verschiedenen Ergebnisse lässt sich die genaue Bereichseinteilung der Dachfläche ermitteln. Bereiche um Dachaufbauten oder -durchdringungen sind gesondert zu berücksichtigen, da hier zusätzliche Verwirbelungen auftreten können.