Auf eindrucksvolle Weise hat die Dach- und Holzbaubranche ihre Stärke demonstriert. Auf der 2. DACH+HOLZ International in Köln war das Qualitätsniveau von Programm, Produkten und Publikum bemerkenswert hoch. Unser Schnellbericht informiert Sie über die Messehighlights.
Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als ideal. Nach dem langen Frost mit viel Schnee standen die Dachhandwerker bereit, endlich die angestauten Aufträge abzuarbeiten bei den Unternehmen wird unter Hochdruck gearbeitet. Das hielt die meisten Unternehmer jedoch nicht davon ab, die Neuigkeiten auf der Messe zu besichtigen: Mit knapp 43.000 Besuchern erreichte die Branchenleitmesse zwar nicht ganz das Niveau von Stuttgart 2008 (48.000 Besucher), das tat jedoch der guten Stimmung und vor allem der hohen Qualität keinerlei Abbruch.
Zudem wurde der Anteil der internationalen Fachbesucher im Vergleich zu 2008 verdoppelt. Bei den 471 Ausstellern konnten sich vorwiegend Dachdecker und Zimmerer über neue Produkte, Ideen und Lösungen rund um Holzbau, Ausbau, Dach und Wand informieren.
Highlight: Zimmererklatsch vor dem Dom
Auf großes Interesse stießen in den vier Messetagen neue Highlights im Rahmenprogramm egal, ob es sich hierbei um das Architektenforum, den Zimmererklatsch mit mehr als 500 Teilnehmern vor dem Kölner Dom oder die Verleihung des Preises des Deutschen Dachdeckerhandwerks an Otto Kentzler (siehe Kasten) handelt. Aussteller und Besucher zeigten sich bis auf wenige Ausnahmen - zufrieden: Dachdeckermeister Wolfgang Willerscheid aus Hennef: "Die Messe hat mir gut gefallen. Gut das beide Gewerke, Dachdecker und Zimmerer zusammengegangen sind". Dachdeckermeister Jörg Rauscher aus Lauenförde zeigte sich angetan von den neuen Produkten der Hersteller, Steffen Hercher, Berufsschullehrer am Ausbildungszentrum St. Andreasberg: "Für uns war es das ideale Medium, um als Ausbildungs- und Kompetenzzentrum bundesweit zu präsentieren". Auch Sachsen-Anhalts Landesinnungsmeister Andreas Schmidt war zufrieden: "Vor allem die Dachdeckerhallen sechs und neun waren sehr gut besucht. Thematisch wurde deutlich: Solar- und Energiethemen gehören zum Dachhandwerker wie das Navi zum Auto". Das haben wir auch so empfunden.
Die Beispiele Bauder, Creaton, Eternit und Nelskamp zeigen: Solar rückt immer stärker in den Fokus und ist zumindest im Portfolio der großen Dach-Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Die Themen EnEV und Energiesparen sind dagegen noch ausbaufähig, auch wenn unter anderem Dörken, Ursa und Knauf Insulation interessante Innovationen präsentierten.
DDH Sanierungspreis erstmalig verliehenEin Highlight der Messe war die Verleihung des DDH Sanierungspreises. Der zum 130. Geburtstag der Fachzeitschrift ins Leben gerufene Branchenpreis wurde am Messestand der Verlagsgesellschaft Rudolf Müller in Halle 6 überreicht. Aus den zahlreichen Bewerbungen hatte eine Fachjury Ende 2009 einen Sieger ermittelt, am ersten Messetag war es dann soweit: Dachdeckermeister Andreas Ulland aus Ahaus-Alstätte nahm aus den Händen von ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider, DDH Chefredakteurin Elke Herbst und Volker Spiering vom Sponsor Velux Gewinnertrophäe und den Siegerscheck in Höhe von 10.000 Euro in Empfang. Ulland hatte die Jury mit der Sanierung der NRW-Bank in Münster überzeugt. Das ursprünglich freistehende Gebäude war in den 1950er Jahren zu einem Gebäudekomplex zusammengeschlossen worden. Im Zuge der Sanierung wurde das Objekt wieder freigestellt. Die Dachsanierung kombinierte die ursprüngliche Optik mit modernster Technik. Karl-Heinz Schneider lobte in seiner Laudatio "die nach allen Bewertungskriterien überzeugende Arbeit" Ullands und betonte das hohe Niveau des gesamten Wettbewerbs. Preisträger Andreas Ulland freute sich sichtlich über die Auszeichnung: "Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, den Preis zu gewinnen. Als die DDH Redaktion bei mir anrief, habe ich mich riesig gefreut." Das Preisgeld will der Dachdecker- und Klempnermeister direkt in den firmeneigenen Maschinenbestand investieren gleich am nächsten Messetag informierte sich Andreas Ulland gemeinsam mit Vater Herrmann auf den Ständen DACH+HOLZ. Ebenfalls prämiert wurde die beste Sanierungsarbeit eines Zimmerers: Den BAUEN MIT HOLZ Sanierungspreis erhielt Josef Ambros aus Hopferau. Der Sanierungspreis wird künftig alle zwei Jahre verliehen. Einen ausführlichen Bericht zur Preisverleihung lesen Sie in DDH Ausgabe 6.2010, auf www.ddh.de finden Sie Fotos aller Teilnehmer sowie einen Film zum Sanierungspreis. Ein Hinweis zum Schluss: Auch nach der Messe DACH+HOLZ können sich I-Phone-Besitzer aktuell informieren. Unsere App liefert Zahlen und Fakten zum Branchenhighlight des Jahres 2010 sowie Dach-News aufs I-Phone.
Elke Herbst, Malte von Lüttichau, Johannes Messer, und Hans G. Rüschenpöhler