Das schleswig-holsteinische Dachdeckerhandwerk führte im Frühjahr seinen zweiten Dachtag durch. Im neu errichteten Seminargebäude des Berufsbildungsvereins des Dachdeckerhandwerks Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein e.V. In Lübeck-Blankensee konnte Landesinnungsmeister Manfred Arp über 90 Teilnehmer begrüßen.
Nachdem die Resonanz auf den ersten Dachtag im vergangenen Jahr durchweg positiv war, entschloss sich der Verband, hieraus eine jährlich wiederkehrende Veranstaltungsreihe mit wechselnden Themen und hochkarätigen Referenten zu entwickeln.
Das neue Gebäude bot durch seine moderne Architektur und Ausstattung den geeigneten Rahmen. Mit Platz für bis zu 140 Personen und der Möglichkeit mittels mobiler Trennwände bis zu drei separate Räume schaffen zu können, verfügt der BBV nunmehr über zukunftsweisende Räumlichkeiten für Weiterbildungsveranstaltungen sowie Tagungen oder festliche Anlässe.
"Ich werde das Thema etwas anders darstellen". Mit diesen Worten begann Thorsten Rabe, technischer Berater des Landesverbandes Sanitär-Heizung- Klima aus Mecklenburg-Vorpommern seinen Vortrag. Er stellte das Thema Solar und regenerative Energien unter den Gesichtspunkten vor: "Wer ist denn eigentlich Ihr Kunde?", oder "Liegt die Zukunft im Energiedach?". Dieser besondere Blickwinkel ließ erkennen, dass gerade im Bereich der Energieeinsparungsmöglichkeiten nicht immer nur das Kostenargument ausschlaggebend ist, sondern der emotionale Faktor eine ebenso große Rolle spielt.
Es ist immer wieder ein heikles Thema: Was ist denn nun wirklich ein Mangel und welche rechtlichen Folgen sind damit verbunden? Das dynamische Duo, Rechtsanwalt Lennart Moebus und Sachverständiger Dr. Klaus-Peter Jürgens referierten anhand von vier Fällen über technische und rechtliche Stolperfallen im Dachdeckerhandwerk. Dr. Jürgens stellte die technischen Umstände dar, die Rechtsanwalt Moebus mit den passenden Formulierungshilfen ergänzte. Insgesamt ein hoher Nährwert für die anwesenden Dachdecker, die nun auf etwaige Schwierigkeiten im Baustellenalltag sicherlich besser vorbereitet sind.
Nach der Mittagspause ging es mit der Frage "Muss ich Mitarbeiter motivieren?" weiter. Hierfür wurde mit Michael Geerdts, Kommunikationstrainer und Dozent für Präsentationstechnik in Berlin, der richtige Redner gefunden. Die Mitarbeitermotivation und deren Anwendungstechniken waren das Thema seiner Ausführungen. Schließlich repräsentiert der Mitarbeiter auf der Baustelle den Betrieb gegenüber der Kundschaft und nur gut motivierte Mitarbeiter sind ein Garant für den Unternehmenserfolg. Doch umso erstaunlicher die Erkenntnis am Ende, dass Menschen grundsätzlich eigenmotiviert sind und es lediglich gilt diese Eigenmotivation durch situativen Führungsstil zu fördern und zu entwickeln. Der letzte Vortrag des Tages wurde von Dipl. Ing. Christian Anders vom ZVDH aus Köln gehalten. In verständlicher Weise nahm er Stellung zu folgenden Themen: Dachziegel und Dachsteine sowie Windsogsicherung und Flachdach. Die Fülle neuer Regelungen sorgte bei den Zuhörern trotz fortgeschrittener Zeit für besondere Aufmerksamkeit.