2013-05-23T00:00:00Z Zwischen Krise und Chance

Zwischen Einspeisevergütung und Eigenverbrauch, Preisverfall und Strafzoll, Produkt und System agiert der Solarmarkt 2013 in starken Spannungsfeldern. Auf der Intersolar in München zeigen die Hersteller Produkte – und ihre Strategien in unruhigen Zeiten.


Kontroverse um Schutzzölle

Der deutsche Photovoltaik-Markt bleibt in Bewegung. Gesetzliche Regelungen und die Preisentwicklung für Photovoltaikanlagen verändern die Rahmenbedingungen der Branche. Versprach in der Vergangenheit vor allem die Einspeisevergütung eine ausreichende Rendite, entwickeln sich jetzt neue Geschäftsmodelle: Eigenverbrauch und Direktvermarktung werden immer attraktiver. Auch in der Finanzierung von Anlagen eröffnen sich neue Perspektiven wie das Anlagen-Leasing oder Bürgerenergiegenossenschaften. Dies ist die positive Lesart der Lage, in der die Intersolar Europe 2013 vom 19. bis 21. Juni auf der Messe München stattfindet. Ein anderer Blickwinkel betont die schwierigen Anpassungsprozesse, denen deutsche und internationale Solarfirmen derzeit unterliegen. Der anhaltende Preisverfall von PV-Modulen stürzte einige über Jahre erfolgverwöhnte Anbieter in die Krise. Teile der Branche versuchen seit längerem, der billigeren chinesischen Konkurrenz auf der wettbewerbspolitischen Ebene beizukommen. Hersteller wie Solarworld haben sich in der Initiative „EU ProSun“ mit dem Ziel zusammengeschlossen, bei der EU-Kommission die Einführung von Strafzöllen gegen chinesische PV-Module zu erreichen. Mit Erfolg: Die EU-Kommission hat zunächst eine Registerpflicht für kristalline Photovoltaik-Produkte aus China erlassen, bis Anfang Juni wird voraussichtlich über die Erhebung von Anti-Dumpingzöllen entschieden. Einigkeit herrscht über das Vorgehen in der deutschen Solarbranche keineswegs: IBC-Solar Gründer Udo Möhrstedt, wandte sich in einem Statement ausdrücklich gegen das Vorgehen: „Schutzzölle sind Gift für das deutsche Solarhandwerk. Durch die Zölle sind mehr als 70.000 gesunde Arbeitsplätze im Mittelstand in Gefahr. Die Bundesregierung muss diesen gefährlichen Protektionismus unbedingt stoppen“, so Möhrstedt. Auch die Gegner Strafzoll-Politik haben sich inzwischen unter dem Namen „Allianz für bezahlbare Solarenergie AFASE“ formiert.

Neues Förderprogramm für PV-Speicher


Einhellig positiv ist hingegen die Meinung zum verabschiedeten KfW-Förderprogramm für PV-Speicher, das im Mai in Kraft getreten ist und von dem sich die Branche eine weitere Belebung dieses Marktes erhofft. War bisher vor allem die Einspeisevergütung der Hauptanreiz, um in Solarstrom zu investieren, soll in Zeiten steigender Strompreise und sinkender Einspeisevergütung der Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom die solare Story werden. Die Chance besteht: Laut der Strompreisanalyse des Bundesverbands der Energie und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW), Berlin, stieg der Strompreis für Privathaushalte in den letzten fünf Jahren von durchschnittlich 20,64 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2007 auf 25,89 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2012. Ein weiterer Preisanstieg ist zu erwarten. Auch kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) haben unter steigenden Strompreisen zu leiden. Vor diesem Hintergrund stellt der Eigenverbrauch wirtschaftliche Alternative zu herkömmlich erzeugtem Strom dar. Dank günstiger Preise für PV-Anlagen lässt sich Solarstrom in Deutschland bereits für 12 bis 15 Cent pro Kilowattstunde erzeugen. Die Hoffnung der Hersteller: Der Wunsch nach Unabhängigkeit und nach langfristig kalkulierbaren Strompreisen bestimmt zunehmend die Kaufentscheidungen von privaten und gewerblichen Investoren und Unternehmen. Malte von Lüttichau

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 11.2013.

zuletzt editiert am 14. Januar 2021
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