Eine große Gruppe von Mitarbeitern posiert in einer Lagerhalle vor Maschinen und Kartons.
Mitarbeiter von Bauder feiern die Werkseröffnung in Drusenheim. (Quelle: Paul Bauder GmbH & Co. KG)

Markt 2026-01-15T09:51:20.899Z Bauder eröffnet neues Werk in Frankreich

Drusenheim: Mit einem großen Festakt wurde am 29. Januar das neue Bauder-Werk im elsässischen Drusenheim offiziell eröffnet. Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit geht der Produktionsstandort für Dachsysteme in Betrieb, der Hersteller investierte rund 100 Millionen Euro in sein erstes französisches Werk.

Zusammen mit Frank Leroy, Ministerpräsident der Region Grand-Est, eröffneten die Brüder Jan, Mark und Tim Bauder, Bauder Geschäftsführer in vierter Generation, die nach eigenen Angaben Europas modernste Produktionsanlage für PIR-Dachdämmstoffe und Abdichtungsbahnen aus Bitumen. Beim feierlichen Festakt, bei dem selbstverständlich auch Jacky Keller, Bürgermeister von Drusenheim, sowie Serge Schaeffer, Bürgermeister von Herrlisheim, teilnahmen, wurde das neue Werk offiziell eingeweiht. Nach dem traditionellen Banddurchschneiden folgte für die Gäste ein ausführlicher Rundgang durch den Standort im Industriepark Axioparc, der sich auf der Gemarkung der beiden Gemeinden befindet.

Drei Männer stehen auf einer Solaranlage und lächeln in die Kamera. Im Hintergrund sind Wohnhäuser und ein blauer Himmel zu sehen.
Von links: Die Bauder-Geschäftsführung Jan, Mark und Tim Bauder (Quelle: Paul Bauder GmbH & Co. KG)

Auf dem 12,6 Hektar großen Areal werden ab sofort Bitumenbahnen und PIR-Dämmstoffe hergestellt. Mit dem neuen Standort stärkt der Dachsystemhersteller nicht nur seine regionale Präsenz, sondern unterstreicht auch seinen Anspruch, für Kundinnen und Kunden in Frankreich unmittelbar vor Ort da zu sein – mit jahrzehntelanger Erfahrung, technischem Know-how und erstklassigem Service. Als neuer Produzent auf dem französischen Markt möchte Bauder eine echte Alternative bieten und dabei den gewohnt starken Fokus auf verlässliche Qualität und höchste Kundenzufriedenheit einbringen.

Jan Bauder betonte in seiner Eröffnungsrede, die er auf Französisch hielt, wie glücklich das Familienunternehmen mit dem neuen Produktionsstandort ist: „Das Elsass befindet sich im Herzen Europas und eignet sich damit perfekt für unsere Wachstumsstrategie, maßgeblich für die wichtigen Märkte Frankreich, Schweiz und Süddeutschland.“ Mark Bauder ergänzt: „Der Standort ist ideal und die Zusammenarbeit mit den Gemeinden Herrlisheim und Drusenheim sowie den Behörden hätte nicht besser laufen können. Wir wurden mit offenen Armen empfangen und enorm unterstützt und fühlen uns hier schon jetzt ausgesprochen wohl. Wir sind uns sicher, mit dem Werk in Frankreich den richtigen Schritt getan zu haben.“

170 Jahre Expertise jetzt am neuen Standort

Der Hersteller investierte am neuen Standort Drusenheim in zwei Produktionslinien: für PIR-Dämmstoffe sowie Bitumenbahnen. „Die Vorgaben an die nachhaltige Gestaltung sind hoch – wir wollten sie aber nicht nur erfüllen, sondern übertreffen“, erklärt Mark Bauder den verantwortungsvollen Anspruch, den die drei Brüder bei der Planung und Umsetzung des neuen Standorts hatten. In Sachen Ökologie gelingt dies etwa durch umfassende Anpflanzungen heimischer Bäume und Hecken, die sich harmonisch in das vorhandene Landschaftsbild einfügen und so einen Beitrag zur Biodiversität leisten.

Ein Großteil der 20.000 Quadratmeter großen Produktionshallen sowie der Verwaltungs- und Bürogebäude sind mit extensiv begrünten Dächern versehen, das 23.800 Quadratmeter große Dach der Lagerhalle bietet zudem Platz für eine Photovoltaikanlage (PV) mit 2 MWp. Das Werk wird vollauf den Vorgaben des französischen Energiestandards RE2020 gerecht.

Die architektonische und technische Planung folgte einem klaren Prinzip: energieeffizient, ressourcenschonend und auf die Zukunft ausgelegt. Ein Beispiel dafür: In Kombination mit einem elektrischen Heizkessel wird der selbst erzeugte Solarstrom zur Erwärmung von Bitumen genutzt. Denn Bitumen muss stets auf mindestens 180 Grad Celsius erhitzt sein, um verarbeitet werden zu können – zu diesem Zweck setzt Bauder nun erstmals auf eine autarke Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen. Das bringt nicht nur erhebliche Kostenvorteile mit sich, sondern optimiert durch die Nutzung von Solarstrom auch den CO2-Fußabdruck des Standortes.

Innovativ ist ebenso das speziell entwickelte Speicherkonzept: Überschüssiger Solarstrom kann zum thermischen Laden der großvolumigen Bitumenbehälter genutzt werden. Auf diese Weise kann der Bedarf an Erdgas stark reduziert oder sogar ganz vermieden werden.

Konsequent nachhaltig von Elektromobilität bis Regenwassermanagement

Für die generelle Wärmeversorgung ist das Werk an das lokale Fernwärmenetz angeschlossen. Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf Elektromobilität, von eigenen Ladestationen für Firmenfahrzeuge und Autos der Mitarbeitenden bis hin zur ebenfalls elektrifizierten Gabelstapler-Flotte. Auch das Regenwassermanagement überzeugt: Sämtliches Regenwasser wird auf dem Grundstück über ein ausgeklügeltes System von Versickerungsbecken gesammelt und dem Grundwasser zugeführt, ohne Anschluss an das öffentliche Abwassernetz. Das entlastet die öffentliche Kanalisation – ein wichtiger Beitrag zum lokalen Wassermanagement und Hochwasserschutz.

Rund 70 neue Arbeitsplätze hat Bauder am neuen Standort bis heute geschaffen. Alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in den letzten Monaten ein umfangreiches Einarbeitungsprogramm absolviert, das in den anderen Werken des Unternehmens in Deutschland erfolgt ist – nicht nur fachlich, sondern auch hinsichtlich des Bauder Leitbildes und der gelebten Unternehmenskultur.

Neben technischen Berufen wie Maschinenbedienern, Anlagentechnikern und Produktionsleitern gehören auch Mitarbeiter in der Logistik sowie im Vertrieb zum französischen Bauder Team, intern „meilleure équipe“ genannt. Sie alle profitieren an ihren neuen Arbeitsplätzen von modernen Bedingungen, hellen Sozialräumen und einem großzügigen Pausenbereich mit direktem Zugang zur Grünzone. Zudem zeigt das neue Verwaltungsgebäude in Drusenheim, wie zeitgemäße Industriearchitektur zu einer hohen Aufenthaltsqualität beiträgt: Die komplette Fassade der Verwaltungsbereiche ist verglast und nutzt das Tageslicht optimal. Ein automatisiertes LED-Beleuchtungssystem mit Tageslicht- und Präsenzsteuerung reduziert den Stromverbrauch merklich. Das voll ausgestattete Betriebsrestaurant bietet frisch zubereitetes, ausgewogenes Essen und unterstreicht den Anspruch der Firma Bauder, Nachhaltigkeit auch in sozialer Hinsicht zu verstehen sowie eine langfristige Mitarbeiterbindung zu fördern.

Ein enges Miteinander und Teamspirit stehen bei Bauder an allen Standorten in Europa besonders im Fokus: Bereits zwei Mal in Deutschland und einmal in der Schweiz wurde das Produktionsunternehmen in der unabhängigen Mitarbeiterbefragung zum „Great Place To Work“ ausgezeichnet, Fluktuation besteht kaum, die Betriebszugehörigkeiten sind überdurchschnittlich. „Unser Anspruch ist es, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei uns in den Ruhestand gehen und wir investieren daher gerne in unsere Mannschaft. Jetzt freuen wir uns sehr, dass das Team von Bauder France um viele weitere neue Kolleginnen und Kollegen reicher ist“, betonte Tim Bauder im Rahmen der Eröffnungsfeier.

zuletzt editiert am 27. Januar 2026