Zwei Sachverständige erläutern eine Frage am Flipchart während der Referent auf dem Laptop zu erkennen ist
Hybrid ist, wenn der Referent zur Frage getragen wird: Franz-Josef Rossbroich (l.) erläuterte seine Frage mithilfe einer Zeichnung auf dem Flipchart. Jochen Angerstein (m.) brachte den zugeschalteten Rainer Piper (im Laptop) zum Fragesteller. (Quelle: DDH)

Markt

09. May 2022 | Teilen auf:

Bescheidenheit war gestern

Koblenz: Im Jubiläumsjahr trafen sich die Sachverständigen von DachNet SV in Koblenz. Seit 20 Jahren ist das Netzwerk tätig, um gemeldete Versicherungsschäden zu prüfen und zu bewerten. Bescheiden muss heute kein Handwerker seine Preise gestalten. Aber es steht – auch für die Versicherung – der Service-Level im Vordergrund und nicht der merkantile Vorteil.

Von 68 Partnern, die im Sachverständigen-Netzwerk zusammengeschlossen sind, trafen sich 45 zum diesjährigen Seminar. Jochen Angerstein, geschäftsführender Gesellschafter von DachNetSV, stellte die verbesserte Software vor. Um die Dienstleistung noch weiter zu verbessern, habe man jetzt eine App entwickelt. Die Schadensberichte werden digital übermittelt, wobei Fehlerquellen beim Ausfüllen minimiert und zugleich der Workflow vereinfacht wurden.

Herbert Gärtner und Dr. Alexander Walter
Herbert Gärtner (l.) wusste schon bei der Ankündigung von Dr. Alexander Walter: Es wird kurzweilig. (Quelle: DDH)

Der Mangel und die Rechtsfolge

Dr. Alexander Walter, Vorsitzender Richter des OLG Koblenz, zeigte, dass die Juristerei auch alles andere als trocken rüberkommen kann. Jede Abweichung vom Soll- zum Ist-Zustand sei ein Mangel, auch wenn der optische Mangel die Funktionalität nicht tangiere. „In unseren Gesetzen steht keine Ausnahme für die Optik“, erklärte der Richter. Er erläuterte die Reaktionsmöglichkeiten, warnte aber vor einer pauschalen Minderungsbemessung. Schlussendlich sei es eine Einzelfallfrage, konstatierte Walter: „Es kommt also darauf an...“

Dass feuchte Wärmedämmung nicht zwangsläufig bei einer Sanierung entfernt und entsorgt werden müsse, zeigte Dipl.-Ing. Klaus Hafer. 38 % der globalen CO2-Belastung resultiere aus der Herstellung von Bauerzeugnissen, da sei es durchaus sinnvoll, vorhandene Baustoffe zu nutzen.

Klaus Hafer
Dipl.-Ing. Klaus Hafer erklärte, welche Voraussetzungen bei Flachdachsanierungen gegeben sein müssen, um durchfeuchtete Wärmedämmung im Bauwerk zu belassen. (Quelle: DDH)

Wasser, Wetter, Wind

Wie bei einer Flachdachsanierung in Bezug auf Entwässerung vorgegangen werden sollte, erläuterte Dipl.-Ing. Rainer Piper von der Sita-Bauelemente GmbH. Das Abflussvermögen der Altanlage und die Notentwässerung müssten überprüft, dazu Überlastungs- und Überflutungsnachweise geführt werden. Passend dazu lieferte Dr. Andreas Walter vom Deutschen Wetterdienst nachfolgend Zahlen und Modelle, wie das Wetter in Zukunft aussehen könnte.

Gruppenbild vom Damenprogramm des Seminars von DachNet SV
Außerhalb des fachtechnischen Seminars hatte Oswald Höfer (l.) ein tolles Programm für die Partnerinnen vorbereitet. (Quelle: DachNet SV)

Wetter, Wind, Wasserrückhalt

Perfekt anschließen an seinen Vorredner konnte Dr. Gunter Mann vom Bundesverband GebäudeGrün. Er wertete die Gebäudebegrünung als Klimaanpassungsmaßnahme. Die positiven Wirkungen von Dachbegrünungen sind bekannt, und dennoch, so Dr. Mann, seien nur knapp 8 % der 100 Millionen Quadratmeter Flachdächer in Deutschland begrünt.

Auch Dipl.-Ing. Helmut Remmels, Alwitra Flachdach Systeme, beschäftigte sich mit Witterungseinflüssen auf Bauwerke. Er beleuchtete baurechtliche Anforderungen an Alu-Profile sowie deren Statik und Standsicherheit.

Zahlen und Zentralverband

Tag zwei startete mit Zahlen. Der Präsident des ZVDH, Dirk Bollwerk, berichtete über positve Baupreisentwicklung und Geschäftsaussichten. Dazu gab er noch Einblicke in die Arbeit der Fachausschüsse, deren Zusammensetzung sich geändert hat. Mit Blick auf die Flachdachrichtlinie vermerkte Bollwerk: „Wir brauchen wieder Harmonie zwischen Fachregel und DIN.

Wie sich die Flachdachrichtlinien entwickeln, zeigte Herbert Gärtner, Gesellschafter bei DachNet SV und Mitglied des Flachdachausschusses. Ganz besonders ging er auf die Materialwahl für Flachdächer ein. „Geplante 2 % sind keine ausgeführten 2 %“, warnte er.

Dirk Bollwerk
Dirk Bollwerk, Präsident des ZVDH, brachte Zahlen und Daten aus dem Zentralverband mit. (Quelle: DDH)

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 05.2022.

Rainer Koch
Rainer Koch informierte über die Arbeit des Fachausschusses für Zusatzmaßnahmen. (Quelle: DDH)
zuletzt editiert am 09.05.2022