Lesertest: Kein aufwendiges Kabelausrollen und der Transport einfach mit dem Rucksack. Dachdecker- und Klempnermeister Reiner Bachenberg hat sich für unsere Leseraktion ein Akku-Heißluft-Handschweißgerät von Herz vorgenommen – das sind seine Eindrücke.
Ein Akku-Heißluft-Handschweißgerät des Typs „Liion“ der Firma Herz GmbH, Kunststoff- und Wärmetechnologie, steht dieses Mal im Mittelpunkt unserer DDH-Leseraktion. Der Hersteller ist bekannt für seine Wärmetechnologie und verspricht bei dem zu testenden Handschweißgerät unter anderem: Eine Akkulaufzeit von bis zu 45 Minuten, einfaches Aufladen und eine hohe Leistung beim Schweißen. Reiner Bachenberg hat das Gerät getestet – das sind seine Eindrücke:
Gemessene bzw. getestete Daten
„Das Gesamtgewicht einschließlich Rucksack und Ladegerät beträgt 7,6 kg. Der erste Test fand am 11. Januar 2024 beim Hersteller Herz in Neuwied statt, der zweite Test am 30. Juni 2024 in meinem Sachverständigenbüro in Puderbach. Bei den Leistungsdaten zeigte sich, dass der Akkustand bei Beginn des Tests 55,8 VDC betrug. Nach dem Start mit Stufe 10 und vorgesetzter Breitschlitzdüse von 40 mm fiel die Anzeige auf 54,4 VDC. Nach 35 Minuten Laufzeit unter den genannten Bedingungen (Stufe 10 gemäß Tabelle 600 °C ohne Düse) erreichte die Anzeige einen Akkustand von 9 %. Die Ergebnisse zeigen, dass die Angaben in der Tabelle realistisch sind. Für handelsübliche Kunststoffbahnen werden Schweißtemperaturen von etwa 400 °C benötigt.
Laut Tabelle ergibt sich bei Verwendung einer 40-mm-Breitschlitzdüse eine Schweißdauer von 48 Minuten (Stufe 6) bis 37 Minuten (Stufe 8). Insgesamt betrachtet kann etwa 45 Minuten geschweißt werden.
Erst die Temperatur abwarten
Die Vorgehensweise beim Schweißen und das Handling des Geräts sind – abgesehen von der Startmodalität – genau wie bei einem Gerät mit Kabel. Zum Start des Akkugeräts und zur Bedienung sind folgende Schritte erforderlich: Zunächst den Wippschalter am Heißluftgerät auf 0 stellen und über den Drehschalter die gewünschte Temperatur einstellen. Dann mit dem Druckschalter den Akku einschalten und, sobald das Gebläse läuft, den Schalter auf 1 stellen. Nach Erreichen der gewünschten Temperatur kann das Schweißen beginnen.
Nach den Arbeiten wird die Temperatur heruntergefahren, der Akku ausgeschaltet und das Gerät abgekühlt, bevor es wieder im Rucksack verstaut wird. Hier bitte etwas Geduld haben und nicht das Gerät sofort in den Rucksack stecken. Die Vor- und Nachteile in der Übersicht:
Vorteile:
- Schnell betriebsbereit.
- Kein aufwendiges Kabelausrollen, gerade bei großen Dachflächen.
- Der Transport auf das Dach ist mit dem Rucksack problemlos möglich.
- Geeignet für Kleinstflächen, Behälter, Reparaturen und Dachöffnungen.
- Der Rucksack ist mit einem Sichtfenster versehen, um den Ladestand zu erkennen.
Nachteile:
- Die Temperatur wird nicht über ein Display angezeigt, die Temperatureinstellung erfolgt über die Stufen und die im Handbuch enthaltenen Tabellen sowie nach Gefühl.
- Das Gerät ist nur für geringfügige Arbeiten geeignet.
- Der Rucksack könnte innen noch einmal unterteilt sein, für höhere Sicherung gegen Verrutschen bzw. sicheren Halt.
- Hoher Preis.
Mein Fazit: Klein und handlich
Das getestete Gerät eignet sich am besten für kleinere Arbeiten, Reparaturen sowie Dachöffnungen und -schließungen und ist einfach zu bedienen. Der Akku hält rund 45 Minuten. Damit können ausreichend viele Details bearbeitet werden. Bei größeren Dachflächen empfiehlt sich eher eine kabelgebundene Lösung.“
