Waldkirchen: Im Jahre 1974 fanden sich 34 Auszubildende in der neuen Dachdeckerschule in Waldkirchen ein, darunter auch ein Schüler namens A. Ewald Kreuzer. Beim Jubiläum 50 Jahre später schließt sich der Kreis eines engagierten Dachdeckerlebens: Der Landesinnungsmeister wurde im Rahmen des 116. Landesverbandstages feierlich verabschiedet.
Zuvor oblag es Kreuzer bei der Eröffnung des Landesverbandstags der bayerischen Dachdecker, die große Zahl der Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft zu begrüßen. Mit Stolz blickte der scheidende Landesinnungsmeister auf die Entwicklung des Kompetenzzentrums zurück. Gemeinsam mit dem Landkreis Freyung-Grafenau habe man eine der modernsten Bildungsstätten etabliert, wo in Spitzenzeiten über 800 Lehrlinge ausgebildet wurden.
Trotz ursprünglicher Widerstände aus entfernter liegenden Regionen wurde das KPZ in Waldkirchen aufgebaut und hat sich zum Mekka der Dachdecker-Ausbildung in Bayern entwickelt, erklärte Oberbürgermeister Heinz Pollak. Dabei seien Kreuzer und sein ebenfalls ausscheidender Stellvertreter Kay Preißinger feste Größen mit hervorragender Kompetenz und unermüdlichem Engagement gewesen. Der Noch-Landesinnungsmeister bedankte sich, machte jedoch deutlich, dass es eine Gemeinschaftsleistung aller Beteiligten war.
Qualität braucht Rahmenbedingungen
Ein hohes Niveau in der Ausbildung sei wichtiger denn je, erklärte Sebastian Gruber und verwies auf die hohen Zuschüsse des Landes. Dachdecker leisten einen großen Beitrag zur Klimawende. Ohne gut ausgebildete Dachdecker ist diese nicht zu stemmen, so der Landrat. Lobende Worte fand Gruber für Kreuzer: „Sie sind ein wahres Vorbild, für die Dachdecker und für die ganze Gesellschaft. Sie haben stets ein offenes Ohr, sprechen stets ein offenes Wort und verkörpern noch die Handschlagmentalität – ein Mann, ein Wort.“

Fels in der Brandung
ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk knüpfte in seinen Grußworten an den Vorredner an. „Menschen wie Dich, die klare Worte sprechen, bräuchte man auch in der Politik“, so Bollwerk. Er erwähnte Kreuzers Engagement in der Bau-Berufsgenossenschaft, was für sich schon einen Fulltimejob darstellt. „Und was Du gemacht hast, hast Du für uns Dachdecker gemacht“, so Bollwerks abschließendes Lob. Christian Schneider, Vorstandsmitglied der SOKA Dach, zeigte sich ebenfalls beeindruckt vom Terminkalender Kreuzers. Er lobte den Zusammenhalt der organisierten Dachdecker Bayerns. „Aber heute steht Ewald im Mittelpunkt. Er wusste auf fast alle Fragen immer eine Antwort.“ Der ebenfalls aus seinem Amt ausscheidende Innungsmeister Kay Preißinger bedankte sich in seiner Abschiedsrede besonders bei den Mitarbeitern der Fachschule. Augenzwinkernd blickte der Nürnberger auf die langjährige Tätigkeit zurück, die zwar viel Zeit in Anspruch genommen, aber auch sehr viel Spaß gemacht hat.

Baumwipfelpfad, Genießer- oder Stadtfuchs-Tour
Nach der öffentlichen Kundgebung und dem Festakt im Gäste- und Bürgerhaus Waldkirchen konnten die Teilnehmer nachmittags an verschiedenen Rahmenprogrammen teilnehmen. Abends wurde zum Festabend mit großem Dinner und Tanzmusik geladen. Den Abschluss der Veranstaltung bildeten am 7. Juli die Delegierten- und die Mitglieder-Versammlung, bei der die neuen Vertreter des Landesverbands gewählt wurden. Als Begleitprogramm stand die Besichtigung des Kompetenzzentrums auf der Agenda.
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