Belichtungssysteme: Im hessischen Hünfelden-Dauborn modernisiert Dachdeckermeister Andreas Pfeiffer seinen künftigen Alterswohnsitz. Da das Dachgeschoss in diesem Zuge von einem ehemalig unbeheizten Speicher zu neuem Wohnraum verwandelt werden sollte, musste eine Wärmelösung gefunden werden. Pfeiffer entschied sich, auf den Einbau einer Heizung zu verzichten. Er setzte stattdessen auf Klapp-Schwingfenster mit Infrarottechnologie.
Die evangelische Kirchengemeinde hatte das Haus in der Ortsmitte Dauborns 1947 direkt am Naherholungswald errichtet. Im Erdgeschoss eröffnete damals der Kindergarten, mit dem
Andreas Pfeiffer und viele Einwohner noch heute schöne Erinnerungen verbinden. In den ersten Stock zog damals die Gemeindeschwester, die der älteren Generation und kranken Menschen bei Erledigungen und der medizinischen Versorgung half. Das Dachgeschoss diente als Speicher und wurde nie ausgebaut. So blieb es auch, als die kirchliche Einrichtung aufgegeben und das Haus an einen privaten Eigentümer veräußert wurde.
Wärme per Infrarot
Als schließlich Andreas Pfeiffer das Haus im Dezember 2023 erwarb, hatte er die Pläne für seinen künftigen Alterswohnsitz bereits im Kopf. So sollte im Dachgeschoss eine eigenständige Wohneinheit für den jüngsten Sohn der Familie entstehen. Dafür musste allerdings die Wärmeversorgung geklärt werden: Während in den unteren Stockwerken das bestehende System zusätzlich um eine Fußbodenheizung ergänzt wurde, ist das Dachgeschoss nicht an die Heizung im Keller angeschlossen. Es hätten also zeit- und kostenintensive Arbeiten vom Verlegen der Rohre über die Systemintegration durchgeführt werden müssen. Andreas Pfeiffer hatte eine andere Idee: Er wollte das Dach ausschließlich über Roto Designo Heat Dachfenster beheizen. Sie sind baugleich zu klassischen Designo R8 Klapp-Schwingfenstern, werden in der von Pfeiffer gewählten manuellen Ausführung per Einhandgriff unten bedient und bieten dank großem Öffnungswinkel in der Klappstellung ungehinderte Aussicht in den Taunus. Der Unterschied zu einem konventionellen Fenster: Die mit bloßem Auge nicht wahrnehmbare Metalloxidbeschichtung auf der Innenscheibe, die Infrarotstrahlung erzeugt, sowie die Infrarot reflektierende Beschichtung auf der mittleren und der Außenscheibe. Wird das Dachfenster mit Strom versorgt, wird über die Innenscheibe Wärme als Infrarotstrahlung erzeugt und mithilfe der beiden anderen Scheiben zu rund 97 Prozent in den Innenraum abgegeben.

Passgenaue Fensterauswahl
Ein Energieberater stattete Pfeiffer einen Besuch ab und erfasste dabei sämtliche erforderlichen Daten für die Wärmebedarfsberechnung nach DIN EN 12831. Einbezogen wurden darin unter anderem die Heizlast der Fenster sowie das Baujahr des Hauses, Dämmwerte des Daches, Raumvolumen und die Größe der Fensterflächen. Außerdem musste beachtet werden, dass das Gebäude nach dem KfW-Standard „Effizienzhaus 70“ modernisiert werden sollte. Entsprechend galt es, Vorgaben an den Primärenergiebedarf und den Transmissionswärmeverlust einzuhalten.
„Das Dachgeschoss hat rund 50 Quadratmeter, unterteilt in einen großen Wohnraum mit Arbeitsbereich, ein Schlaf- und ein Badezimmer“, berichtet Andreas Pfeiffer. „Gemäß den Berechnungen und den statischen Möglichkeiten haben wir uns für fünf heizende Klapp-Schwingfenster in den Größen 074/118 (Leistung: 212 W) und 114/140 (Leistung: 363 W) entschieden, wobei drei der Fenster auf den zentralen Wohnraum entfallen.“ So können sich dort sowohl die angenehme Wärme der Infrarotstrahlung als auch Tageslicht optimal entfalten. Ein weiteres, klassisches Klapp-Schwingfenster findet außerdem eine Etage tiefer im elterlichen Bad Platz.

KfW-Förderung für energetische Sanierung
Die Klapp-Schwingfenster Heat verfügen über eine Dreifach-Verglasung mit Uw-Wert von 1,0 W/m²K sowie Außenrollladen im Schlaf- und Badezimmer und Außenmarkisen im Wohnbereich. So lassen sich Räume verdunkeln und beschatten. „Wir hatten für die energieeffiziente Sanierung des Gebäudes Fördergelder bei der KfW beantragt und erhalten. Darin waren die Dachfenster und die Ausstattung für den sommerlichen Hitzeschutz eingeschlossen.“
Als Dachdeckermeister mit eigenem Betrieb übernahm das Team von Andreas Pfeiffer den Einbau natürlich selbst. Der unterschied sich erst einmal nicht von dem konventioneller Dachfenster: Zunächst wurden die Dämmrahmen eingebaut, dann die Fensteröffnungen hergestellt. Mithilfe eines Autokrans wurden die Fenster eingehoben und abschließend der Eindeckrahmen montiert. Mit der Beideckung der Dacheindeckung war der Einbau bereits erledigt. „Die reine Montagezeit aller sechs Dachfenster belief sich auf drei Stunden“, erzählt Pfeiffer. Dazu hatte auch die standardmäßige werkseitige Vormontage des Herstellers beigetragen, mit der das Dachfenster ausgeliefert und vom Profi ohne fehleranfällige Vorbereitungen direkt eingebaut werden kann.

Betrieb über den Hausstromanschluss
Zuletzt war ein Elektriker gefragt: Er schloss die Dachfenster in der Heat-Ausführung an die Hausverkabelung und damit an das normale 230-V-Stromnetz an. Das passende Kabel dazu ist standardmäßig am Dachfenster vormontiert. Außerdem wurde durch den Elektriker der Wandtaster angeschlossen, mit dem sich die Heizfunktion nun einfach aktivieren lässt. Darüber hinaus hat sich Andreas Pfeiffer für das optional erhältliche Funk-Thermostat entschieden. Damit kann künftig für alle Fenster gleichzeitig oder einzeln die gewünschte Temperatur Grad-Celsius-genau geregelt werden.
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