Zwei Dachdecker verkleben eine zweite Lage Steinwolle-Dämmstoffplatten
Um den Wärmeschutz weiter zu verbessern, wurden zwei 100 mm dicke Lagen Dämmstoffplatten verlegt. (Quelle: Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG)

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30. May 2022 | Teilen auf:

Direkt aufgeschweißt

Abriss oder Umnutzung? Ein Ehepaar überzeugte die Gemeinde Kottenheim mit seinem Konzept für eine vielfältig zu nutzende Gewerbeimmobilie. Für die Erneuerung der Flachdachdämmung und -abdichtung wählten die Bauherren ein System, das auf einer speziellen Steinwolle-Dämmung basiert.

Aufgeteilt in kleinere Räume soll das L-förmige Gebäude des alten Lagers der Raiffeisenkasse Freiberuflern oder Einzelhändlern die Chance bieten, tageweise oder dauerhaft Arbeitsflächen anzumieten. Um die Mieten bezahlbar zu halten, setzten die Bauherren auf günstige Baustoffe und brachten viel Eigenleistung ein. Das früher ungedämmte Flachdach wurde mit einem Aufbau aus Holz, Steinwolle und Dachabdichtung auf Neubauniveau saniert.

Steinwolle zweilagig

Innerhalb von vier Wochen gelang es, die alte Dacheindeckung aus Faserzementtafeln rückzubauen, die tragende Balkenkonstruktion aufzudoppeln, mit einer neuen Schalung zu versehen, zu dämmen und abzudichten. Auf die neue Schalung verlegten die Dachdecker zunächst eine kaltselbstklebende Dampfsperrbahn mit Sicherheitsnaht und feinbestreuter Oberfläche. Sie erleichtert eine optimale Verklebung von Wärmedämmstoffen und funktioniert bereits als Behelfsabdichtung, schützt also die Holzkonstruktion bei Regen in der Bauzeit. Gedämmt wurde das 350 m2 große Dach zunächst mit einer ersten 100 mm dicken Lage aus druckbelastbaren Steinwolle-Dachdämmplatten („Hardrock“ 040) von Rockwool. Mit ihrer verdichteten, lastverteilenden Oberlage bietet diese Dämmung eine verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beanspruchungen. Um den Wärmeschutz weiter zu verbessern und zugleich die Voraussetzungen für eine sichere Verklebung der Dachabdichtung zu schaffen, wurde eine zweite, ebenfalls 100 mm dicke Lage mit „Bitrock“ Dachplatten geschaffen. Dabei wurden alle Dämmplatten gemäß Mengenangaben aus der Windsogberechnung mit PU-Kleber in Strangstreifenform verklebt.

Eine DHL-Station fand ebenso Platz im sanierten alten Lager der Raiffeisenkasse wie diverse kleine Räume, die Freiberufler und Künstler flexibel anmieten und nutzen können. (Quelle: Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG)

Die Dämmplatte verfügt über eine planebene, geschliffene Oberfläche, die mehr Klebefläche für das direkte Aufschweißen von Bitumenabdichtungen bietet. Angesichts ihrer Druckbelastbarkeit von 70 kPa ist sie gemäß Flachdachrichtlinie für die Anwendung bei Dächern mit PV-Anlagen geeignet. Dank der klebefreundlichen Oberfläche können Mineralwolle-Unterlagsbahnen direkt auf „Bitrock“ geschweißt werden. Schon während des Schweißvorgangs kann durch Zurückrollen der Bahn deren Haftung auf der Dämmstoffoberfläche optisch kontrolliert werden. Zeigt sich die Unterseite nahezu flächig mit Steinwolleflocken bedeckt, so ist der optimale Haftverbund erreicht. Im Windsogversuch wurde dank des Haftverbundes der Bitumenabdichtung mit der Dämmung eine hohe Beständigkeit der Konstruktion gegenüber Windlasten nachgewiesen. Eine Flachdachdämmung und -abdichtung mit diesem Produkt kann pauschal bis zu einer Windlast von max. 3,6 kN/m² verwendet werden. Sind höhere Windlasten zu erwarten, so erstellt der Hersteller einen Einzelnachweis gemäß DIN EN 1991.

Wärmeschutz auf Neubauniveau

Die zweilagige Abdichtung erfolgte mit einer für das direkte Aufschweißen auf Steinwolle entwickelten Unterlagsbahn. Die planebene und nahezu staubfreie Oberfläche der Dämmung bietet fast 100 % Klebefläche. Herkömmliche Dachplatten aus Steinwolle mit dem typischen Riffelmuster auf der Oberfläche können selten mit mehr als 50 % Klebefläche aufwarten. In der Praxis heißt das, dass bei Einsatz dieser Platten die Unterseite der Abdichtung nur noch leicht verflüssigt werden muss, damit beim Schweißvorgang ein flächiger Verbund mit der Dämmung erreicht wird. Der erforderliche Wärmeeintrag für das Verflüssigen reduziert sich. Eine höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit und Einsparungen beim Gasverbrauch machen die Verarbeitung von Dämmung und Abdichtung effizienter. Die abschließende optische Haftkontrolle erfolgt, indem die Unterlagsbahn nach einer kurzen Abkühlphase zurückgerollt wird. Als Oberlage der Abdichtung wurde eine Elastomerbitumen-Schweißbahn für mehrlagige Dach- und Bauwerksabdichtungen aufgeschweißt. Sie erfüllt – im System geprüft und durch abP nachgewiesen – die Anforderung „harte Bedachung“, Klassifizierung BROOF (t1). Das in dieser Weise gedämmte und abgedichtete Flachdach erreicht einen U-Wert von 0,20 W/(m²·K).

www.rockwool.de

zuletzt editiert am 30.05.2022