Energetische Sanierung: Die Sanierung von Dach und Fassade stellt bei Fertighäusern aus den 1950er-und 60er-Jahren eine besondere Herausforderung dar. Die Erneuerung unzureichend gedämmter Dachflächen und Außenwände – oft asbestbekleidet – stellt hohe Ansprüche an handwerkliches Geschick und bauphysikalisches Wissen. Ein vorbildliches Beispiel für eine erfolgreiche Sanierung unter Einsatz einer attraktiven Materialkombination bietet die Dachdecker Meisterbetrieb Creusen GmbH.
Fachbetriebe stehen im Zuge der Modernisierung von Fertighäusern vor der Aufgabe, nicht nur ästhetische und funktionale Verbesserungen umzusetzen, sondern auch strenge energetische Vorgaben zu erfüllen. Bei der Sanierung des Einfamilienhauses ging es um die vollständige Erneuerung der Fassade sowie die Verbesserung der Dämmung des Daches. Dazu kam die Neueindeckung und anschließende Montage der Photovoltaik-Anlage.
Drohnen-Vermessung mit Airteam
Im Mai 2023 beauftragte Creusen Airteam mit der Drohnen-Vermessung der Dachfläche. Die 3D-Vermessung, die über eine dreidimensionale Modellierung mittels photogrammetrischer Luftbildauswertung mit einer Genauigkeit von +/- 10 cm erfolgt, ergab knapp 150 m² Fläche bei einer Hauptfirstlänge von 15,67 m. Eingedeckt war der Altbau mit Betondachsteinen samt Lüftern unterhalb des Firstes. Einziger Aufbau waren zwei PV-Module in der Größe von 2,38 m x 2,33 m. Die Dachneigung wurde mit 25 – 26° ermittelt, beim Vordach 20°. Der Fassadenaufbau (Zeichnung Seite 12) erfüllte weder den erforderlichen Wärme- noch den Feuchteschutz. Dazu war das Bauteil diffusionstechnisch ebenfalls nicht zulässig. Um bei diesem Aufbau Passivhausstandard zu erreichen, müsste die äquivalente Dämmstoffdicke knapp 40 cm betragen.
Optimierung der U-Werte
Die Fassade wurde zunächst vollständig aufgenommen, um potenziell gefährliche Asbestteile sicher zu entfernen und die statische Scheibe zu erneuern. Hierfür waren die Dachdecker zuvor nochmals beim arbeitsmedizinischen Dienst vorstellig. Die Arbeiten wurden vor Beginn mit der Bezirksregierung Köln abgestimmt und nach TRGS ausgeführt. Ein Fachbetrieb wurde mit der Entsorgung beauftragt. Nachdem die alte Fassade bis auf die tragende Unterdeckschicht zurückgebaut worden war, wurde ein neuer Aufbau im Holzfaserdämmsystem durchgeführt. Die sorgfältige Auswahl der Materialien und die präzise Ausführung des Dämmsystems trugen wesentlich zur Verbesserung der thermischen Leistung des Gebäudes bei. Im Mittelpunkt stand dabei stets die Optimierung der U-Werte, um die energetischen Anforderungen zu erfüllen, da für dieses Projekt eine staatliche Fördermaßnahme vorgesehen war.
Parallel zu den Arbeiten an der Fassade wurden das bestehende Dach sowie der neue Satteldachanbau in Angriff genommen. Auch hier war eine exakte Planung notwendig, um sicherzustellen, dass die neue Dachkonstruktion sowohl die optischen als auch die energetischen Vorgaben erfüllt. Ein Statiker wurde frühzeitig in das Projekt eingebunden, um sicherzustellen, dass die Tragfähigkeit des Gebäudes während der Umbauphase nicht beeinträchtigt wurde. So wurde die statische Platte der Außenwände partiell erneuert, da sonst die Statik des Hauses gefährdet worden wäre. Der neue Aufbau der Außenwände stellt sich wie folgt dar:
- Gipskartonplatte (12,5 mm)
- Multiplex-top (6 mm)
- Fichte (18 mm)
- Thermoflex (60 mm)
- Fichte (24 mm)
- Flexible Holzfaserdämmplatte (140 mm)
- Unterdeckbahn
- Hinterlüftung (30 mm)
- Aluminium (1 mm)
Fassade mit dem Siding X-System
Nach Abschluss der Dämmarbeiten und der statischen Aufwertung des Gebäudes ging es an die Verkleidung der Fassade sowie die Eindeckung des Daches. Hierbei entschied man sich für einen hochwertigen Materialmix, der sowohl ästhetische als auch funktionale Vorteile bot. Die Fassade wurde mit dem Siding X-System in Kombination mit einem eleganten Rhombusprofil aus sibirischer Lärche gestaltet. Diese Materialkombination vereinte die Langlebigkeit und Wartungsarmut des Aluminiums mit der natürlichen Optik und Wärme von Holz. Das Aluminium in der Farbe P10 Hellgrau verlieh der Fassade einen modernen, aber gleichzeitig dezenten Look, während die Rhombusprofile einen Akzent setzten, der dem Haus eine zeitlose Eleganz verlieh. Die Kombination aus Aluminium und Holz erzeugte eine interessante optische Spannung, die das Gebäude sowohl in die moderne Architektur einbettet als auch die historische Bausubstanz respektvoll zur Geltung bringt.
Zwischen den Sparren
Der Dachboden des Quelle-Fertighauses wurde mit Dämmstoff ertüchtigt, der sich besonders gut für den Einsatz in Altbauten eignet. Mit einem erreichten U-Wert von mindestens 0,14 W/m²K sorgt die Dämmung für eine deutliche Reduktion des Wärmeverlustes über das Dach, was sich natürlich auch positiv auf den Energieverbrauch des gesamten Hauses auswirkt. Die Konstruktion des Daches erfolgte mit:
- Rieselschutzbahn
- Holzfaser-Dämmplatte (200 mm)
- Luftdichtungsbahn
- Holzfaser-Unterdeckplatte (100 mm)
- Hinterlüftung (40 mm)
- Fichte (24 mm)
- Unterdeckbahn
- Aluminium (10 mm)
Krönender Abschluss: Solaranlage
Das Dach, ebenfalls in Aluminium ausgeführt, wurde in der Doppelstehfalztechnik gedeckt. Diese traditionelle Technik, die sich durch ihre besondere Wetterbeständigkeit und hohe Stabilität auszeichnet, passt hervorragend zu den klimatischen Anforderungen und bietet eine langlebige, wartungsarme Lösung. In einer Windlastberechnung waren zuvor die erforderlichen Halter und deren Abstände ermittelt worden. Dass eine PV-Anlage installiert werden sollte, fand hier bereits Berücksichtigung. Das präzise verarbeitete Aluminium mit seiner hellgrauen Beschichtung setzt das Dach optisch von der Fassade ab und verleiht dem gesamten Gebäude eine klare, moderne Linie.
Als besonderes Highlight und nachhaltige Krönung des gesamten Umbaus wurde eine Solaranlage installiert, die das energetische Konzept des Hauses vervollständigt. Die Planung und Montage der Solaranlage wurde ebenfalls von Creusen durchgeführt, mit Ausnahme des DC-seitigen Anschlusses im Keller, der selbstverständlich von einem qualifizierten Elektriker übernommen wurde. Die Solaranlage trägt nicht nur zur Verbesserung der Energieeffizienz bei, sondern macht das Gebäude zudem unabhängiger von fossilen Energieträgern und zukünftigen Energiepreissteigerungen.
Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 10.2024.
















