Neben den gestiegenen Energiekosten ist das Handwerk auch stark von Materialpreissteigerungen betroffen: Russland und die Ukraine sind wichtige Lieferanten für Agrarrohstoffe und Metalle. (Quelle: Prefa/Aloys Kiefer)
Quelle: Prefa/Aloys Kiefer

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25. March 2022 | Teilen auf:

Entlastungen Energiepaket: Maßnahmen gehen nicht weit genug

Zum von der Bundesregierung beschlossenen Energiepreis-Entlastungspaket erklärt der Hauptgeschäftsführer des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT), Peter Haas:

„Gut, dass die Bundesregierung mit der Senkung der Steuern auf Benzin und Diesel auf das EU-Mindestmaß einer unserer Forderungen nachkommt. So können Handwerksbetriebe, die täglich mit den hohen Preisen konfrontiert sind, zumindest ein Stück weit entlastet werden. Was in dem Papier aber offenbar fehlt, sind Entlastungen bei Strom und Gas, die in energieintensiven Betrieben wie Bäckereien unverzichtbar sind.

Neben den gestiegenen Energiekosten ist das Handwerk auch stark von Materialpreissteigerungen betroffen:Russland und die Ukraine sind wichtige Lieferanten für Agrarrohstoffe und Metalle. Um hier ebenfalls für dringend notwendige Entlastung zu sorgen, fordern wir eine verstärkte Nutzung von Preisgleitklauseln bei öffentlichen Aufträgen - auch auf kommunaler Ebene.Für erheblichen Mehraufwand bei Betriebsinhabern dürfte der Energiekostenzuschuss sorgen – eine grundsätzlich gute Sache. Aber: Der Arbeitgeber soll das Geld vorschießen und mit seinen Steuervorauszahlungen verrechnen. Das schafft zusätzliche Bürokratie.Angesichts des andauernden Ukraine-Kriegs ist eine Diversifizierung von Energiequellen unabdingbar. Wir begrüßen daher die Bemühungen der Bundesregierung, eine schnelle Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen aus Russland und die Umstellung auf klimafreundliche Energieträger voranzubringen. Nur so können wir die Energieversorgung in Deutschland nachhaltig sichern.Das Papier ist in den Augen des baden-württembergischen Handwerks ein erster Schritt. Entscheidend ist jetzt, dass das Paket schnell verabschiedet wird und keine lang andauernden politischen Debatten nach sich zieht.“

zuletzt editiert am 25.03.2022