Gehören diese Bilder bald der Vergangenheit an? Holz ist Mangelware.
Gehören diese Bilder bald der Vergangenheit an? Holz ist Mangelware. Quelle: Dachdecker- und Zimmer-Innung Köln

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23. April 2021 | Teilen auf:

Holz ist Mangelware: Viele Aufträge, doch die Lager bleiben leer

Die Dachdecker- und Zimmer-Innung Köln informiert: die aktuellen Lieferengpässe und Preissteigerungen bedrohen die Bautätigkeit in Nordrhein-Westfalen

Die Mitgliedsunternehmen der Innung registrieren bei Preisanfragen zu Bauholz spätestens seit dem vierten Quartal 2020 erhebliche Preissteigerungen. Zum Teil gibt es schon heute Lieferschwierigkeiten von mehreren Wochen.

Zur angespannten Lage erklärt der stellvertretende Obermeister der Innung, Heiner Mittler: „Es ist paradox, der Holzbau in Deutschland boomt, die Auftragsbücher sind voll, aber die Lager so gut wie leer. Ausstehende Lieferungen verzögern sich aktuell um mehrere Wochen, Holz ist praktisch Mangelware geworden. Egal, welchen Lieferanten Sie noch anrufen, es hagelt überall nur noch Absagen. Viele Kunden müssen daher aktuell mit Verzögerungen am Bau rechnen“, erklärt Mittler.

Große Mengen deutschen Holzes werden vor allem in die USA exportiert. Dort ist Holz aus Europa wesentlich günstiger als heimisches Material. Zudem stehen wegen der Corona-Pandemie viele Holzproduktionsstätten in den USA still. Das schürt die Nachfrage nach Material aus Europa und treibt die Preise in exorbitante Höhen. Preissteigerungen zwischen 60 bis 100 Prozent sind aktuell keine Seltenheit mehr. Um nicht ganz leer auszugehen, müssen viele Mitgliedsunternehmen der Innung ebenfalls kaufen, was noch zu kriegen ist. Dies wiederum verstärkt die Preisspirale aber noch zusätzlich.

„Für viele Betriebe, die die Mehrkosten für das Bauholz nicht einfach eins zu eins an den Bauherren weitergeben können, ist die gegenwärtige Situation existenzbedrohend. Baustopps, Entlassungen und sogar Insolvenzen sind aufgrund der Materialknappheit nicht mehr auszuschließen“, warnt Mittler.

„Uns ist bewusst, dass die Politik in einer von Freihandel geprägten Europäischen Union nicht dirigistisch eingreifen kann. Gleichwohl könnte die Politik aber zwischen den heimischen Marktpartnern sensibilisieren und die Wertschöpfungskette an einen Tisch zu gemeinsamen Gesprächen bringen. Schließlich kommt es auch in Zeiten eines Abschwungs am Weltmarkt wieder auf einen starken heimischen Binnenmarkt an“, fordert Mittler am 22.04.2021 in Köln abschließend.