Gemeinsam mit Theresa Damm ist Dominik Nöcker das Gesicht der DACH+HOLZ International 2026.
„Ich kann das, ich mache das und ich habe richtig Bock drauf!“ – Mit dieser Einstellung geht Dominik Nöcker, Dachdeckermeister aus Sundern, jeden Tag an seine Arbeit. Im Interview spricht er über seine Leidenschaft für das Dachdeckerhandwerk, den digitalen Wandel und die Herausforderungen, denen sich die Branche heute stellen muss.
Dominik, du hast einmal gesagt, dass der Dachdeckerberuf für dich das Spannendste ist, was es gibt. Was fasziniert dich am meisten an deiner Arbeit?
Dominik: Vor allem das Traditionelle und das Vielseitige. Ich finde es unheimlich spannend, dass der Beruf heute weitgehend immer noch so ist, wie er früher mal war, zum Beispiel das Schiefern. Und gleichzeitig hat sich das Portfolio, das vorher schon groß war, vergrößert mit der energetischen Sanierung oder mit Grün- und mit Flachdächern. Jede Baustelle ist anders, nie ist etwas gleich.
Welche Aufgaben machen dir am meisten Spaß, und was sind die größten Herausforderungen?
Dominik: Ich bin aktuell als Meister bei der Stappert Dachkonzepte GmbH (Meschede) eingestellt. Am Anfang war es schon eine große Herausforderung, selbstständig ein Angebot zu kalkulieren, zu verkaufen und in die Umsetzung zu bringen, so dass am Ende auch alles passt. Mittlerweile ist es so, dass ich ganz viele knifflige Sachen mache. Wenn es schwierig wird, überlege ich so lange, bis ich die beste Lösung habe und die Umsetzung perfekt ist. Das ist fast schon zur Sucht geworden.
Gibt es Projekte oder Arbeiten, auf die du besonders stolz bist?
Dominik: Ich habe schon einige große, komplizierte Projekte gemacht. Darunter war ein Kindergarten, bei dem die Fassade komplett mit Alu-Paneelen auf einer Unterkonstruktion gedämmt werden musste. Ich hatte nur ein Bild von der Fassade und das Rohmaterial. Ich musste mir den Verlegeplan und die Innen- und Außenecken überlegen und alle Sidings komplett selbst kanten. Die Baustelle dauerte acht Monate und war schon etwas Besonderes.
Was war bisher das lehrreichste Erlebnis in deiner beruflichen Laufbahn?
Dominik: Das ist schwierig zu beantworten. Eigentlich sind die besten Aha-Momente, wenn man etwas falsch gemacht hat, daraus lernt und es dann neu macht. Zum Beispiel gucke ich sehr gerne einem Altgesellen zu. Da schaue ich genau hin und klaue mit den Augen, damit ich daraus lernen kann.
Was würdest du jungen Leuten sagen, die überlegen, den Dachdeckerberuf zu ergreifen? Welche Eigenschaften sollten sie mitbringen?
Dominik: Die Standardsachen halt, man muss körperlich fit sein – das ist aber nicht mehr ganz so schlimm heute, weil wir viel Kranarbeiten haben –, schwindelfrei und vor allem: Bock auf die Arbeit haben! Egal ob Dachdecker oder etwas anderes: Man muss sich drauf einlassen und dann den Entschluss fassen und entscheiden, das durchzuziehen. Und nicht sagen: „Ich schnupper da mal rein, halte mir aber hier oder da noch was offen.“
Du bist das offizielle Messegesicht der DACH+HOLZ International 2026. Was bedeutet dir diese Rolle und wie kam es dazu?
Dominik: Das bedeutet mir ziemlich viel: die Chance zu bekommen, sich selbst und seinen Beruf vorzustellen und andere dafür zu begeistern. Und ja, durch die Rolle auch vieles Neues als Erster zu sehen und vielleicht auch schneller kennenzulernen. Wieder so eine Herausforderung, die mich schlauer macht. Wie ich dazu kam? Auf Instagram haben wir den Aufruf gesehen, dass man sich als Botschafter für die Messe DACH+HOLZ bewerben kann. Meine Kollegen und Chefs ermunterten mich mitzumachen. Ich habe die Bewerbung und Fotos hingeschickt und wurde tatsächlich ausgewählt. Recht unspektakulär, aber sehr cool!
Was möchtest du als Messebotschafter an die Branche vermitteln? Gibt es spezielle Themen, die dir besonders am Herzen liegen?
Dominik: Das Thema Karriere finde ich wichtig. Ich bin in unserem Betrieb Ausbildungsleiter und öfters auf Berufsinfobörsen unterwegs. Die Aussteller dort, vom Industrieunternehmen bis zur Polizei, werben offensiv mit Karriere. Wenn dann die jungen Leute zu mir kommen, sagen sie „Ach ja, Dachdecker…“, ganz so, als ob man bei uns im Handwerk keine Karriere machen könnte. Dabei sind die Aufstiegsmöglichkeiten bei uns enorm: Die gehen bis aufs Dach, mindestens! Aber im Ernst: Man kann sich mit Lehrgängen vom Gesellen zum Fachgesellen für spezielle Tätigkeiten oder Arbeitsgebiete fortbilden. Oder zum Vorarbeiter hocharbeiten, wenn man mehr Verantwortung übernehmen will. Und wer richtig Lust hat, macht den Meister und übernimmt eine leitende Funktion im Betrieb. Von da an steht einem jede Tür offen – man kann den Techniker draufsatteln oder, wenn es dann unbedingt sein muss, auch noch studieren. Wenn ich das erzähle, schaue ich in erstaunte Gesichter. Das ist den meisten nicht bekannt, weder den Berufsberatern und -vermittlern noch den jungen Leuten selbst und deren Eltern.
Was erwartest du dir von deinem Besuch auf der DACH+HOLZ International 2026 in Köln?
Dominik: Das sind immer spannende Tage. Ich lerne viele Leute kennen und die Leute können mich als Botschafter kennenlernen. Ich möchte natürlich wissen, welche neuen Produkte, Werkzeuge und Techniken es gibt und sie ausprobieren. Mir ist der Überblick über den Markt wichtig. Und auch, dass ich dem ein oder anderen Hersteller mal ein Feedback gebe, denn ich kenne ja sehr viele Produkte und arbeite damit. Denen als Praktiker, der von außen kommt, zu sagen: „Jungs, euer Produkt ist echt klasse. Das kann ich nur empfehlen“.
Was möchtest du den Nachwuchskräften auf der Messe mitgeben, die gerade ihre Karriere im Dachdecker- oder Zimmererhandwerk starten?
Dominik: Das Wichtigste ist, sie in ihrer Berufswahl zu bestärken und zu motivieren, nie stehenzubleiben, Neues anzunehmen und immer weiter zu lernen. Wenn man sich ständig weiterentwickelt und einzigartig macht, dann wird es geil.
Während Dominik Nöckel über das Thema Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Dachdeckerhandwerk spricht, bringt Theresa Damm, auch ein Gesicht der DACH+HOLZ 2026, eine ganz eigene Perspektive mit: die Begeisterung für das Arbeiten mit Holz, die sie schon als Jugendliche auf der Baustelle des eigenen Elternhauses entdeckte.
Theresa ist 21 Jahre alt und frisch ausgelernte Zimmerin. Ihr Weg ins Handwerk begann mit einem Schulpraktikum – heute kann sie sich keinen besseren Beruf vorstellen. Ob Krane fahren, Holzkonstruktionen abzimmern oder Dachstühle aufrichten – die Mischung aus handwerklicher Präzision und körperlicher Arbeit begeistert sie jeden Tag aufs Neue. Ein besonderes Highlight ihrer Ausbildung: Sie durfte an der Restaurierung der Stadtpfarrkirche St. Georg in Freising mitwirken.
Zusammen mit Dominik ist Theresa eines der Gesichter der DACH+HOLZ International 2026. Beide zeigen, wie vielfältig und zukunftsorientiert das Dachdecker- und Zimmererhandwerk ist – und dass es sich lohnt, mit Leidenschaft und Tatkraft anzupacken.
Die DACH+HOLZ International, die Messe für Greenbuilding: Gebäudehülle & konstruktiver Holzbau, findet vom 24. bis 27. Februar 2026 auf dem Messegelände Köln statt. Weitere Informationen unter www.dach-holz.com
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