Dachdeckermeister auf der Bühne
Die Berliner Jung-Meister mit ihren Urkunden auf der Bühne der Handwerkskammer (Quelle: DDH)

Markt

23. September 2022 | Teilen auf:

Neuer Standard fürs Steildach

Berlin: In der Handwerkskammer trafen sich die Berliner Dachdecker zum Landesverbandstag Ende September. Christian Anders informierte über die Neuigkeiten bei Dachziegeln und Dachsteinen. 15 neue Jung-Meister freuten sich über ihre Auszeichnungen, der künftige Geschäftsführer erhielt ein eindeutiges Votum.

Rund hundert Mitglieder kamen an den Mehringdamm, wo Landsinnungsmeister Jörg-Dieter Mann die Gäste begrüßte und zu Beginn an die gestorbenen Mitglieder Mathias Dölle, Manfred Obergassel, Mato Cuk und Peter Puder gedachte. Außerdem hieß Mann zwei neue Innungsmitglieder und vier neue Industriepartner willkommen. Mann gab einen Überblick über die aktuelle Lage bei den Berliner Dachdeckern: „Wir haben Krieg, Inflation und eine Energiekrise. Dennoch gibt es weiterhin eine gute Auftragslage — das wird auch so bleiben. Allerdings würden bei einigen großen Aufträgen aktuell schon einige Dinge ins Stocken geraten.

Dass Dachdecker oft noch die Gefährdungsbeurteilung unterschätzen, davon berichtete der Landesinnungsmeister aus eigener Erfahrung. Vor einigen Monaten gab es einen Brand am Bauvorhaben seines Unternehmens, die Feuerwehr konnte ihn jedoch unter Kontrolle bringen. „Wappnet euch vorab, was im Brandfall alles passieren kann", so Mann.
Ursprünglich als Hauptredner zu den Themen Niedrigzins, Inflation und Rezession vorgesehen, musste SOKA-Chef Christian Schneider wegen einer kurzfristigen Sperrung des Berliner Flughafen absagen, da sein Flieger dann in Hannover landen durfte, von wo aus er den Weg nach Berlin nicht mehr schaffte.

Technisch ging es anschließend weiter. Aktuelle Informationen zu Dachziegeln und Dachsteinen – Regeldachneigungen, Unterdächer und Unterdeckungen lieferte Christian Anders, ZVDH-Bereichsleiter. „Aktuell fehlt uns noch die diffusionsoffene Alternative zum wasserdichten Unterdach. Wir brauchen Unterdächer mit einer zusätzlichen Konterlattebene. Im Zuge dessen müssen wir unsere Klassifizierungen überdenken. Es wird bald weniger Klassen geben, dafür mehr Visualisierungen, die ihnen in der Praxis helfen werden“, so Anders. 

Klassifizierungen Steildach
Die künftigen Klassifizierungen im Bereich Dachziegel, Dachsteine. (Quelle: ZVDH)

Erhöhte Anforderungen sind:

  • konzentrierter Wasserlauf auf Teilflächen des Daches
  • besondere Dachflächen wie geschweifte Gauben, Tonnen und Kegeldächer
  • schneereiche Gebiete (ggf. Präzisierung hinsichtlich Schneelast)
  • windreiche Gebiete der Windlastzonen 4 oder Kamm- und Gipfellagen oder Schluchtenbildung

Künftig wird es für jede Regeldachneigung eine Tabelle geben. Im Herbst wird den Landesverbänden der Arbeitsstand zugesandt und um Feedback gebeten. Zeitplan Gelbdruck Dachziegel/Dachsteine mit dem Merkblatt: Frühjahr 2023.

Christian Anders
Christian Anders informierte die Dachdecker über die Stand der Neuerungen im Merkblatt Dachziegel, Dachsteine. (Quelle: DDH)

Schatzmeister Stephan Ziemann, stellte die Haushaltspläne für 2023 vor - die Mitglieder waren einstimmig für den Plan.

Jörg-Dieter Mann ehrte anschließend folgende verdiente Dachdecker:

- Ralf Kraushaar (Silberne Ehrennadel)

- Egon Reimann (Goldener Meisterbrief)

Ab 2023 folgt Bobinski auf Thaler

Personell tut sich im Landesinnungsverband Einiges: Die neu gewählte Lehrlingswartin Josephin Süßer stellt sich als weitere Meisterbeisitzerin zur Wahl. Süßer wurde einstimmig unter großen Applaus der Mitglieder gewählt.
Am 1.9.2023 steht die Wahl eines neuen Innungsgeschäftsführers an. Ruediger Thaler ließ seine guten Berliner Kontakte spielen und fand einen Nachfolger vor Ort: Von der Tischler-Innung kommt Sebastian Bobinski im September 2023 zu den Berliner Dachdeckern.

Jörg-Dieter Mann mit Sebastian Bobinski und Ruediger Thaler
Jörg-Dieter Mann mit Sebastian Bobinski und Ruediger Thaler. (Quelle: DDH)
Aufmerksame Zuhörer in der Handwerkskammer Berlin
Aufmerksame Zuhörer in der Handwerkskammer Berlin. (Quelle: DDH)

Der Höhepunkt folgte traditionell zum Schluss, die Überreichung der Meisterprüfungszeugnisse.
„Es gibt Jungmeister mit gerade mal 21 Jahren. Das zeigt, dass das Dachdeckerhandwerk ein Zukunftsjob ist“, sagte Thaler.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 13.2022

zuletzt editiert am 23.09.2022