Anke Fuchs steht auf der Bühne und macht eine Rückenübung vor, die die Teilnehmenden im Saal nachmachen.
IKK-Mitarbeiterin Anke Fuchs animiert die Teilnehmenden zu präventiven Rückenübungen. (Quelle: DDH)

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15. August 2022 | Teilen auf:

Kreativität in der Krise

Um gutes Eigenmarketing, die Anforderungen der DIN 4108-3 und aktive Rückenschule ging es beim Verbandstag der Schleswig-Holsteinischen Dachdecker in Bad Segeberg. Die Karl-May Stadt zeigte sich Mitte August von ihrer sonnigen Seite.

Drei Jahre mussten die schleswig-holsteinischen Dachdecker auf einen Landesverbandstag warten, Mitte August war es dann so weit. Die Dachdeckerinnung Mittelhostein mit Obermeister Andreas Bente war Gastgeber in der Karl-May Stadt Bad Segeberg, zu der am Freitagmorgen Landesinnungsmeister Torsten Kriedemann die rund 180 Teilnehmenden begrüßte.

Steigerung im Nachwuchsbereich 

Grußworte sprachen ZVDH-Vizepräsident Mike Schilling und Handwerkskammerpräsident Jörn Arp. „Seit fünf Jahren konnten wir die Azubi-Zahlen im Dachdeckerhandwerk steigern. Besonders erfreulich: Die Steigerung an weiblichen Dachdeckerinnen. Insgesamt gab es eine Steigerung an jungen Dachdeckern in Schleswig-Holstein um satte 30%“, betonte Schilling.

Torsten Kriedemann
Landesinnungsmeister Torsten Kriedemann führte souverän durch die Tagung. (Quelle: DDH)

Kritische Worte kamen von HWK-Präsident Jörn Arp. „Trotz der guten Ausbildungszahlen: Es rächt sich die Bildungspolitik der letzten Jahre. Das Niveau der Abiturienten ist gesunken, die Abbrecherquote an Hochschulen steigend. Wir brauchen eine Bildungswende, das Handwerk eine neue, bessere Akzeptanz“, so Arp, der sich bei den Ausbildungsbetrieben im Dachdeckerhandwerk für ihr Engagement bedankte.  

Leistung vor Preis

Nachdenkliche aber  auch kämpferische Töne schlug Torsten Kriedemann bei seinem Jahresbericht an. „Wir hatten die letzten Jahre gute Zeiten, dann kam Corona und der Krieg. Wir Dachdecker tragen die Kosten, bei der Lösung der Probleme sind die Unternehmen gefragt. Hier müssen wir oft kreativ sein, das sind wir als Dachdecker gewohnt“, sagte Kriedemann.

Ohne Emotionen geht gar nichts

Seine Botschaft ist nicht neu, aber kaum einer trägt sie so lebhaft vor wie er: Dachdeckermeister und Trainer Jörg Mosler, sein Thema: Mitarbeitergewinnung durch Emotion. Trotz zunehmend stickiger Luft lauschten die Teilnehmer aufmerksam, wie Dachdecker für sich werben sollten. „Hinter jeder unserer Handlungen steckt eine Emotion. Eure wohl einzige Chance neue Mitarbeiter zu gewinnen ist es: Emotionen zu zeigen - und diese übertragen sich von Mensch zu Mensch, das ist ein Persönlichkeitsspiel. Und das ist das Einzige, was man nicht kopieren kann. Dafür musst du dir überlegen, wofür du stehst und das solltest du kommunizieren. Sage, was du magst und was nicht - so einfach ist es manchmal“, sagte Mosler.

Das Foto zeigt Jörg Mosler während seiner Rede.
Jörg Mosler: „Eure wohl einzige Chance, neue Mitarbeiter zu gewinnen, ist es, Emotionen zu zeigen.“ (Quelle: DDH)

Viele kleine Muskeln trainieren  

Nach dem Mittagessen erläuterte Anke Fuchs, IKK Die Innovationskasse, die Vorteile der richtigen Bewegung. Fuchs ist seit rund 27 Jahren in Sachen Rückentraining unterwegs. „Wir haben 650 Muskeln. Sie als Dachdecker müssen vor allem die Muskeln an der Wirbelsohle trainieren, die keinen Gegenspieler haben“, so Fuchs. Ausgestattet mit einem Thera-Band ließ die Trainerin die Muskeln der Teilnehmer spielen.  Es zeigte sich, dass die Dachdecker durchaus noch Nachholbedarf an Rückenprävention haben.

Steildachsanierungen- wo geht die Reise hin? Das war das Thema von ZVDH Bereichsleiter Fachtechnik, Dipl-Ing.(FH) Christian Anders . Er verdeutlichte, welche Konstruktionen aus bauphysikalischer Sicht unkritisch sind. "Wichtig sind für Sie die Nachweisfreien Bauteile - das ist die Spielwiese des Dachdeckers", so Anders.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 11.2002.

zuletzt editiert am 17.08.2022