Ulm: Materialpreise, Nachwuchssorgen und Angebotsstau – der Druck auf die Betriebe steigt. Auf dem Landesverbandstag der Baden-Württembergischen Dachdecker prüften die Teilnehmer, welche KI-Tools helfen können. Eine Podiumsdiskussion machte die Vorteile deutlich.
Der Verbandstag in Ulm adressierte die Kernprobleme: Neben den seit Wochen rasant gestiegenen Materialpreisen belasten Angebotsmengen und Dokumentationspflichten die Unternehmer. KI-Tools können Dachdeckern helfen, Standardprozesse zu vereinfachen. Somit war Künstliche Intelligenz als thematischer Schwerpunkt des Landesverbandstags der Baden-Württembergischen Dachdecker gut gewählt.
Gestartet wurde am Freitagmittag im „Haus der Begegnung“ mit der Mitgliederversammlung. Christoph Schendel, zugleich Obermeister der Dachdecker-Innung Ulm, stand als stellvertretender Landesinnungsmeister zur Wiederwahl und wurde von den Mitgliedern einstimmig bestätigt.
Kurze Impulse statt langer Vorträge
Ulm war zudem Startschuss für ein neues Format der Baden-Württembergischen Dachdecker. „Wir wollen den Mitgliedern noch einfachere, schnellere Informationen bieten – so wenig wie möglich Formalien, mehr Interaktion und Netzwerken“, erläuterte Landesinnungsmeister Karl-Heinz Krawczyk das Konzept. Das wurde direkt sichtbar, der Saal im Haus der Begegnung war mit rund 180 Gästen gut gefüllt. Die Bühne stand am Nachmittag Agenturen und Dienstleistern zur Verfügung. In kurzen Pitches wurden digitalen Angebote zu Dachaufmaß, mobile Geräteverwaltung, Baustellenverwaltung oder Fotodokumentation vorgestellt.

Parallel zum Marktplatz gab es ein Begleitprogramm für Partnerinnen: Eine anregende Stadtführung durch Ulm machte die Schwabenstadt zum Erlebnis.
Der Abend gehörte dann dem Festabend der Dachdecker-Innung Ulm auf der Wilhelmsburg: Mit Dresscode Schwarz/Weiß und dem deutlichen Hinweis „Achtung, Burgboden! Kopfsteinpflaster und Schotter inklusive“ blieb der Abend stilvoll – aber bodenständig. 300 Gäste feierten teilweise bis in die Morgenstunden.

Festabend mit Ehrungen
Im festlichen Rahmen wurden zahlreiche Persönlichkeiten für ihr Engagement gewürdigt. Aus der Innung Freiburg erhielten Mirko Lauckner, Roland Sick, Peter Melcher, Michael Kliem und Jens Spengler die Silberne Ehrennadel als Anerkennung für ihre langjährige Tätigkeit im Vorstand. Christian Schneider wurde für sein umfassendes ehrenamtliches Wirken sowohl im Vorstand als auch in der Funktion des Obermeisters geehrt.
Rüdiger Fischer aus der Innung Konstanz wurde mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet und zugleich feierlich aus seinem Amt als Obermeister verabschiedet. Auch langjährige Treue und Einsatz wurden honoriert: Sandra Heim und Tobias Hauptmann erhielten Auszeichnungen für jeweils 30 Jahre engagierte Arbeit beim Landesinnungsverband sowie im Dachdecker-Bildungszentrum Baden-Württemberg.
„Lust am Fortschritt, Last im Alltag“
Ein gut gelaunter Christoph Schendel begrüßte am Samstagmorgen unter anderem den stellvertretenden Landesinnungsmeister aus Hessen, Florian Häßner, und den Ehrenlandesinnungsmeister Baden-Württemberg, Hans-Peter Kistenberger.
Eine Podiumsdiskussion zum Thema Digitalisierung nahm den thematischen Faden vom Vortag auf. Bei der Auswahl der Referenten hatten die Veranstalter ein gutes Händchen: Andreas Mertl, David Leppert, Simon Bachofer und Edgar Kümmerle berichteten anschaulich und praxisnah von ihren unterschiedlichen Erfahrungen bei der Umsetzung von KI-Tools.
Außerdem waren die Unternehmer ein beeindruckender Ausweis für die nächste Betriebsinhaber-Generation sowie ein junges, innovatives und zukunftsgewandtes Dachdeckerhandwerk in Baden-Württemberg.

Ein klares Plädoyer für das papierlose Büro kam von David Leppert, der sein Unternehmen komplett umgestellt hat: „Vieles geht einfach verloren, wenn es nicht schriftlich vorliegt. Alles, was man digitalisieren kann, geht mit der KI besser. Die Fehlerquellen sind wir als Anwender“, so Leppert. Auch Andreas Mertl aus Bayern setzt schon länger auf KI-Tools: „Auf der Website kann der Kunde bei mir einen Termin buchen und erste Fragen stellen. Das geht bis zur Angebotserstellung inklusive Nachfassen, plus Video. Das spart eine Menge Zeit", betonte Mertl.
Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 06. 2026.
