Eine Gruppe von fünf Männern sitzt auf einer Bühne bei einer Paneldiskussion über Digitalisierung.
Edgar Kümmerle, Andreas Mertl, Simon Bachofer und David Leppert berichteten anschaulich über ihre Erfahrungen mit dem papierlosen Büro, rechts Christoph Schendel.

Markt 2026-05-11T14:28:05.559Z Digitalisierung geht besser mit KI

Ulm: Materialpreise, Nachwuchssorgen und Angebotsstau – der Druck auf die Betriebe steigt. Auf dem Landesverbandstag der Baden-Württembergischen Dachdecker prüften die Teilnehmer, welche KI-Tools helfen können. Eine Podiumsdiskussion machte die Vorteile deutlich.

Der Verbandstag in Ulm adressierte die Kernprobleme: Neben den seit Wochen rasant gestiegenen Materialpreisen belasten Angebotsmengen und Dokumentationspflichten die Unternehmer. KI-Tools können Dachdeckern helfen, Standardprozesse zu vereinfachen. Somit war Künstliche Intelligenz als thematischer Schwerpunkt des Landesverbandstags der Baden-Württembergischen Dachdecker gut gewählt.

Gestartet wurde am Freitagmittag im „Haus der Begegnung“ mit der Mitgliederversammlung. Christoph Schendel, zugleich Obermeister der Dachdecker-Innung Ulm, stand als stellvertretender Landesinnungsmeister zur Wiederwahl und wurde von den Mitgliedern einstimmig bestätigt.

Kurze Impulse statt langer Vorträge

Ulm war zudem Startschuss für ein neues Format der Baden-Württembergischen Dachdecker. „Wir wollen den Mitgliedern noch einfachere, schnellere Informationen bieten – so wenig wie möglich Formalien, mehr Interaktion und Netzwerken“, erläuterte Landesinnungsmeister Karl-Heinz Krawczyk das Konzept. Das wurde direkt sichtbar, der Saal im Haus der Begegnung war mit rund 180 Gästen gut gefüllt.  Die Bühne stand am Nachmittag Agenturen und Dienstleistern zur Verfügung. In kurzen Pitches wurden digitalen Angebote zu Dachaufmaß, mobile Geräteverwaltung, Baustellenverwaltung oder Fotodokumentation vorgestellt.

Zwei Männer stehen auf einer Bühne und halten Mikrofone, während sie miteinander diskutieren. Im Hintergrund ist ein Plakat mit der Aufschrift "Die Energie kommt von der Sonne. Die Kraft von dir." zu sehen.
Christoph Schendel und Karl-Heinz Krawczyk stellten das neue Format vor. (Quelle: DDH)

Parallel zum Marktplatz gab es ein Begleitprogramm für Partnerinnen: Eine anregende Stadtführung durch Ulm machte die Schwabenstadt zum Erlebnis.

Der Abend gehörte dann dem Festabend der Dachdecker-Innung Ulm auf der Wilhelmsburg: Mit Dresscode Schwarz/Weiß und dem deutlichen Hinweis „Achtung, Burgboden! Kopfsteinpflaster und Schotter inklusive“ blieb der Abend stilvoll – aber bodenständig. 300 Gäste feierten teilweise bis in die Morgenstunden.

Eine Gruppe von sechs Personen steht auf einer Bühne, eine Frau in der Mitte hält einen Preis und einen Blumenstrauß.
Sandra Heim und Tobias Hauptmann (Mitte) erhielten Auszeichnungen für jeweils 30 Jahre engagierte Arbeit beim Landesinnungsverband sowie im Dachdecker-Bildungszentrum Baden-Württemberg. (Quelle: LIV Dachdecker BW)

Festabend mit Ehrungen

Im festlichen Rahmen wurden zahlreiche Persönlichkeiten für ihr Engagement gewürdigt. Aus der Innung Freiburg erhielten Mirko Lauckner, Roland Sick, Peter Melcher, Michael Kliem und Jens Spengler die Silberne Ehrennadel als Anerkennung für ihre langjährige Tätigkeit im Vorstand. Christian Schneider wurde für sein umfassendes ehrenamtliches Wirken sowohl im Vorstand als auch in der Funktion des Obermeisters geehrt.

Rüdiger Fischer aus der Innung Konstanz wurde mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet und zugleich feierlich aus seinem Amt als Obermeister verabschiedet. Auch langjährige Treue und Einsatz wurden honoriert: Sandra Heim und Tobias Hauptmann erhielten Auszeichnungen für jeweils 30 Jahre engagierte Arbeit beim Landesinnungsverband sowie im Dachdecker-Bildungszentrum Baden-Württemberg.

„Lust am Fortschritt, Last im Alltag“

Ein gut gelaunter Christoph Schendel begrüßte am Samstagmorgen unter anderem den stellvertretenden Landesinnungsmeister aus Hessen, Florian Häßner, und den Ehrenlandesinnungsmeister Baden-Württemberg, Hans-Peter Kistenberger.

Eine Podiumsdiskussion zum Thema Digitalisierung nahm den thematischen Faden vom Vortag auf. Bei der Auswahl der Referenten hatten die Veranstalter ein gutes Händchen: Andreas Mertl, David Leppert, Simon Bachofer und Edgar Kümmerle berichteten anschaulich und praxisnah von ihren unterschiedlichen Erfahrungen bei der Umsetzung von KI-Tools.

Außerdem waren die Unternehmer ein beeindruckender Ausweis für die nächste Betriebsinhaber-Generation sowie ein junges, innovatives und zukunftsgewandtes Dachdeckerhandwerk in Baden-Württemberg.

Ein großer Konferenzraum mit vielen Menschen, die an langen Tischen sitzen und einem Vortrag zuhören.
Rund 180 Gäste informierten sich am Freitag über digitale Lösungen im Dachdeckerhandwerk. (Quelle: DDH)

Ein klares Plädoyer für das papierlose Büro kam von David Leppert, der sein Unternehmen komplett umgestellt hat: „Vieles geht einfach verloren, wenn es nicht schriftlich vorliegt. Alles, was man digitalisieren kann, geht mit der KI besser. Die Fehlerquellen sind wir als Anwender“, so Leppert. Auch Andreas Mertl aus Bayern setzt schon länger auf KI-Tools: „Auf der Website kann der Kunde bei mir einen Termin buchen und erste Fragen stellen. Das geht bis zur Angebotserstellung inklusive Nachfassen, plus Video. Das spart eine Menge Zeit", betonte Mertl.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 06. 2026.

Eine Gruppe von Menschen steht um einen Tisch und diskutiert über ein Tablet.
Testen und prüfen: Dachdeckerinnen und Dachdecker im Gespräch mit den digitalen Dienstleistern. (Quelle: DDH)

zuletzt editiert am 12. Mai 2026