Umsatzsteigerung im Coronajahr: Diesen Erfolg verdankte die Branche neben der disziplinierten Umsetzung betrieblicher Konzepte nicht zuletzt dem Umstand, dass die meisten Arbeiten – wie auf dem Archivbild zu sehen  – außerhalb geschlossener Räume stattfinden.  Foto: Braas
Umsatzsteigerung im Coronajahr: Diesen Erfolg verdankte die Branche neben der disziplinierten Umsetzung betrieblicher Konzepte nicht zuletzt dem Umstand, dass die meisten Arbeiten – wie auf dem Archivbild zu sehen – außerhalb geschlossener Räume stattfinden. Foto: Braas

Markt

29. March 2021 | Teilen auf:

Marktentwicklung Dachdeckerhandwerk 2020: Unerwartetes Wachstum

Der Pandemie zum Trotz hat das Dachdeckerhandwerk ein überraschend gutes Jahr 2020 erlebt. Aktuelle Zahlen und der ZVDH-Geschäftsbericht zeigen die Ursachen.

Kaum jemand hätte diesen Satz im vergangenen Frühjahr für möglich gehalten, aber genau so steht er im Kapitel „Volks- und Betriebswirtschaft“ des aktuellen Geschäftsberichts des ZVDH: „Wesentliche Effekte der Corona-Krise auf Umsatz und Beschäftigung konnten im Jahr 2020 nicht beobachtet werden“, fasst Autor Felix Fink die Situation des Dachdeckerhandwerks rückblickend zusammen. Und kann das natürlich auch mit Zahlen belegen. Wie konnte es, im positiven Sinne, dazu kommen?

Hier einige Faktoren, die der Bericht aufführt:

Eine gute Basis: Viele Dachdeckerbetriebe gingen mit einem großen Auftragspolster in das Jahr. Damit konnte die Auftragszurückhaltung der Monate April und Mai überwiegend aufgefangen werden.

Verantwortungsbewusstes Handeln: Dachdeckerbetriebe stellten ihre Anpassungsfähigkeit unter Beweis. Behördliche Vorgaben wurden direkt und diszipliniert umgesetzt.

Glück: Schnell wurde deutlich, dass die Ansteckungsgefahr außerhalb von geschlossenen Räumen um ein Vielfaches geringer ist. Und dem Dachdeckerhandwerk wurden keine regulatorischen Steine in den Weg gelegt, die über das Ziel hinausschossen.

Freie Bahn: Mehr noch – dank relativ leerer Innenstädte kamen Dachdeckerbetriebe gut an ihr Ziel und die Baustellenlogistik lief reibungslos.

Gutes Wetter: Wenig Niederschläge und keine andauernden Hitzeperioden ermöglichten ein gutes Arbeitsaufkommen über das Sommerhalbjahr hinweg.

Lieferfähigkeit von Industrie und Handel: Auch hier trafen erste Befürchtungen nicht ein – die Partner der Dachdecker blieben durchgehend lieferfähig.

Gesamtumsatz wächst auf über elf Milliarden Euro

Gänzlich sorgenfrei lief auch für die Dachdeckerbranche das Jahr nicht ab. Neben den aufwendigen Maßnahmen selbst zeigen auch die Zahlen des Statistischen Bundesamts, dass es durchaus Schwankungen unterlag.

Der ZVDH schreibt dazu in seinem aktuellen Konjunkturbericht: „Das Statistische Bundesamt meldete für das 1. Quartal eine Zuwachsrate von 13,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, danach folgten für das 2. und 3. Quartal Werte von +3,4 % und –0,4 %. Nach diesen sichtbaren Bremsspuren brachte das 4. Quartal mit einem Plus von 13,3 % noch einmal einen kräftigen Schub. Die Erklärung hierfür: Wegen der zum Jahresende auslaufenden Absenkung des Umsatzsteuer-Regelsatzes gab es in starkem Maße Vorzieheffekte bei Baumaßnahmen im privaten Bereich und beim Wohnungsbau. Somit konnte das Gesamtergebnis bei den Umsatzerlösen noch einmal deutlich verbessert werden.“

Insgesamt verzeichnete der Gewerbezweig Dachdeckerhandwerk 2020 einen Gesamtumsatz von 11,4 Milliarden Euro, ein Umsatzzuwachs von +7,0 % gegenüber 2019.

Das Ergebnis überrascht umso mehr, da das Dachdeckerhandwerk bereits in den vergangenen zwei Jahren hohe und gestiegene Vorjahresumsätze erzielen konnte.

Malte von Lüttichau

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 05.2021.