Die vertikale Innenraumbegrünung in den Räumlichkeiten des Projektbauspezialisten Brüninghoff sowie die Brettsperrholzdecke, welche besonders im Fokus des Untersuchung stand.
Nachhaltiges Bauen und natürliche Materialien: Besonders die Brettsperrholzdecke des Forscherhauses stand im Fokus der Untersuchung. (Quelle: Brüninghoff)

Nachhaltigkeit

10. December 2021 | Teilen auf:

Masterarbeit der TH Köln: Effekte von Grünpflanzen in Holzgebäuden

Pflanzen finden zunehmend als vertikale Innenraumbegrünung in Büro- und Verwaltungsgebäuden ihren Platz – so auch in Objekten, die in Holz- oder Holz-Hybridbauweise realisiert wurden. Vor diesem Hintergrund widmet sich eine aktuelle Masterarbeit der TH Köln den Einflüssen einer großflächigen vertikalen Innenraumbegrünung auf die Raumluftqualität in einem Holzgebäude sowie auf die Holzfeuchte angrenzender Bauteile. Die Untersuchungen wurden durchgeführt in den Räumlichkeiten des Projektbauspezialisten Brüninghoff im münsterländischen Heiden.

Ob im Einkaufszentrum oder dem Großraumbüro: Großflächige vertikale Pflanzsysteme – sogenannte Grünwände – kommen verstärkt zum Einsatz und sorgen für ein angenehmeres Raumklima. Im Gegensatz zu künstlich konservierten Mooswänden handelt es sich bei vertikaler Innenraumbegrünung um eine intakte, lebendige Struktur. Die Grünwand besteht aus abwechslungsreichen Mischkulturen tropischer und subtropischer Blattpflanzen.

Nischenthema mit System

Obwohl es sich bei vertikaler Innenraumbegrünung (noch) um ein Nischenthema handelt, wurden in den letzten Jahren von verschiedenen Herstellern Wandbegrünungs-Systeme in diversen Ausführungen entwickelt. Bei dem im Rahmen der Forschungsarbeit eingesetzten System der Vertiko GmbH aus Buchenbach in Baden-Württemberg kommt ein vliesbasierter Ansatz zum Tragen. Das Living-Wall-System des Herstellers bildet eine innenraumseitige vorgehängte, hinterlüftete Fassade, ohne direkten Kontakt der Pflanzen zur tragenden Wand. Die Metallkonstruktion ist korrosionsbeständig und ermöglicht eine optimale Luftzirkulation. Um weniger Raumtiefe einzunehmen, werden die Pflanzen – statt in einzelnen Kulturtöpfen – in flachen Taschen direkt in der Trägerschicht aus Vlies angeordnet.

Grüner Akzent für das Forscherhaus

Die circa neun Quadratmeter große Vertikalbegrünung wurde in einem 110 Quadratmeter großen Besprechungsraum montiert. Die Grünwand befindet sich im sogenannten Forscherhaus des Projektbauspezialisten Brüninghoff. Das Gebäude basiert auf einem Mockup. Die Konstruktion des Forscherhauses aus Holzrahmenbau (Wände) und Holzmassivbau (Decken) präsentiert somit einen ressourcenschonenden Ansatz: Nicht nur das Mockup wurde wiederverwendet, sondern auch die Baumaterialien im Rohzustand belassen. So ist die Oberfläche des Holzes unbehandelt, Decken sind unverputzt, Elektroleitungen auf Putz verlegt. Zumal es sich um ein Holzgebäude mit sichtbarer Brettsperrholzdecke handelt, ist die mögliche Beeinflussung der Holzfeuchte in der Decke über der Pflanzenwand von besonderem Interesse.

zuletzt editiert am 10.12.2021