Die Prüfungs- und Klassenbesten der Prüfungen im Bildungsgang Fachleiter für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik und Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk am BBZ Mayen im Mai 2022.
Die Prüfungs- und Klassenbesten der Prüfungen am BBZ Mayen. (Quelle: DDH)

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23. May 2022 | Teilen auf:

Kopf, Herz und Hand der Klimawende

Meisterfeier: Rund 400 Gäste bildeten den eindrucksvollen Rahmen für die Übergabe der Meisterbriefe am 21. Mai 2022 am BBZ Mayen. Prüfungsbester wurde Max Hellgoth, seine letzte Prüfung nahm Karl-Heinz Bischoff als Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses ab.

Endlich wieder volles Haus – das dachten die meisten der 400 Gäste bei der Übergabe der Meisterbriefe am Bundesbildungszentrum Mayen, Ende Mai. BBZ-Geschäftsführer Rolf Fuhrmann führte souverän und humorvoll durch das Programm und beglückwünschte die Meister*innen in der Aula. Zur Feier kamen viele prominente Gäste nach Mayen, unter anderem: ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk, der Landesinnungsmeister und Vorsitzende des Berufsbildungswerks Johannes Lauer, zusammen mit dem Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes Rheinland-Pfalz, Andreas Unger, der Oberbürgermeister der Stadt Mayen, Dirk Meid sowie der Bürgermeister Bernhard Mauel und der Vorsitzenden des Vereins ehemaliger Mayener Dachdeckerfachschüler, Artur Wierschem.

BBZ-Geschäftsführer Rolf Fuhrmann führte souverän und humorvoll durch das Programm. (Quelle: DDH)

Von Dirk Bollwerk kamen die ersten Grußworte. „Danke, dass ihr euch für den schönsten Handwerksberuf überhaupt entschieden habt: Das Dachdeckerhandwerk. Schön ist, dass wir uns nach all den Jahren unsere Arbeit noch ansehen können - das geht beim Bäckerhandwerk selten“, so Bollwerk humorvoll. „Seid stolz nach all den Entbehrungen, bildet aus und investiert in die neue Generation, gestaltet unsere Dachdecker-Gemeinschaft“, gab der ZVDH-Präsident den jungen Meister*innen mit auf den Weg.

Auch Mayens Oberbürgermeister Dirk Meid und Patrick Hübner, Pädagogischer Leiter am BBZ Mayen überbrachten ihre Grußworte.

Persönliche Einsichten aus seiner eigenen Meisterprüfung bot Dachdeckermeister Kurt Krautscheid, Präsident der HWK Koblenz, in seiner Festansprache. „Damals gab es weder Pandemie noch Online-Veranstaltungen, das war eine andere Zeit. Und trotz aller Widrigkeiten können sie stolz sein auf ihre Leistung. Selbst beim größten Problem der Wirtschaft, der Fachkräftesicherung, stehen wir im Vergleich gut dar. Seit fünf Jahren gehen die Ausbildungszahlen kontinuierlich nach oben. Im Vergleich zum letzten Ausbildungsjahr sind es aktuell 1.000 Jugendliche mehr, die in unserem Handwerk ausgebildet werden. Insgesamt ist die Zahl der Lehrlinge bundesweit auf 8.734 gestiegen – ein Zehnjahreshoch“, so Krautscheid. Folgenden Appell richtete er an die Absolvent*innen: „Seien Sie Kopf, Herz und Hand dieser Zukunft, der Klimawende und der energetischen Neuausrichtung dieses Landes“.

Prüfungsbester: Max Hellgoth

Rockig angehaucht, sorgte die Band Sidewalk für ein musikalisches Zwischenspiel, bevor Fuhrmann zur Ehrung der Jahrgangsbesten des Studienganges zum „Staatlich anerkannten Fachleiter für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik“ mit gleichzeitiger „Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk“ sowie der „Meisterprüfung im Klempnerhandwerk“ kam.

Die Fachlehrer Hans-Werner Gimmnich, Jörg Schmitz und Ottmar Rühle überreichten gemeinsam mit Dirk Bollwerk und Kurt Krautscheid die Schulabschlusszeugnisse und die Meisterbriefe.

Prüfungsbester Max Hellgoth mit HWK-Koblenz-Präsident Kurt Krautscheid (Quelle: DDH)

Prüfungsbester wurde Max Hellgoth aus Biberach mit 91,5 Punkten, gefolgt von Artjom Schweizer mit 89,3 und Yannic Tatarinowitsch mit 89,1 Punkten. Der Prüfungsbeste der Klempnermeister wurde mit 88,5 Punkten Patrick Buschak.

Mit einer Bestandsquote von 91 % in der Dachdeckermeisterprüfung und 79,3 % in der Fachleiterprüfung endete das Dachdeckermeister- und Fachleiterstudium. Der Vorbereitungslehrgang auf die Teile I und II der Klempnermeisterprüfung schloss mit einer Bestehensquote von 100 % ab – die gesamte Statistik lesen Sie im separaten Kasten.

Ehrung für Karl-Heinz Bischoff

Seine letzte Prüfung absolvierte der Vorsitzende des Meisterprüfungsausschusses Karl-Heinz Bischoff. Kurt Krautscheid war es vorbehalten, Bischoffs Werdegang zu würdigen und zu ehren. „Obwohl du dich gut gehalten hast, bist du jetzt ein Stück Geschichte des Dachdeckerhandwerks. Du hast Deinem Handwerk viel geschenkt“, so Krautscheid. Auch Hubertus Bialas Zeit als Vorsitzender des Fachleiter-Prüfungsausschusses endete. Fuhrmann überreichte ihm als Dank einen Ammoniten.

Namenschild aus Holz

Einen neuen Preis stellte Fachlehrer Jörg Schmitz vor. Seit einigen Jahren gibt es unter den Meisterschülern den Wettbewerb um das schönste Namenschild. „Dass das Handwerk gerade mit dem Begriff Kunst in Verbindung gebracht wird, passt perfekt zum Dachdeckerhandwerk.“ Den Preis erhielt Karl Schäfer, der sich für eine Holztafel entschieden hatte.

Fachleiter Jörg Schmitz mit dem Gewinner des schönsten Namenschilds Karl Schäfer (Quelle: DDH)

„„Netflix schauen unter der Bank“ und andere Rituale: Einen launigen Rückblick aus der Perspektive der ehemaligen Schüler*innen gab Vincent Tebest. „Wir sind Meister*innen - ein Hoch auf uns. Neun Monate mit Maske, das war alles andere als angenehm. Dennoch haben wir es auch Dank des tollen Teams des BBZ geschafft, vielen Dank“, so Tebest.

Fuhrmann beendete das offizielle Programm und bedankte sich bei den Meister*innen für die gute Zusammenarbeit, den Familien für die Geduld und den Angereisten für die Teilnahme an der feierlichen Stunde. Der Ausklang des Tages fand in den Werkhallen statt, wo sich die Familien der erfolgreichen Absolvent*innen und die Ehrengäste mit musikalischer Umrahmung und Speis und Trank die Werk- und Meisterstücke anschauen konnten.

zuletzt editiert am 30.05.2022