Messe: Zu viele Aufträge, wenig Mitarbeiter, immer mehr Technik, Betriebe arbeiten oft am Limit. Auf der DACH+HOLZ 2026 lag der Fokus auf Services und Workspaces, die den Alltag erleichtern. Mit 55.933 Fachbesuchern zählt die Messe zu den erfolgreichsten Veranstaltungen ihrer Geschichte.
Die Messe DACH+HOLZ International startete 2026 mit klarer Ansage: Nachhaltigkeit, Digitalisierung, KI, Arbeitsschutz und Fachkräftegewinnung waren die zentralen Belastungsfaktoren – und genau dazu liefert die Messe Lösungen. Köln war damit erneut der Ort, an dem sich entscheidet, wie der Betrieb in den nächsten Jahren technisch und organisatorisch aufgestellt ist. Und die Erwartungen wurden sogar übertroffen: Mit 55.933 Fachbesuchern zählt die Messe zu den erfolgreichsten Veranstaltungen ihrer Geschichte. Am Standort Köln ist sie damit die stärkste Ausgabe seit Bestehen und übertrifft die bisherige Bestmarke von 47.000 Gästen aus dem Jahr 2014 deutlich.
Insgesamt präsentierten sich 564 Aussteller aus 28 Ländern auf 71.000 Quadratmetern Bruttofläche in vier Hallen sowie im Freigelände.

Workspaces: Praxis statt Phrasen
Die Workspaces sind für die Besucher der DACH+HOLZ seit einigen Jahren schon Impulsgeber. Auch dieses Mal spielten sie eine zentrale Rolle: Im Workspace Zukunft drehte sich alles um KI, digitale Prozesse und neue Geschäftsmodelle – Dachdecker konnten hier live erleben, wie Assistenzsysteme, smarte Tools und spezialisierte Software den Büro- und Baustellenalltag verschlankt. DDH Autor Volker Blees berichtete, wie er im Unternehmen einen Sprachassistenten nutzt. In Halle 8 fanden die Workspaces zum Thema Retention statt. Jörg Ewald und Felix Moll schilderten anschaulich, welche Vorteile Retentionsdächer haben.

Solar deutlich weniger
Außerdem referierten Dachdeckerinnen und Dachdecker über ihre Erfahrungen als Gründer und Unternehmer. Dabei ging es darum, wie man als Dachbetrieb auch in unsicheren Zeiten profitabel bleibt.
Der Bereich Solar bleibt für Dachdecker ein Wirtschaftszweig, der Geduld fordert. Die auf den letzten Messen vorgestellten großflächigen Indach-Lösungen, vorwiegend aus dem benachbarten Ausland, waren deutlich weniger präsent. Der kurze Solar-Boom scheint schon wieder vorbei zu sein.

Start-ups Area auf größerer Fläche
Die Startup & Innovation Area, diesmal in Halle 9, hat sich zum echten Problemlöser-Park entwickelt. Die vergrößerte Fläche zeigte damit klar: Innovation heißt für Dachdecker 2026 nicht „nice to have“, sondern direkte Entlastung bei Büroarbeit, Sicherheit und Montage. Rund 30 Startups und Unternehmen präsentierten Lösungen, die direkt an den Engpässen auf Baustelle und im Büro ansetzen. Aus Dachdeckersicht besonders relevant: Anwendungen mit KI-gestützter Automatisierung von Kalkulation und Dokumentation zum Beispiel für Angebote, Nachträge und Dokumentationen. Und neue Produkte und Helfer im Bereich Arbeitssicherheit – ein guter Trend, der hoffentlich einigen Betrieben das Thema Sicherheit auf der Baustelle erleichtert.
Der Start-up & Innovation Award ging an die Fixpod GmbH für eine patentierte Verbindungslösung im Holzbau, die revisionslose Installationsrohrübergänge ermöglicht und Prozesse sowie die Arbeitssicherheit verbessert.
KI im Fachregelwerk: Sichere Wissensbasis
Ein viel diskutiertes Highlight war die neue KI-Integration in das Fachregelwerk des Dachdeckerhandwerks, die RM Rudolf Müller Medien mit „DDH im Zentrum“ in Halle 6, Stand 404, als Beta-Version präsentierte. Der Clou: Ein KI-Assistent beantwortete konkrete Fragen zum Fachregelwerk direkt, dialogbasiert und praxisnah. Dabei greift die KI ausschließlich auf die Inhalte des Fachregelwerks zurück – inklusive Quellenangaben. Externe Quellen aus dem Internet werden nicht herangezogen, sodass keine „Halluzinationen“ entstehen.
Dachdeckermeister und Fachbuchautor Lars Donath brachte das Steildach direkt auf den Messestand. Gemeinsam mit Azubis und interessierten Dachdeckern bearbeitete er Biberschwanzziegel – live, mit Haubrücke und Hammer. So entstanden kleine Ornamente und Detailstücke, die zeigen, wie viel handwerkliche Finesse im Ziegeldach steckt. Zusätzlich fertigte Donath Pfeifen aus Metall – ein Eyecatcher, der Materialbeherrschung demonstrierte und für akustische Aufmerksamkeit in der Halle sorgte.

Für fachlichen Austausch und zusätzliche Impulse sorgten zudem unsere Messerundgänge. Angeführt von Influencerin Anna-Lena sowie den Redaktionen von bauen mit Holz, Der Zimmermann und DDH besuchten wir ausgewählte Aussteller, analysierten deren Produktneuheiten und nahmen technische Details sowie Anwendungsbereiche gezielt unter die Lupe.
Rennsimulatoren im Schnitzeljagd-Format
Der Community-Bereich im Freigelände diente als Treffpunkt für Austausch und Live-Content. Dort präsentierte sich unter anderem der neu gegründete Verein Rooftop. Musikalisch unterstützt sorgten die Dachdecker für viel Aufmerksamkeit und großen Andrang bis in den frühen Abend.


Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 03. 2026.