Die vorgehängten Rinnen der Dachentwässerung werden durch das Hauptgesims verdeckt, sind aber im Sinne der harmonischen Ansicht  trotzdem mit beschichtetem Titanzink ausgeführt. Foto: Rheinzink
Die vorgehängten Rinnen der Dachentwässerung werden durch das Hauptgesims verdeckt, sind aber im Sinne der harmonischen Ansicht trotzdem mit beschichtetem Titanzink ausgeführt. Foto: Rheinzink

Steildach

24. March 2021 | Teilen auf:

Metallisch in blassgrün

30.000m Bearbeitungslängen und 6 Monate Werkplanung und Arbeitsvorbreitung: Das Dach eines Wohnungsneubaus in Berlin erhielt eine Deckung aus beschichtetem Titanzink in blassgrün. Durch eine sorgfältige Vorbereitung vor Baubeginn, konnte die Firma Pause das sehr kleinteilige Dach komplett mit in der Werkstatt zugerichteten Scharen und Profilen decken.

In der Nähe des Kurfürstendamms ist am Hochmeisterplatz in Berlin der Neubau eines Wohngebäudes entstanden, dessen Architektur klassische Elemente der Dach- und Fassadengestaltung aufgreift, sie dabei aber gleichzeitig mit einem eindeutig modernen Touch weiterentwickelt. Das Architekturbüro Hilmer Sattler Architekten Ahlers Albrecht entwarf einen siebengeschossigen U-förmigen Baukörper, der rückseitig einen ruhigen Innenhof umschließt und seinen Höhepunkt in der zum Hochmeisterplatz ausgerichteten Vorderseite findet.

Grüne Patina als Vorbild

Ideengeber und Vorbild für das Dach war die für den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf prägende gründerzeitliche Bebauung, in der hervorgehobene Bauformen wie Gebäudeecken, Risalite oder Erker mit einer besonderen Dachdeckung betont wurden. Historisch handelte es sich meist um Kupferblech, das heute durch die prägnante grüne Patina im Stadtraum hervorsticht. Auch für den Neubau am Hochmeisterplatz wurde zunächst vorpatiniertes Kupfer für die Dachdeckung ins Auge gefasst. Jedoch kam es dazu wegen der Kosten, aber auch wegen der umfangreichen erforderlichen Zusatzmaßnahmen im Hinblick auf die Korrosionsbeständigkeit der Befestigungsmittel, der Regenentwässerung sowie anderer Bauteile nicht. Mit Titanzink in der individuell vereinbarten Sonderfarbe „Blassgrün“ (RAL 6021) konnte Hilmer Sattler Architekten Ahlers Albrecht die Entwurfsidee schließlich aber trotzdem umsetzen.

Ohne Abkantbank auf der Baustelle

Die Titanzink-Deckung wurde als hinterlüftetes Dach auf der Stahlbetonkonstruktion des obersten Geschosses ausgeführt. Die wie ein Mansarddach wirkenden Flächen zur Straße und zum Hof haben eine Neigung von 60°. Oberseitig schließt sich ein vertieft liegendes Flachdach mit Begrünung und Dachterrassenbereichen. Pause Dachdecker - Maurer GmbH aus Berlin führte sowohl das rund 1.300 m² Flachdach als auch die für den Gebäudeeindruck so wichtigen Spenglerarbeiten auf den etwa 1.200 m² großen Steildachflächen aus. Vor der eigentlichen Ausführung stand für das Unternehmen jedoch die umfangreiche Werkplanung und Arbeitsvorbereitung an, die wegen der Komplexität und des Schwierigkeitsgrades in diesem Fall sechs Monate Zeit benötigte.

Ein Aufwand, der sich gelohnt hat, wie Torsten Rotheudt im Interview auf den ab Seite xx beschreibt. So war es durch sorgfältige Vorbereitung möglich, den gesamten Abbund sowie alle Titanzinkteile in der Werkstatt vorzufertigen und passgenau auf die Baustelle zu liefern. In der Summe waren allein für das Blech rund 30.000 m Bearbeitungslängen zu bewältigen. Am Ende passte alles exakt, sodass auf der beengten innerstädtischen Baustelle keine zusätzliche Abkant- und Profiliertechnik vorgehalten werden musste.

Fein abgestufte Profilierung

Auf dem Stahlbeton und der Dampfsperre kam ein klassischer hinterlüfteter Aufbau aus 16 cm hohen Sparren mit mineralischer Vollsparrendämmung sowie Unterspannbahn, Konterlattung und Schalung zum Einsatz.

Die vorgefertigten Schare wurden auf einer strukturierten Trennlage verlegt und auf den steil geneigten Flächen im Winkelstehfalz untereinander verbunden.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in  DDH 05.2021