Ein eleganter Mann mit Brille und Anzug lächelt in die Kamera.
Quelle: Sabine Finger

Bayern 2026-06-03T07:17:47.125Z Nachruf A. Ewald Kreuzer

A. Ewald Kreuzer, Ehren-Landesinnungsmeister des Bayerischen Dachdeckerhandwerks, ist am 27. Mai 2026 überraschend im Alter von 70 Jahren verstorben.

Herr Kreuzer prägte über Jahrzehnte hinweg das Dachdeckerhandwerk bundesweit in herausragender Weise. Mit großem persönlichem Engagement setzte er sich für die Interessen des Berufsstandes, die berufliche Bildung, die Nachwuchsförderung sowie für Sicherheit und Qualität am Bau ein.

Schon seit 1984 hatte sich Ewald Kreuzer ehrenamtlich für seinen Berufsstand engagiert. Von 1993 bis 2005 war er Obermeister der Dachdecker-Innung Oberpfalz und Kreis Kelheim, zugleich von 1996 bis 2005 stellvertretender Landesinnungsmeister des Bayerischen Dachdeckerhandwerks, ehe er von 2005 bis 2024 als Landesinnungsmeister an der Spitze dieses Verbandes stand. Nahezu zwei Jahrzehnte führte er diesen mit hoher fachlicher Kompetenz, Weitblick und großer Verbundenheit zum Handwerk. Wichtig war ihm, den Verband zu einem qualitätsbewussten und modern ausgerichteten Landesinnungsverband zu formen. Nach dem Ausscheiden wurde er einstimmig zum Ehren-Landesinnungsmeister ernannt. Ehren-Obermeister seiner Heimatinnung war er bereits seit 2006.

Besonders am Herzen lagen ihm die Aus- und Weiterbildung des Berufsnachwuchses sowie die Sicherung hoher Qualitätsstandards im Dachdeckerhandwerk. Er engagierte sich intensiv für moderne Ausbildungsstrukturen und in der Weiterentwicklung des Kompetenzzentrums Dachtechnik in Waldkirchen. Dort sprach er selbst von einem „Meilenstein für das Bayerische Dachdeckerhandwerk“.

Nicht nur als Dachdeckermeister, sondern auch als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Dachdeckerhandwerk brachte Kreuzer sein umfassendes Fachwissen weit über die Grenzen Bayerns hinaus ein. Gleichzeitig war er Gründer eines erfolgreichen Dachdeckerbetriebes in Neumarkt.

Ewald Kreuzer brachte sich zudem in den Ausschüssen des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks ein: So wirkte er mit im Fachausschuss Berufsbildung und war als Gastmitglied im Fachausschuss Umwelt-, Arbeits- und Unfallschutz vertreten. Vor allem aber prägte er viele Jahre den Fachausschuss Tarif- und Sozialpolitik als dessen stellvertretender Vorsitzender und nahm maßgeblich Einfluss auf zahlreiche Tarifverhandlungen. Als Landesinnungsmeister hat er in den Mitgliederversammlungen des ZVDH die Interessen der bayerischen Dachdeckerbetriebe vertreten. Hier brachte er sein fundiertes Fachwissen ein: immer sachlich und ruhig, aber bestimmt. Sein Wort galt viel.

Darüber hinaus war Kreuzer fast 20 Jahre in den Vorstands- und Aufsichtsratsgremien der Sozialkassen des Dachdeckerhandwerks tätig.

Ein weiterer Schwerpunkt war sein langjähriges Engagement bei der Berufsgenossenschaft Bau. Dort war er Arbeitgebervertreter und Mitglied des Vorstands. Mit Nachdruck setzte er sich für Arbeitsschutz, Prävention und Gesundheitsvorsorge auf Baustellen ein. Für ihn war Arbeitsschutz nicht nur gesetzliche Verpflichtung, sondern Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit der Branche. In Beiträgen und Interviews warb er stetig dafür, Sicherheit und Gesundheitsschutz bereits in der Planung von Bauvorhaben mitzudenken.

Für seine herausragenden Verdienste um das Handwerk wurde A. Ewald Kreuzer u.a. mit der Ehrennadel mit Eichenlaub, der Goldenen Ehrennadel des Dachdeckerhandwerks sowie mit der Goldenen Ehrennadel des Bayerischen Handwerks ausgezeichnet. In den Laudationes wurde stets sein Einsatz für die Nachwuchsförderung sowie die hohe Qualität von Berufsbildung und Berufsausübung hervorgehoben.

Mit Ewald Kreuzer verliert das Dachdeckerhandwerk eine prägende Persönlichkeit, einen engagierten Interessenvertreter und einen überzeugten Förderer des handwerklichen Nachwuchses. Sein Wirken wird lange nachhallen. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

zuletzt editiert am 03. Juni 2026
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