Dachdecker geben sich Ziegel in die Hand.
Seit 2022 mehr in der Tasche: Der Mindestlohn 1 beträgt für ungelernte Arbeitnehmer ab 1. Januar 2022 zunächst 13,00 Euro pro Stunde. (Quelle: DDH)

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04. January 2022 | Teilen auf:

Mehr Geld für Dachdecker

Am 28. Dezember 2021 ist im Bundesanzeiger der Erlass der Elften Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen für das Dachdeckerhandwerk bekanntgemacht worden.

Der Mindestlohn 1 beträgt für ungelernte Arbeitnehmer ab 1. Januar 2022 zunächst 13,00 Euro pro Stunde. Er steigt ab 1. Januar 2023 auf 13,30 Euro pro Stunde. Für ausgebildete Arbeitnehmer (Gesellen) beträgt der Mindestlohn 2 ab sofort 14,50 Euro pro Stunde. Zum 1. Januar 2023 wird er auf 14,80 Euro pro Stunde angehoben.

Der ZVDH und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hatten den Antrag direkt im Nachgang zum Tarifabschluss am 16. Juli 2021 beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) eingereicht. Die Verordnung ist am 1. Januar 2022 in Kraft getreten und hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2023. Der Vorgänger-Branchenmindestlohntarifvertrag war mit Ablauf des 31. Dezember 2021 außer Kraft getreten.

Erweiterung der Ausnahmetatbestände beim Geltungsbereich des Tarifvertrags

In den Geltungsbereich des Tarifvertrags fallen alle gewerblichen Arbeitnehmer von Betrieben und selbstständigen Betriebsabteilungen des Dachdeckerhandwerks im Sinne des betrieblichen Geltungsbereichs des Rahmentarifvertrags. Nicht erfasst werden Schüler an allgemeinbildenden Schulen mit Ausnahme der Schüler an Abendschulen und -kollegs sowie Schulabgänger, die innerhalb von zwölf Monaten nach Beendigung ihrer Schulausbildung bis zu einer Gesamtdauer von 70 Arbeitstagen (bisher: 50 Arbeitstage) beschäftigt werden. Von der Mindestlohnpflicht sind auch Personen ausgenommen, die nachweislich aufgrund einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienverordnung ein Praktikum absolvieren. Außerdem werden gewerbliches Reinigungspersonal, das für Reinigungsarbeiten in Verwaltungs- und Sozialräumen des Betriebs beschäftigt wird, sowie gewerbliche Arbeitnehmer, die ausschließlich am Betriebssitz beschäftigt werden, nicht erfasst. Dies gilt allerdings nicht für den Bereich der Vorfertigung im Betrieb, d.h. hier ist der Mindestlohn zu zahlen. Das aktualisierte ZVDH-Infoblatt zu dem Thema mit unterschiedlichen Fallkonstellationen steht auch im Mitgliederbereich abrufbar.

Weitere Infos von der SOKA-Dach:

zuletzt editiert am 04.01.2022