Kombinierte Photovoltaik-/Solarthermie-Anlage auf dem Dach des Bildungszentrums des Berliner Dachdeckerhandwerks. Quelle: DDH LV Berlin
Kombinierte Photovoltaik-/Solarthermie-Anlage auf dem Dach des Bildungszentrums des Berliner Dachdeckerhandwerks. Quelle: DDH LV Berlin

Markt

07. June 2021 | Teilen auf:

Neues Energiewende- und Klimaschutzgesetz in Schleswig-Holstein – Dächer werden grün

Allerdings werden die Dächer nicht bepflanzt – sie werden mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Das Kabinett um Umweltminister Jan Philipp Albrecht hat mit dem neuen Klimaschutzgesetz eine PV-Pflicht für Nichtwohngebäude beschlossen. Weitreichende Ziele zum Klimaschutz und insbesondere zur Senkung von Treibhausgasemissionen sollen damit bis 2050 einfacher erreicht werden.

Beim Nachbarn Hamburg gibt’s das Gesetz schon länger – aber für nahezu alle Gebäude. Schleswig-Holstein will bei der Umsetzung der PV-Installation im nächsten Jahr erst einmal mit geeigneten Dachflächen von Neubauten und Renovierungen von mehr als 10% Dachfläche starten. Auch auf Parkplätzen mit über 100 Stellplätzen soll Photovoltaik installiert werden. Der Beschluss des Gesetzes soll bis zum Herbst dieses Jahres vorliegen.

Schritte in eine grüne Zukunft

Albrecht unterstreicht die Relevanz des neuen Gesetzes für den Klimaschutz und eine ökologisch wertvolle Zukunft an sich: "Heute ist ein wichtiger Tag für den Klimaschutz und die Energiewende in Schleswig-Holstein. Als Landesregierung legen wir ein ambitioniertes Gesetz vor, um der Jahrhundertaufgabe Klimaschutz und kommenden Generationen noch stärker als bisher gerecht zu werden", sagte er: "Dieses Gesetz schreibt das Drehbuch für eine gute ökonomische und ökologische Zukunft des Landes weiter."

Was steckt alles drin – was soll erreicht werden?

Neben einer PV-Pflicht für Nichtwohngebäude, Renovierungen und Parkplätze soll es außerdem Auflagen zu kommunalen Wärmeplänen geben. Damit sei der spätere Umstieg auf Erneuerbare Energien von 45% der Haushalte des Bundeslandes schon jetzt erleichtert.

Daneben sollen nach dem Austausch von vor 2009 eingerichteten Heizungsanlagen durch neue Anlagen mindestens 15% des jährlichen Energiebedarfs mit Erneuerbaren Energien abgedeckt werden. Auf Bundesebene besteht bereits eine vergleichbare Regelung.

Mithilfe dieser Pläne will das Land das Ziel der Senkung von Treibhausgasemissionen um 95% im Vergleich zu 1990 erreichen. Laut Albrecht biete das Vorgehen erhebliche Vorteile; das Potenzial des Bundeslandes zum Klimaschutz könnte so viel besser ausgeschöpft werden: "Ein ambitionierter Ausbau der Photovoltaik ist für die Erreichung der Klimaschutzziele dringend erforderlich. Aktuelle Studien sehen ein Potenzial der Photovoltaik auf Gebäuden in Schleswig-Holstein von 7 bis 9 GW vor, derzeit sind nur 1,1 GW realisiert. Dieses Potenzial wollen wir heben."

Echt(e) grüne Ambitionen

Ganz nach dem Motto „Zuerst an die eigene Nase fassen“ hat die Landesregierung ebenfalls festgelegt, dass Landesliegenschaften bei Sanierungen und Neubauten stets mit Photovoltaik ausgestattet sowie klimafreundliche Baustoffe verwendet werden sollen.

Quelle: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung, Schleswig-Holstein.