Dachflächenfenster mittig in Photovolataik-Indachanlage integriert
Mit den neuen Eindeckrahmen lassen sich Dachfenster in Indach-PV-Anlagen verschiedener Hersteller integrieren. (Quelle: Velux)

Solar

12. July 2022 | Teilen auf:

PV-Module bei Indach-Systemen

Dachflächenfenster: Wenn PV-Module bei Indach-Systemen die klassische Dachdeckung ersetzen, müssen Dachfenster an die Module selbst angeschlossen werden. Die Entwicklung spezieller Eindeckrahmen ermöglicht Dachdeckern eine einfache und sichere Montage von Kombinationen aus Indach-PV-Modulen und Dachfenstern. 

Bei der Nutzung von Photovoltaik auf geneigten Dächern mit Aufdach-Systemen werden die PV-Module mithilfe einer Unterkonstruktion oberhalb der klassischen Dachdeckung montiert. Das Dach selbst und die Anschlüsse seiner Einbauteile bleiben davon weitgehend unberührt, sodass sich alle Dachfenster und Lichtlösungen mit den üblichen Eindeckrahmen in das Dach integrieren lassen.

Grafik: Schnitt durch seitlichen Fensteranschluss an Photovoltaikmodule
Schnitt durch den seitlichen Fensteranschluss. Rot dargestellt das Verbindungsprofil, das einen einfachen Toleranzausgleich ermöglicht, jedoch in jedem Fall mindestens 15 mm Überdeckung haben muss. (Quelle: Velux)

Fenstereinbau wie gewohnt

Die neuen Eindeckrahmen setzen ganz bewusst auf die bewährten Arbeitsschritte, wie sie bereits von den Eindeckrahmen für klassische Dachdeckungen bekannt sind. Der Dachfenstereinbau funktioniert dadurch auch in PV-Anlagen in der vertrauten Art und Weise, wie hier beispielhaft für den Eindeckrahmen ODL in Kombination mit dem Befestigungssystem GSE gezeigt werden soll.

Erster Schritt ist die Festlegung der Einbauposition, die sich einerseits nach den Sparren richtet und andererseits ein regelmäßiges Raster mit den künftigen PV Modulen bilden soll: In der fertigen Ansicht nimmt das Fenster genau den Platz eines Moduls ein.

Die folgenden Schritte verlaufen wie gewohnt und werden darum hier nur summarisch aufgeführt:

  • Dachausschnitt vorbereiten

Eindeckrahmen mit teilweise verlegten Wannen montieren

Im nächsten Arbeitsgang werden unten und an einer Seite neben dem Fenster die Befestigungswannen des Solar-Montagesystems GSE In-roof ausgelegt, ausgerichtet und nach der GSE-Einbauanleitung befestigt. Ein wichtiges Detail dabei: Die zur zweiten Seite sowie nach oben anschließenden Wannenpositionen bleiben zunächst offen, werden also noch nicht belegt. Die Wannen bestehen aus robustem schwarzem Kunststoff und enthalten in dieser Phase noch keine Module, sodass die Arbeits- und Bewegungsfreiheit erhalten bleibt.

Dachdecker beim Einbau eines Dachflächenfensters
Das Dachfenster wurde wie gewohnt mit den Dämm- und Montagerahmen BDX sowie der Anschlussschürze BFX in die Dachfläche eingesetzt. Unten und an einer Seite sind bereits die GSE-Kunststoffwannen verlegt, die später die PV Module tragen. Damit kann die Montage des Eindeckrahmens mit dem Unterteil inklusive Blendrahmen-Abdeckblech beginnen. (Quelle: Velux)
Dachdecker bei der Montage eines Eindeckrahmens für Dachfenster
Nach Montage der Seitenteile des Eindeckrahmens wird das Eindeckrahmenoberteil eingesetzt. (Quelle: Velux)
Dachdecker beim Einbau eines Eindeckrahmens für Dachfenster
Das Zusammenstecken muss präzise nach Einbauanleitung vorgenommen werden, damit eine durchgehende seitliche Nut entsteht (erkennbar am Daumen des Monteurs). (Quelle: Velux)

Dachdecker beim Anschließen eines Eindeckrahmens an Photovoltaiksystem
Das Hutprofil von GSE bildet die regensichere seitliche Verbindung vom Fenster zum Solarsystem. Der lange Schenkel wird mindestens 15 mm in die Nut des Eindeckrahmens geschoben und erlaubt eine flexible Maßanpassung. Der Hut greift auf die Randwulst der Wanne. (Quelle: Velux)
Dachflächenfenster in Photovoltaik-Unterkonstruktion integriert
Wenn das Fenster komplett eingebaut ist, wird die Montage der Kunststoffwannen an der bisher freien Seite und später auch an der Oberseite vollendet. (Quelle: Velux)
Verbindungsprofil zwischen Dachfenster und Photovoltaikanlage
Die Detailansicht des seitlichen Verbindungsprofils zeigt, dass ein sicherer und optisch überzeugender Übergang vom Fenster zu den Modulen hergestellt wurde. (Quelle: Velux)

Am Dachfenster folgt nun die Montage des Eindeckrahmens, beginnend mit dem Eindeckrahmen-Unterteil, das mit einer Nagellasche befestigt wird. Anschließend kann das untere Blendrahmen-Abdeckblech angeschraubt werden. Ähnlich geht es an den Seiten weiter: Eindeckrahmen-Seitenteile mittels Lasche befestigen, danach seitliche Blendrahmen-Abdeckbleche von unten einschieben und mit einem hörbaren Klick einrasten lassen. Für diesen Teilschritt sind die bereits mit dem Blendrahmen verbundenen oberen Abdeckbleche vorübergehend noch einmal zu entfernen (ebenfalls werkzeugfreie Klickverbindung). Abschließend kann das Eindeckrahmen-Oberteil aufgeschoben und exakt nach Einbauanleitung mit den Seitenteilen verbunden werden.

Anpassungsfähiges Hutprofil

Die später zu montierende obere GSE-Wanne greift über das Eindeckrahmen-Oberteil, analog liegt an der Unterseite der Eindeckrahmen auf der unten anschließenden Wanne. Die regensichere Verbindung zwischen dem Solarsystem und dem Fenster entsteht an diesen Stellen sozusagen von selbst. An den Seiten muss sie jedoch gezielt hergestellt werden, wofür die Entwickler eine besonders einfache und flexible Lösung gefunden haben.

Zum Zubehör des GSE-Montagesystems (nicht des Eindeckrahmens!) gehört ein Hutprofil mit verlängertem Schenkel. Dieser verlängerte Schenkel wird an der Seite des Eindeckrahmens in den vorprofilierten Blechfalz eingeschoben und hat dort ein gewisses Spiel, das zum Toleranzausgleich verwendet werden kann. Dabei ist jedoch sicherzustellen, dass mindestens 15 mm Einstecktiefe erhalten bleiben. Am anderen Ende greift der Hut des Profils in die Randwulst der Wanne, sodass auch hier eine sichere Verbindung zwischen den verschiedenen Systemen entsteht.

Die Eindeckrahmen ODL und ODN sind wahlweise in den Farben Grau und Schwarz für die Fenstergrößen 78 x 118 cm, 78 x 140 cm, 94 x 140 cm und 114 x 160 cm erhältlich. Mit den beiden Produkten, den unterschiedlichen Maßen und dem flexiblen Anschluss besteht eine Kompatibilität zu circa 90 Prozent der auf dem Markt existierenden PV-Module. Alle Eindeckrahmen lassen sich bei Dachneigungen zwischen 20 und 90 Grad verwenden.

Alexander Piltz

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 09. 2022

zuletzt editiert am 19.07.2022