3 Männer auf einem Steildach.
Eric Altmeyer, Daniel Pütz und Raphael Vogel installierten das PV-System auf einem Einfamilienhaus in Bad Münstereifel. (Quelle: DDH)

Solar 2024-02-22T13:14:43.326Z Solarstrom in der Eifel

Solar: In der Eifel freut sich ein Einfamilienhaus über Solarstrom. Die Dachdeckerei Büschkes installierte 28 großflächige Module – die Dachdeckung durfte auf dem Dach bleiben. Als Befestigung kamen Solar-Trägerpfannen statt Dachhaken zum Einsatz.

Die Sanierung bleibt weiterhin wichtigstes Standbein für die Dachdecker. Daran wird auch die aktuelle Baukrise nichts ändern. Dennoch erwarten immer mehr Bauherrn energetische Konzepte, die nachhaltige Energiesysteme berücksichtigen. Vor allem die Nachfragen nach Solaranlagen nehmen Dachdecker zunehmend in die Pflicht.

Auch in der Eifel sieht man immer häufiger Dächer mit Solaranlagen. Über eine Kundenempfehlung erhielt das Traditionsunternehmen Büschkes den Auftrag, eine Solaranlage zu installieren. Doch der Wintereinbruch und einige logistische Probleme machten die Planungen der Dachdeckerei aus Euskirchen erst einmal zunichte. Anfang November wurden die Module für die PV-Installation bei einem Wohnhaus in Bad Münstereifel bereits geliefert. Auch die Unterkonstruktion für die PV-Module war bereits da. Die Dachdecker waren bereit für den Einbau.

Mann befestigt Solarmodul auf dem Dach
Daniel Pütz befestigt das Solarmodul an der Unterkonstruktion. (Quelle: DDH)

Dachsanierung war nicht nötig

Vorab stand natürlich eine Dach-Inspektion an. Die Mitarbeiter von Büschkes kontrollierten den Aufbau der Dachkonstruktion, Unterspannbahn und die vorhandenen Dachziegel. Die Analyse ergab: Eine Dachsanierung ist nicht nötig. Zudem war auf dem Steildach bereits eine Solarthermie-Anlage installiert.

Dachdeckerin mit Solarkabel
Auszubildende Sarah Ismar beim Vorbereiten der Erdungsleitung. (Quelle: Büschkes)

Solar-Unterkonstruktion von K2

Anfang Dezember 2023 war es dann so weit. Die passenden Trägerpfannen kamen vom Hersteller, und die Dachdecker konnten den Einbau beginnen. Vorab montierten die Mitarbeiter von Büschkes die Trägerpfannen von Fleck, die Solar-Unterkonstruktion von K2, die Module und verlegten die Solar-Kabel in das Gebäude.
Die Flexibilität des Systems wird durch die verstellbaren Edelstahl-Stützen gewährleistet, mit denen man Höhenunterschiede in der Dachkonstruktion bequem ausgleichen kann. Spezielle Trägerpfannen sichern die Konstruktion zusätzlich. Behutsam trugen die Mitarbeiter die rund 20 Kilo schweren Module vom Pritschenwagen in die Garage der Bauherrn. Die großflächigen Module von Astronergy kommen aus China und versprechen eine Leistung von bis zu 420 W und einen Modulwirkungsgrad von 21,5 %. Die Variante „Full Black“ überzeugt mit ihrer guten Optik.


Per Kran fuhren die Mitarbeiter die Module aufs Dach. Die Module wurden auf dem Trägersystem montiert und mit speziellen Modulklemmen fixiert.

2 Dachdecker mit Solarmodul
Das Modul wird auf der Unterkonstruktion fixiert. (Quelle: DDH)

Die Hauptaufgabe der Solarhalterung ist die sichere Ableitung der zusätzlichen Sog-, Druck- und Schubkräfte auf das Dach. Schadensanalysen bei und mit Solaranlagen zeigen, dass es vor allem auf die Befestigung, die Weiterleitung der auftretenden Kräfte durch die Dachhaut vom Tragwerk zum Dachaufbau sowie die Einbindung von Leitungen in die Dachhaut ankommt. Vor allem fachfremde Unternehmen wie Solarteure unterschätzen diese Arbeit und produzieren so häufig Schäden an der Konstruktion.

Trägerpfannen statt Dachhaken

In der präzisen Planung wird die Dachfläche zunächst virtuell belegt, der passende Schienentyp gewählt und die notwendige Anzahl der Stützen berechnet.
Generell ist der Einsatz von Dachhaken aufgrund des Ausflexens der Verfalzungen am Dachziegel in Bezug auf die Regensicherheit äußerst umstritten. Gerade bei geringen Dachneigungen besteht die Gefahr, dass hier Niederschlagswasser eindringt. Zudem entstehen bei der Bearbeitung der Ziegel häufig unbemerkt Haarrisse, die später zu Undichtigkeiten unter der PV-Anlage führen können. Deshalb verwendet das Team von Büschkes grundsätzlich teurere Trägerpfannen – in diesem Fall „Dachziegel“ aus PVC mit vormontiertem Solarhalter aus Edelstahl – statt günstiger Dachhaken.

Zwei Farben bei den Solarkabeln

Das Büschkes-Team verwendet rote und schwarze Solarkabel, die an den Enden zusätzlich mit Isolierband markiert werden. Das erleichtert später den Anschluss der verschiedenen Strings an den Wechselrichter. Im Fall von Büschkes übernimmt die Montage von Wechselrichter und Speicher ein Elektromeisterbetrieb, mit dem das Dachunternehmen seit Jahren zusammenarbeitet. Die Baustelle in der Eifel zeigt: Die Installation der PV-Anlage ist kein Hexenwerk.

Infos vom Solar-Lehrgang aus Mayen

Solar ist kein Schwerpunkt der Dachdeckerei Büschkes, gehört aber seit fast zwei Jahren zum Portfolio. „Wir beschäftigen uns seit 2022 mit dem Thema PV“, berichtet Pütz. Dafür hat er auch das Seminar „PV-Manager im Dachdeckerhandwerk“ in Mayen besucht. Er bemerkt die positive Entwicklung der Seminarinhalte von ersten Startschwierigkeiten hin zu einem nun den hohen Praxisanforderungen gerecht werdenden Seminarkonzept: „Ich habe viele brauchbare Infos mitgenommen“, so DDM Pütz.

Seit neuestem bietet das Berufsbildungswerk auch einen Kurs zur „elektrotechnisch unterwiesenen Person“ (EuP) an. Hiermit soll die Kooperation der EuP im Dachdeckerunternehmen mit der Elektrofachkraft im Elektrotechnikunternehmen bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen zur Stärkung des Arbeitsschutzes erreicht werden. Mit dem im Kurs vermittelten Wissen können die Dachdecker die Gefahren von elektrischem Strom besser einschätzen, sie lernen, unter anderem: Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Stromunfällen, das Schalten von Leitungsschutzschaltern, Messungen von DC-Leitungen und Mittel der Brandbekämpfung.

„Die Verlegung der Module ist keine Hexerei. Wichtig ist, dass die Anlage gewissenhaft geplant und die Regensicherheit nicht gefährdet wird“.

Daniel Pütz

zuletzt editiert am 22. Februar 2024
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