Europa steckt erneut in einer Energiekrise. Das zeigt, wie verwundbar das fossile Energiesystem ist. Die aktuelle Krise ist aber auch ein Treiber für die Energiewende und die Elektromobilität. Das Ziel ist, unabhängig von fossilen Rohstoffimporten zu werden und somit resilienter. In diesem Jahr setzt The smarter E Europe, Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft, mit ihrer neuen Sonderschau “Renewables 24/7” ein starkes und deutliches Zeichen.
Ziel: Elektrifizierung in allen Sektoren.
Erneuerbare Energien gewährleisten eine sichere, verlässliche und bezahlbare Versorgung – jeden Tag, rund um die Uhr. Wissenschaftlich belegt wird das durch eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, die am 23. Juni vorgestellt wird und ein Highlight zum Messestart ist. Vom 23. bis 25. Juni präsentieren in der Messe München rund 2.800 Aussteller wegweisende, marktreife und systemübergreifende Technologien für eine erneuerbare Energieversorgung 24/7. Ein zentraler Schlüssel ist die Elektrifizierung in allen Sektoren. Mit ihren vier Fachmessen (Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe) bringt The smarter E Europe Vordenker, Macher und Entscheider zusammen und bietet ein umfangreiches Rahmenprogramm an. Mehr als 100.000 Besucher werden an den drei Tagen erwartet.
Sonderschau „Renewables 24/7“
Wie es sich umsetzen lässt, zeigt die Sonderschau „Renewables 24/7 – Secure Energy for a Changing World“ in Halle C5. Sie ist das Top-Highlight der diesjährigen Veranstaltung. Anhand der Themenwelten Industrie, Gewerbe, Wohnen und Mobilität wird gezeigt, wie ein erneuerbares Energiesystem funktioniert – von der Erzeugung, der Verteilung und Speicherung bis hin zu Mobilität, Netzintegration und Wasserstofftechnologien. Anhand realistischer Szenarien werden Chancen und Herausforderungen wie Volatilität oder Überschussproduktion anschaulich vermittelt. Auch mit dem Mythos der Unbeherrschbarkeit der Dunkelflauten wird aufgeräumt. „Die Sonderschau zeigt, dass die Transformation technisch machbar, ökonomisch sinnvoll und zuverlässig ist. Erneuerbare Energien sind nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Jeden Tag wird die Vision von einer klimaneutralen Energiewelt mehr und mehr Realität. Wir brauchen aber deutlich mehr Tempo und Verbindlichkeit“, betont Markus Elsässer, Gründer und Geschäftsführer der Solar Promotion GmbH.
Scheitert die Energiewende nur im Kopf?
Im öffentlichen Diskurs wird die Energiewende jedoch negativer dargestellt als nötig. Damit die Debatte sachlicher und konstruktiver geführt wird, will die Podiumsdiskussion „Die Energiewende scheitert nur im Kopf: 24/7 erneuerbar ist machbar“, einen Impuls geben. Am 23. Juni diskutieren Michael Kellner (MdB), Ursula Heinen-Esser (Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V., BEE), der Journalist und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Christian Stöcker sowie die Klimaaktivistin Luisa Neubauer darüber, wie ein vollständig erneuerbares Energiesystem technisch möglich und gesellschaftlich tragfähig ist. Der Fokus liegt auf Deutschland. Analysiert wird die Diskrepanz zwischen technologischen Lösungen, die vorhanden sind, und dem stockenden Ausbau der erneuerbaren Energien aufgrund von Verwaltung und Gesetzen. Den Auftakt der Session bildet ein Grußwort von Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Moderiert wird die Session von dem Energieexperten Dr. Tim Meyer.
E-Mobilität und Netzintegration
In Halle C6 ist The Bidirectional Zone der Treffpunkt, um sich zu informieren, wie mit einem E-Fahrzeug Strom geladen, gespeichert und wieder abgegeben werden kann. Die Energiekosten lassen sich so senken und gleichzeitig Erlöse erzielen. Unternehmen mit großen Flotten profitieren von weiteren Technologien wie Smart Charging und virtuellen Schwarmspeicher (Virtual Swarm Storage). Damit können sie einen erheblichen Return of Invest erzielen. Die Studie „Plug, Store, Profit – Wirtschaftliche Potenziale bidirektionaler Flotten“ liefert dazu Fakten. Sie wird am 23. Juni um 15 Uhr auf dem Power2Drive Forum vorgestellt. Eine Testfahrt mit einem E-Auto und leichten Nutzfahrzeugen ist auf dem Test Drive (Freigelände am Eingang Ost) möglich. Neu im Programm sind die „Fleet Transformation Days“. Das Format richtet sich am 23. und 24. Juni an Verantwortliche im Fuhrparkmanagement, die eine E-Fahrzeugflotte und die nötige Ladeinfrastruktur aufbauen wollen. „Wir wollen Wegbereiter für die Verkehrwende sein und senden von München starke Impulse in die ganze Welt aus. Hier wird E-Mobilität gelebt. Hier werden Ideen Wirklichkeit“, sagt Jens Mohrmann, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM).
Zentral für die Transformation: grüner Wasserstoff
Für die Dekarbonisierung ist grüner Wasserstoff ein zentraler Baustein. In dem neu ausgerichteten Ausstellungsbereich „Hydrogen Dialogue Forum & Expo“ in Halle B2 rückt die ees Europe das Thema in den Mittelpunkt. Informiert wird über Einsatzmöglichkeiten, technologische Innovationen, Einsparpotenziale und wegweisende Projekte. Am 24. und 25. Juni beleuchtet der Hydrogen Dialogue Summit im International Congress Center (ICM) aktuelle Trends und Herausforderungen der Wasserstoffbranche. Spitzenvertreter aus Politik und Wissenschaft diskutieren mit Entscheidern aus Wirtschaft sowie von Verbänden aus Deutschland und Europa über die strategische Bedeutung von Wasserstoff für eine resiliente und klimafreundliche Energieversorgung. Schirmherr ist Bayerns Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert Aiwanger. Er wird den Summit auch am 24. Juni eröffnen.
Technologie-Transfer aus der Raumfahrt
Auf der ees Innovation Hub Stage in Halle BO werden die Ergebnisse der ees Island Challenge 2026 („BEYOND EARTH“) vorgestellt. Zwei Teams sind im März angetreten, um ein Konzept für ein autarkes Energiesystem auf dem Mond zu entwickeln. Im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und in Kooperation mit dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) und der ees Europe sollten sie die Stromversorgung im FLEXhab simulieren, einer Art Weltraum-Campingcontainer beim DLR in Köln. Die Lösungsansätze für den Betrieb unter Weltraumbedingungen, die nötige Resilienz und Ausfallsicherheit lassen sich auch auf kritische Infrastrukturen und isolierte Inselnetze (Microgrids) auf der Erde übertragen.
Vier Fachkonferenzen und sieben Messeforen
Im Rahmen der The smarter E Europe finden vier Fachkonferenzen und sieben Messeforen statt. Die Konferenzen starten bereits am 22. Juni im ICM. Ihr Fokus liegt auf der strategischen und regulatorischen Marktebene als auch Technologieentwicklungen, während die Foren vom 23. bis 25. Juni in den jeweiligen Messehallen stattfinden und Produktlösungen und Anwendungen in der Praxis abbilden. Das Themenspektrum ist breit gefächert: Es reicht von digitalen Zwillingen, Netzstabilität und Demand-Side-Flexibility über Großbatteriespeicher und Ladetrends bis hin zu aktuellen Best Practices. Auch negative Strompreise und die stark diskutierten PV-Hybridkraftwerke stehen im Fokus.
Am Vorabend der Messe, am 22. Juni, werden Unternehmen für ihre technologische Pionierarbeit mit dem renommierten The smarter E AWARD ausgezeichnet. Er wird in insgesamt fünf Kategorien (Photovoltaics, Energy Storage, E-Mobility, Smart Integrated Energy und Outstanding Projects) verliehen. Am 25. Juni wird Energieversorgern, die die Energiewende in Europa und der DACH-Region vorantreiben und als Vorbilder für andere gelten, der Energiewende Award verliehen. Nationale und internationale Energieversorger und Netzbetreiber finden zudem in der der Utility Lounge am Eingang Ost einen exklusiven und ruhigen Raum, um sich auszutauschen, zu vernetzen und strategische Partnerschaften zu knüpfen.
The smarter E Europe vereint als Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft vier Fachmessen (Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe) und findet vom 23.–25. Juni 2026 auf der Messe München statt.
