Sicherheitshaken Teil 2 Groß ZVDH
Für jeden Untergrund und jede Sicherheitsdachhakenart ist jeweils eine Dokumentation zu erstellen. Foto: DDH

Arbeitssicherheit

11. October 2019 | Teilen auf:

Inspektion Dachhaken am Dach

Im zweiten Teil unserer Serie Dachhaken erläutert wir die Grundlagen und Vorgehensweise einer Dokumentation. Darüber hinaus wird das komplexe Thema „Überprüfung und Inspektion vorhandener Sicherheitsdachhaken“ behandelt.

Einbaudokumentation

Empfehlung Vorgehensweise Dokumentation

In der Baupraxis ist nachfolgende Vorgehensweise abzuleiten und wird vom ZVDH empfohlen:

a) Für jeden Untergrund und jede Sicherheitsdachhakenart ist jeweils eine Dokumentation zu erstellen.

b) Die erforderlichen Mindestangaben sind der DGUV Information 201-056 zu entnehmen. Demzufolge ist nicht jeder Sicherheitsdachhaken in Wort und Bild zu dokumentieren.

c) Über einen „Dach-Schemaplan“ bzw. eine Übersichtsskizze ist u.a. das Auffinden der Anschlagpunkte bei Schneeräumungsarbeiten zu ermöglichen. Wie bereits erwähnt, gilt die DIN 4426 nicht für Schneeräumung auf Dächern. Bei der Planung und Errichtung baulicher Anlagen sollten jedoch Maßnahmen für die sichere Durchführung von Schneeräumarbeiten berücksichtigt werden.

d) Der Unternehmer sollte eine Unternehmererklärung verfassen und unterschreiben, in der der Einbau gemäß beschriebener einmaliger Dokumentation erklärt bzw. zugesichert wird.

Überprüfung und Wartungsintervalle

Ein schwierigeres Thema ist die Prüfung und Inspektion vorhandener Sicherheitsdachhaken: Einerseits wegen der zerstörungsfreien Umsetzbarkeit, der Diskussion über die Begriffe „Befähigter“ und „Sachkundiger“ oder generell, wer hierzu berechtigt ist und andererseits wegen der Akzeptanz. So hängen nicht wenige Dachdecker ihre Leitern nur in von ihnen selbst eingebaute Dachhaken ein, ungeachtet dessen, wie häufig fremde Dachhaken geprüft wurden oder nicht. Andere wiederum vertrauen auf ihr Gefühl während des Einhängens der Deckleiter, einhergehend mit ein paar ordentlichen Rucken. Darüber hinaus wird über die Wartungsintervalle diskutiert. Während es Sinn macht, diese Dachhaken im üblichen Wartungszyklus mit zu prüfen, kann dem Anhang 4.1 der DGUV 201-056 entnommen werden, dass Sicherheitsdachhaken keine Vorrichtungen sind, die als Teile eines Verkehrswegs für Dritte bzw. der dafür nötigen Bauteile Verwendung finden sollen. Über die Personengruppen, die den Anschlagpunkt nutzen werden, kann die Ausstattungsklasse abgeleitet werden, in diesen Fall Ausstattungsklasse 1 (Personen der Dachberufe). Aus dem geringen Nutzungsintervall leitet die DGUV eine „sehr geringes“ Wartungsintervall von > 5 Jahren ab.

Hans Christian Groß

DDH 21/2019