Porträt: Dachdecker müssen sich auf ihre Ladungssicherung verlassen – das funktioniert nicht immer. Die Transportboxen von Ronny Stein sichern Bitumenbahnen und andere Güter. Mittlerweile gibt es vier Varianten davon – und der Erfinder hat noch viel vor.
Auf den ersten Blick wirkt die Box unscheinbar, fast gewöhnlich. Mit ihren Maßen von 1.320 x 920 x 1.180 Millimetern ist sie jedoch ein echtes Multitalent. Entwickelt wurde sie vor rund zwei Jahren von DDM Ronny Stein aus Bruschied bei Bad Kreuznach – ein Dachdecker, der für Dachdecker eine Lösung schaffen wollte. Die Idee kam Stein direkt auf der Baustelle: „Früher kippten die Abdichtungsbahnen beim Transport oft um oder wurden im Sommer liegend transportiert. Bei der Ankunft waren sie dann platt, und durch die entstandenen Wellen konnten wir sie kaum noch sauber verschweißen“, erzählt Stein. Das beeinträchtigte nicht nur die Qualität, sondern auch die Verarbeitung erheblich.
Ladungssicherung ist nicht gleich Ladungssicherung
Wenn Schweißbahnen transportiert werden, sind diese in der Regel auf der Ladefläche mit Gurten und einer zusätzlichen Europalette festgezurrt. Das ist aber keine Ladungssicherung und auch vom Verkehrsministerium nicht zugelassen. „Der Fahrer und der Lagerist machen sich haftbar“, so Stein. Der Unternehmer wollte das ändern und startete 2022 mit der Entwicklung einer ersten Sicherungsbox aus Alu. Seit Juni 2024 sind die ersten Boxen auf dem Markt.
Sperrbalken sichern zusätzlich
Die höhere Anzahl an Querstreben bei der Multi-Box ermöglicht auch den sicheren Transport kleinerer Güter. „Ob Eimer, Kanister, Gasflaschen, Kartons, sogar Weinkästen – es geht alles, was auf eine Europalette passt und nicht schwerer als 1.300 Kilogramm ist“, berichtet Stein. Der frei positionierbare Ladebalken ist ein zusätzliches Feature: „Den habe ich so konstruiert, dass nichts verrutschen oder herausfallen kann“, versichert Stein. Ein speziell angefertigtes Netz für diese Box dient als zusätzliche Sicherheit.

Safe-Box als Upgrade
Aktuell geht der Dachdeckermeister den mühsamen Weg des Vertrieblers, der Tüftler ist rund um die Uhr unterwegs. „Mein Arbeitstag hat 16 Stunden, mindestens“, lacht er dennoch. Sein aktuell wichtigstes Ziel: „Die Box bei den Bedachungshändlern präsentieren und möglichst erfolgreich in deren Sortiment aufnehmen lassen. Mittlerweile hat Stein zwei Vertriebsmitarbeiter, die ihn unterstützen. „Das Problem dabei ist: Man muss die Box zeigen, das vor Ort präsentieren“, betont Stein.
Das kostet viel Zeit und ist aufwändig. Aber der Unternehmer ist gut vernetzt, und über seine Box kann er leidenschaftlich berichten, ansatzlos, unaufgeregt, aber durchaus hartnäckig. Man hat das Gefühl, die Boxen sind seine Babys. Bisher hat Stein bereits einige Unternehmen überzeugen können, auch einige Dachdecker aus der Region sind dabei.
Aber da geht natürlich noch mehr, denn die Anschaffungskosten für seine Erfindungen, inklusive Patente, waren enorm.

Ministerium, TÜV, Patente
Alleine das Schreiben an das europäische Patentamt kostete ihn rund 5.500 Euro. Ein Bremstest im 3G-Institut wurde auch vollzogen, die Box bestand den Praxistest mit Bravour. Mittlerweile hat der Dachdecker über 50.000 Euro in seine Erfindung investiert. Aber Ronny Stein beklagt sich nicht.
Nächster Coup: Nageldichtband
Ob Weingüter, Umzugsunternehmen, Maler, Verputzer oder Garten-Landschaftsbau – Ronny Stein ist mit vielen Menschen im Gespräch, die etwas zu transportieren haben. „Wir sind lieferfähig mit allen Boxen“, sagt Stein.
Der nächste Coup ist schon vorbereitet und auf dem Markt — eine Nageldichtbandmaschine, schnell und kompakt, die es den Dachdeckern erleichtert, Nageldichtbänder aufzubringen „Für vier Meter Nageldichtband benötige ich nur 2,2 Sekunden“, verrät Stein vorab. Wir sind gespannt und werden die Entwicklung weiter verfolgen.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 02. 2025,
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