Ein Mann im Anzug lächelt in die Kamera, während er vor einem Fenster steht.
ZVDH-Vizepräsident Jan Voges (Quelle: Photo Herzmann)

Ausbildung 2026-01-28T16:27:35.566Z Dachdeckerhandwerk im Aufwind: Ausbildung, Klimaschutz und Zukunftsperspektiven

Das Dachdeckerhandwerk erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit und verzeichnet auch dieses Jahr einen deutlichen Zuwachs bei den Auszubildenden. Besonders bemerkenswert: Die Zahl der neuen Auszubildenden im ersten Lehrjahr stieg um 10,8 %, während über alle drei Lehrjahre hinweg ein Anstieg von 4,1 % verzeichnet wurde. Ein besonders erfreulicher Aspekt ist der Zuwachs weiblicher Azubis: Insgesamt 407 Frauen entschieden sich 2026 für eine Ausbildung als Dachdeckerin, das sind 17 mehr als im Vorjahr.

Zukunftsperspektiven und Fokus auf Klimaanpassung

„Dass wir im ersten Lehrjahr 3.440 junge Menschen für unser Handwerk begeistern konnten, ist ein toller Erfolg. Insgesamt sind nun 8.939 Dachdecker-Auszubildende dabei, die Zukunft des Bauens aktiv mitzugestalten“, betont Rolf Fuhrmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH).

Die Aufgabenvielfalt reicht vom energetischen Sanieren über die Installation von Photovoltaik-Anlagen bis hin zum Ausbau von Dachgeschossen und der Erneuerung von Dachfenstern. „Unsere Azubis lernen nicht nur traditionelle Handwerkskunst, sondern auch, wie sie mit modernen Technologien und nachhaltigen Lösungen einen echten Unterschied machen können.“

Ein Mann in einem Anzug steht vor einer modernen Architektur mit geometrischen Formen.
Rolf Fuhrmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des ZVDH (Quelle: ZVDH)

Nachhaltige Ausbildung und gezielte Nachwuchsförderung

Die positiven Entwicklungen der Branche sind auch der strategischen Nachwuchsförderung des ZVDH zu verdanken. Ob auf Azubimessen, beim Girls‘ Day oder in Schulen und Kitas – die vielfältigen Tätigkeiten des Dachdeckerhandwerks werden aktiv beworben. Unterstützung bieten zudem gezielte Social-Media-Kampagnen und eine starke öffentliche Präsenz. Die steigende Vergütung für Auszubildende macht den Beruf ebenfalls attraktiver: Ab Oktober 2026 verdienen Dachdecker-Lehrlinge im dritten Lehrjahr bereits 1.460 Euro. „Damit gehören wir zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen“, unterstreicht Fuhrmann.

Klimaschutz und Energietechnik im Fokus

Das Dachdeckerhandwerk ist ein Vorreiter bei erneuerbaren Energien und Klimaanpassungsmaßnahmen. ZVDH-Vizepräsident Jan Voges verweist auf die große Rolle, die der Beruf für junge Menschen spielen kann: „Viele junge Menschen wollen sinnstiftend arbeiten und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Bei uns finden sie die perfekte Plattform.“ Seit 2024 bietet der ZVDH eine zusätzliche Ausbildungswoche zur Planung und Installation von PV-Anlagen an. „So stellen wir sicher, dass unsere Azubis bereits während der Ausbildung auf dem neuesten Stand sind und bestens auf die Herausforderungen der Energiewende vorbereitet werden.“

Wissenschaftliche Anerkennung als Klimaberuf

Ein Meilenstein für das Dachdeckerhandwerk: Im Abschlussbericht des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) „Kompetenzen für Klimaanpassung – Die Rolle der beruflichen Bildung“ wird es als einer von nur drei Berufen hervorgehoben, die einen zentralen Beitrag zur Klimaanpassung leisten. „Dies ist das Ergebnis unserer intensiven fachlichen und politischen Arbeit – und ein starkes Signal für die Positionierung unseres Handwerks als Klimaberuf mit Systemrelevanz“, so Voges.

Moderne Technologien und attraktive Perspektiven

Mit dem Einsatz von Drohnen, digitalem Baustellenmanagement und Künstlicher Intelligenz beweist das Dachdeckerhandwerk seine Innovationsfähigkeit. „Wir reagieren schnell auf neue Entwicklungen und setzen sie um. Das macht uns für junge Menschen besonders attraktiv“, sagt Voges. Auf der Nachwuchsplattform www.dachdeckerdeinberuf.de können sich Interessierte umfassend informieren und direkt mit Ausbildungsbetrieben in Kontakt treten.

Fazit

Das Dachdeckerhandwerk bleibt zukunftsorientiert und klimarelevant – mit attraktiven Perspektiven für den Nachwuchs. Die Verbindung von traditionellem Handwerk und modernen Technologien bietet nicht nur spannende Karrierechancen, sondern auch die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft mitzuwirken.

Infos für Schülerinnen und Schüler

Plattform: www.dachdeckerdeinberuf.de

Instagram: DachdeckerDeinBeruf

TikTok: DachdeckerDeinBeruf

Azubizahlen im Überblick (Stand: 1.1.2026)

  • 1. Lehrjahr: 3.440 Azubis (+10,8 % im Vergleich zum Vorjahr)
  • Gesamt (alle Lehrjahre): 8.939 Azubis (+4,1 % im Vergleich zum Vorjahr)
  • Weibliche Azubis: 407 (+4,4 % im Vergleich zum Vorjahr)

Die Ausbildungsvergütungen im Dachdeckerhandwerk

Seit 1. Oktober 2025:

  • 1. Lehrjahr: 1.000 Euro
  • 2. Lehrjahr: 1.150 Euro
  • 3. Lehrjahr: 1.400 Euro

Ab 1. Oktober 2026:

  • 1. Lehrjahr: 1.050 Euro
  • 2. Lehrjahr: 1.200 Euro
  • 3. Lehrjahr: 1.460 Euro
zuletzt editiert am 28. Januar 2026