DDH Dachwissen Dachbegrünung
Planung, Aufbau, Lasten: Unser DDH Dachwissen liefert alle Infos zur Dachbegrünung. (Quelle: DDH)

DDH Dachwissen

15. March 2022 | Teilen auf:

Gründach ist keine Hexerei

DDH-Abonnenten: Gründächer sind aktueller denn je, denn sie leisten einen wertvollen Beitrag für den Klimaschutz. Wir erläutern, was Dachdecker beim Aufbau, der Dachneigung und den einzelnen Schichten der Dachbegrünung beachten müssen. DDH-Abonnenten erhalten das Dachwissen – wie immer kostenlos.

Der Gründachanteil auf Flachdächern wächst. Der Trend zu Dachbegrünungen entspricht dem Wunsch vieler Bauherren, einen Mehrwert für sich und die Natur zu erhalten und sich auf dem Dach an Pflanzen und Tieren zu erfreuen. Doch es sind bisher noch recht wenige Dachdecker, die sich mit dem Thema beschäftigen. Es gibt immer noch zu viel Berührungsängste in Sachen Gründach. Unser neues DDH Dachwissen Dachbegrünung hilft, planenden und ausführenden Dachdeckern die Scheu vor dem Gründach zu nehmen. Wir zeigen: Ein Gründach ist keine Hexerei.

Als Erstes sollte der Dachdecker die bestehende Abdichtung auf Funktionalität prüfen und kontrollieren, ob sie fachgerecht ist oder ob eine zusätzliche Wurzelschutzschicht aufgebracht werden muss.

Die geforderten Höhen überprüfen

Dann erfolgt die Kontrolle der Rand- und Anschlusshöhen zu aufgehenden Gebäudeteilen: Dabei ist es wichtig, dass die Aufbauhöhe des Gründaches bekannt ist, um die geforderten Höhen überhaupt prüfen zu können. Diese Höhen werden von der wasserführenden Schicht aus bemessen, in diesem Fall von der Begrünungsschicht. Wir geben nützliche Hinweise zur Dachneigung, den Wandanschlüssen und den Randabschlüssen.

Falls das Dach statisch und konstruktiv für eine Dachbegrünung geeignet ist, geht der Dachdecker mit wenig Werkzeug an den Gründach-Aufbau. Die extensive Dachbegrünung erfordert weniger hohen Anspruch, da hierbei vor allem wurzelnde Pflanzen wie Gräser oder Bodendecker eingebracht werden. Die intensive Begrünung
beansprucht mehr Aufwand für die größeren Pflanzen, auch eine zusätzliche Bewässerungsmöglichkeit sollte der Dachdecker mit einplanen.

Hintergrundwissen Dachbegrünung
Basis- und Hintergrundwissen liefert unser neues DDH Dachwissen Dachbegrünung. (Quelle: DDH)

Schutz, Sicherheit und Speicherung

Entscheidend für einen Gründachaufbau sind die einzelnen Dachschichten. Die Schutzschicht ist für einen Gründachaufbau unverzichtbar, diese schützt die Abdichtung vor statischen und dynamischen Beschädigungen. Es ist sinnvoll, die Schutzschicht schnellstmöglich auf die Abdichtung zu verlegen, um eventuelle Beschädigungen schon während der Bauphase zu vermeiden. Die Dränschicht soll überschüssiges Wasser aufnehmen und schnell ableiten, außerdem kann sie Wasser speichern.

Die Vegetationsschicht bildet die Grundlage für das Pflanzenwachstum. Sie speichert das nötige Wasser für die Pflanzenversorgung und bietet den Pflanzen Wurzelraum. Überschüssiges Wasser sickert in die Dränschicht ab. Daher sollte der Dachdecker darauf achten, dass die Vegetationsschicht eine gute Wasserspeicherfähigkeit hat. Damit diese Schicht aufs Dach kommt, gibt es mehrere gängige Verfahren: Pumpen, Sackwaren- oder Lastkranverfahren. Wenn diese Basis auf dem Dach ist, hebt man einfach eine kleine Mulde aus der Pflanzenschicht und gibt die Pflanze mit ein – wie im Garten oder Blumentopf. Aus Brandschutzgründen wird ein Kiesstreifen von rund 50 cm Breite um den Rand der Begrünung aufgebracht.

Wartung nicht unterschätzen

Je nach Aufbau und Standort sollte der Dachdecker die Bewässerung mit einplanen. Diese fällt in der Regel in den Monaten März oder April und zwischen September und November an. Dann sollte man störendes Unkraut beseitigen oder aufgekeimte Gehölze. Gras- oder Kräuterflächen müssen gemäht oder beschnitten werden, zudem muss der Kiesstreifen von Unkraut befreit werden – alles keine Hexerei.
Wir hoffen, dass unser „Dachwissen“ eine gute Hilfe auf der Baustelle ist und wünschen uns viele weitere Gründächer aus Dachdecker-Hand.

zuletzt editiert am 15.03.2022