Die Fachwerkhäuser der Limburger Altstadt zählen zu den schönsten Deutschlands. Mit sieben erhaltenen Gebäuden aus der Zeit vor 1300 bieten sie einen einzigartigen Einblick in die Geschichte des Fachwerkbaus. Zwei Exemplare stehen so dicht beieinander, dass für einen Blick in den Himmel nur noch ein schmaler Spalt bleibt. Genau dort treffen sich die Dachrinnen der Nachbarhäuser fast auf Tuchfühlung – als würden sie sich zum Gruß zunicken. Für Touristen mit Smartphone ein dankbares Fotomotiv, für den Dachdecker eher ein Fall für die Kategorie „da möchte ich nicht hoch müssen".
Denn dazwischen ist kein Platz für eine Leiter, geschweige denn für ein Gerüst. Wer hier Rinne, Fallrohr oder Blechanschluss warten muss, braucht Erfahrung, ein gutes Auge für Zwischenräume – und vermutlich den ein oder anderen Spezialgriff aus dem Klempnerhandwerk statt aus dem Lehrbuch. Historische Bausubstanz, garantiert nicht von der Stange.

