Es war ein geteiltes Fazit, das Landesinnungsmeister Carsten Stelter vor 43 Delegierten aus Niedersachsen und Bremen zur Gesamtlage im Dachdeckerhandwerk zog. Bereits das vierte Jahr in Folge ist die Krise am Bau spürbar: steigende Energiekosten, steigende Baukosten, steigende Finanzierungskosten und unsichere Förderung.
Dazu kommen ein langer witterungsbedingter Stillstand in 2026 und eine Verknappung von Rohstoffen und Energie durch Krisenherde wie Kriege. Diese Entwicklungen könnten langfristig unabsehbare Schäden in der Infrastruktur hinterlassen.
Dennoch trotzen einige Gewerke bereits seit einigen Jahren dem Negativ-Trend. Das Dachdeckerhandwerk ist - zusammen mit den Gewerken Sanitär Heizung Klima, Elektrohandwerk, Zimmererhandwerk und Kälteanlagenbauer - maßgeblich an der Energiewende beteiligt. Das liegt unter anderem an der kleinteilige Struktur seiner Betriebe. So ist das Dachdeckerhandwerk gut in der Lage, Aufträge schwerpunktmäßig aus dem Reparatur-/Wartungsbereich zu generieren. Zusätzlich können Dachdecker von der (energetischen) Sanierung von Gebäuden mit stark angestiegenen Anforderungen (PV Pflicht) profitieren.
Kapazitätsengpässe verhindert
Mit positiven Nachrichten zum Ausbildungszentrum St. Andreasberg schloss sich Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Biermann an. Im Ausbildungsjahr 2025/2026 ist die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse erneut angestiegen. Auszubildende nehmen sowohl Vorbereitungskurse auf die Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk sowohl Seminarangebot werden außerordentlich gut an. Dank des im vergangenen Jahr eingeweihten Hallenneubaus und der Schaffung weiterer Unterbringungsmöglichkeiten konnten das Ausbildungszentrum Kapazitätsengpässe verhindern.
Darüber hinaus soll zukünftig noch mehr Fokus auf der Freizeitgestaltung liegen. Geplant sind eine Neuausstattung des Fitnessraums, eine Wiederaktivierung der ehemalige „Schieferstube“ als Feierabend-Treffpunkt und ein fit up des Freizeitbereiches im Internat. Das wöchentliche Willkommensgrillen wird von den Jugendlichen ebenfalls sehr gut angenommen.
Die Umsetzung all dieser Maßnahmen erfordert eine solide wirtschaftliche Basis. Die Delegierten können sich durch einen vom Wirtschaftsprüfer geprüften und bestätigten Jahresabschluss davon überzeugen. Sie verabschieden neben dem Etatplan wieder ein umfangreiches Paket Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen, um keinen Sanierungsstau an dem umfangreichen Gebäudekomplex aufkommen zu lassen.
App ABZ vorgestellt
Landesinnungsmeister Carsten Stelter wurde für die folgende Amtsperiode einstimmig wiedergewählt. Für die Nachbesetzung eines vakanten Sitzes im Hauptvorstand gab es fünf Kandidaten. Das lässt erfreulicherweise auf ein steigendes Interesse am Ehrenamt schließen. Weiterhin wählten die Deligierten Landesreferenten, Rechnungsprüfer und Ältestenrat.
Ganz aktuell stellten die Mitarbeiter Katie Humphrys und Thies Neurath die gerade an den Start gegangene ABZ-App vor, die maßgeblich an der Umsetzung des Projektes beteiligt waren und die App auch weiterhin betreuen. Dieses Tool bietet umfangreiche Infos rund um das ABZ und den Standort, wovon sich die Teilnehmer direkt überzeugen konnten.
