Drei Marken, ein Werkstoff und 880 Quadratmeter Raum für Architektur: Auf der BAU 2027 präsentieren sich Erlus, Gima und Moeding in Halle A3, Stand 401, erstmals auf einem gemeinsamen Messestand, der als begehbare Ausstellung konzipiert ist und keramische Baustoffe in ungewöhnlichen Maßstäben und Zusammenhängen inszeniert. Exponate mit Höhen von bis zu fünf Metern, großformatige Installationen und präzise gesetzte Materialbilder verleihen dem Stand den Charakter einer Kunsthalle –mit Ton und Keramik als verbindendem Material.
Den äußeren Rahmen bildet ein raumhoher Vorhang, der auf der Gima und Moeding Seite aus glasierten Keramikelementen und auf der Erlus Seite aus gesinterten Biberschwanzziegeln besteht. Je nach Blickwinkel verdichtet oder öffnet sich diese Hülle und gibt Einblicke in die Ausstellung frei. Im Inneren bleiben Erlus, Gima und Moeding als eigenständige Marken lesbar. Gleichzeitig verzahnen sich ihre Produktwelten entlang eines gemeinsamen Parcours und geben den einzelnen Exponaten bewusst Raum. So entsteht eine Ausstellung zwischen Dach, Wand,Fassade und Boden, in der Material, Konstruktion und architektonische Anwendung gleichermaßen im Mittelpunkt stehen.
Erlus: Energie wird Teil der Dacharchitektur
Ein Highlight bei Erlus ist das Energiedach für Level RS. Das PV Indachsystem ist gestalterisch auf den Glattziegel Level RS abgestimmt und integriert die Energiegewinnung in die Dachfläche. Das Unternehmen will zusätzlich mit Level RS Cool Roof zeigen, wie Dachkeramikauch zum sommerlichen Wärmeschutz beitragen kann: Die Hochschule für Technik Stuttgart* hat den Reflexionsgrad des weißen Erlus Ziegelsgemessen: Mit R= 68,4 % liege er deutlich höher als bei dunkleren Tondachziegeln. Akzente im Bereich Heizen setzt Erlusmit dem Erlutherm. Das Produkt ist Speicherofen und Schornstein in einem und ermöglicht Heizen mit Holz in Niedrigenergiehäusern: Sein Kern aus Keramik speichert Wärme.
Gima: Materialvielfalt vom Lehmziegel bis zum Pflasterklinker
Bei Gima wird die Bandbreite des Bauens mit Ton in unterschiedlichen Maßstäben erlebbar. Ein Highlight bildet ein raumhohes Exponat aus Gima Lehmhochlochziegeln, das Geometrie und Materialität des ungebrannten Baustoffs skulptural in Szene setzt. Der industriell gefertigte Lehmhochlochziegel wird im Dünnbettverfahren verarbeitet und findet bereits in Architekturprojekten Anwendung – beispielsweise beim Weissenhof.Forum in Stuttgart nach Plänen von Barkow Leibinger, das im Rahmen der IBA’27 entsteht. Dort kommen tragende Lehmwände als Teil des Materialkonzepts zum Einsatz.
Weitere Exponate und Projekte widmen sich unter anderem Recyclingklinkern, vorgehängten hinterlüfteten Surface-Schindeln sowie Oberflächen von geschlämmt überglasiert bis geschält. Gima präsentiert auch Pflasterklinker: Zu sehen sind unter anderem versickerungsfähige Rasenlochklinker mit unterschiedlichen Lochbildern, filigrane„Seifensteine“ in Travertin-Optik und markant strukturierte Oberflächen. Neu im Pflasterklinker-Lagersortiment ist zudem das schlanke Riegelformat 290 × 71 × 71 mm, das in zehn Farben erhältlich ist. Auf dem Messestand werden Klinker, die sonst Fassaden, Plätze und Höfe prägen, in unterschiedlichen Formaten zu Sitzelementen und damit selbst zum Bestandteil der Ausstellungsarchitektur.
Moeding: London – New York – Marklkofen
Moeding spannt mit ausgewählten Projekten einen Bogen von London über New York bis Marklkofen und zeigt dabei die gestalterische Bandbreite individuell entwickelter Keramikfassaden. In Canary Wharf, London, gestalten Kohn Pedersen Fox Associates mit fünf unterschiedlichen Farben und projektspezifischen Sonderformaten eine individuelle keramische Gebäudehülle. In New York zeigt da sHochhaus 520 Fifth Avenue, ebenfalls von Kohn Pedersen Fox Associates, die Möglichkeiten projektspezifisch entwickelter Fassadenkeramik im Hochhausmaßstab. Und in Marklkofen, dem Sitz von Gima und Moeding,verbindet die hauseigene Kantine der Architekten Girnghuber Wolfrum großformatige Keramikfassaden und Klinker in einem gemeinsamen architektonischen Konzept. Darüber hinaus zeigt Moeding eine umfassende Auswahl an Farben, Formen und Oberflächen, die zu zwei großformatigen Kunstwerken komponiert werden sollen.
Begleitet wird der Messeauftritt von einem eigenen Katalog, der Innovationen und Messehighlights bündelt. Wie der Stand selbst ist er als kuratierte Ausstellung gedacht: Projekte, Materialien, technische Entwicklungen und Details sollen in einer präzisen, bildstarken Gestaltung zusammengeführt werden.
*Prof. Dr. Andreas Beck: Reflexionsmessung Erlus Ziegel (weiß), Hochschule für Technik Stuttgart, 2023.
