Ein Mann im Anzug steht mit verschränkten Armen vor einem Fenster.
Ulrich Marx (Quelle: Photo Herzmann)

Markt 2026-08-25T10:36:36.513Z Dachdecker-Verband: Gleichstellung von Dach- und Fassadendämmung mit Wärmepumpenförderung

Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) fordert, Dämm-Maßnahmen an Dach und Fassade in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in der Förderhöhe dem Einbau von Wärmepumpen gleichzustellen. Die geplante Stärkung der Förderung für energetisch besonders schlechte Gebäude sei ein Schritt in die richtige Richtung, reiche jedoch nicht aus, um die systemische Bedeutung einer leistungsfähigen Gebäudehülle für die Wärmewende abzubilden, so der ZVDH. Während der Heizungstausch weiterhin deutlich höhere Fördersätze erreichen könne, blieben Maßnahmen an Dach und Fassade in der Förderlogik strukturell benachteiligt.

Heiztechnik und Gebäudehülle müssen zusammen gedacht werden: Dämm-Maßnahmen verbessern die Effizienz von Wärmepumpen, ermöglichen niedrigere Vorlauftemperaturen, reduzieren die erforderliche Heizleistung und entlasten die Stromnetze. Studien zeigen, dass Wärmeschutz und Wärmepumpe gemeinsam deutlich wirksamer sind als jede Maßnahme für sich allein. Daher dürfe die aktuelle Diskussion über die Reihenfolge energetischer Sanierungen nicht auf die verkürzte Formel „erst Heizung, dann Dämmung“ reduziert werden. „Diese Formel ist fachlich unzureichend und berücksichtigt vor allem nicht die Tatsache, dass rund ein Viertel des Gebäudebestands zu den energetisch schlechtesten Gebäuden Deutschlands zählt, den sogenannten Worst Performing Buildings“, erklärt ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx und führt aus: „Wärmepumpen und Gebäudehülle sind keine Gegensätze. Sie sind zwei Seiten derselben Wärmewende. Eine Wärmepumpe kann in vielen Bestandsgebäuden funktionieren. Ihr voller Effizienzgewinn entsteht aber erst dann, wenn der Wärmebedarf des Gebäudes durch eine leistungsfähige Gebäudehülle dauerhaft gesenkt wird.“

BEG-Förderung sinnvoll gestalten

Die BEG-Förderung müsse diese Systemwirkung stärker abbilden, meint daher der Dachdeckerverband. Marx erläutert: „In einem von FIW und ifeu untersuchten Szenario kann eine Verringerung des Heizwärmebedarfs um 18 Prozent – durch die Kombination aus geringerem Wärmebedarf und einem effizienteren Wärmepumpenbetrieb – die Heizkosten um bis zu 37 Prozent reduzieren. Wer die Wärmewende beschleunigen will, muss auch Dach- und Fassadendämmung gleichberechtigt unterstützen.“ Denn ohne effiziente Gebäudehülle könne die Wärmepumpe ihre Möglichkeiten nicht voll ausschöpfen.

Studie: Wärmeschutz und Wärmepumpe – warum beides zusammengehört (ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung und FIW Forschungsinstitut für Wärmeschutz)

zuletzt editiert am 25. August 2026
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