Drei Personen stehen in einem Innenraum vor einem Roll-up der Dachdecker-Innung Westeifel; die mittlere Person hält eine Urkunde. Die Szene zeigt eine formelle Urkundenübergabe bei einer Ehrungs- oder Mitgliedsveranstaltung.
Die Dachdecker-Innung Westeifel ist stolz, mit Maren May eine Ausbildungsbotschafterin in den eigenen Reihen zu haben. Bei der letzten Innungsversammlung überreichten ihr Obermeister Markus Heupts (links) und Landesinnungsmeister Johannes Lauer die Mitgliedsurkunde von „Zukunft Handwerk“. (Quelle: Dachdecker-Innung Westeifel)

Ausbildung 2026-07-20T07:34:14.314Z Kerpenerin bei „Zukunft Dachdecker“ - Maren May ist Ausbildungsbotschafterin

Maren May ist 28 Jahre jung und Dachdeckermeisterin. Neben ihrem Vollzeitjob engagiert zusätzlich einer Jugendorganisation vom Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Rheinland-Pfalz. Bei der letzten Innungsversammlung überreichten Obermeister Markus Heupts und Landesinnungsmeister Johannes Lauer ihr die Mitgliedsurkunden.

Bei „Zukunft Dachdecker“ engagieren sich junge Dachdeckerinnen und Dachdecker wie Maren May, um ihren Beruf erlebbar zu machen. Das gemeinsame Ziel: mehr Jugendliche für das vielseitige und zukunftssichere Dachdeckerhandwerk begeistern. Und das tun diese „Botschafter“, die sich aus Azubis, Gesellen, Meistern und teilweise aus Betriebsinhabern zusammensetzten, bei Schulbesuchen und Ausbildungsmessen. Über die Online-Plattform www.zukunft-dachdecker.de kann man auch direkt mit ihnen in Kontakt kommen - jetzt auch mit Maren May.

Interview mit Dachdeckermeisterin Maren May

Die Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück-Region hat bei der Kerpenerin nachgefragt, was sie antreibt.

Irmgard Busch (Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück-Region): Warum hast du dich gerade für den Beruf Dachdeckerin entschieden?

Maren May: Ich wollte einen Beruf, bei dem ich am Ende des Tages sehe, was ich geschafft habe. Mir gefällt die Mischung aus körperlicher Arbeit, handwerklichem Können und dem Arbeiten an der frischen Luft. Außerdem war das Handwerk für mich schon immer vertraut, weil ich im Familienbetrieb aufgewachsen bin.

Busch: Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß – eher die Höhe, die Technik oder das Arbeiten im Team?

May: Eigentlich die Kombination aus allem. Besonders gefällt mir das Arbeiten im Team, weil man sich aufeinander verlassen muss. Gleichzeitig entwickelt sich die Technik ständig weiter – gerade bei modernen Dachsystemen wird der Beruf immer spannender.

Busch: Gab es einen Moment, wo du dachtest: „Genau deshalb liebe ich diesen Beruf“?

May: Ja, als ich meine Meisterprüfung im Mai bestanden habe. Da wurde mir noch einmal bewusst, wie weit ich gekommen bin. Es macht mich stolz, Verantwortung zu übernehmen und den Betrieb mitzugestalten.

Busch: Viele denken, Dachdecker ist nur harte körperliche Arbeit – was stimmt daran und was nicht?

May: Natürlich ist der Beruf körperlich anspruchsvoll, das gehört dazu. Aber es steckt viel mehr dahinter: Man braucht Fachwissen, technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und muss oft individuelle Lösungen finden. Außerdem erleichtern moderne Maschinen und Hilfsmittel heute viele Arbeiten.

Busch: Wie hat sich der klassische „Männerberuf“ verändert in den letzten Jahrzehnten?

May: Es arbeiten zwar immer noch mehr Männer im Beruf, aber Frauen sind längst keine Ausnahme mehr. Entscheidend ist nicht das Geschlecht, sondern Motivation, Können und Teamgeist. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass man mit guter Arbeit schnell Anerkennung bekommt

Busch: Welche Möglichkeiten hat man in dem Beruf, wenn man sich spezialisieren will?

May: Es gibt viele Möglichkeiten, zum Beispiel im Bereich energetische Sanierung, Abdichtung, Denkmalpflege oder im Fassadenbau. Man kann den Meister machen, später einen Betrieb mitübernehmen oder sich sogar selbstständig machen. Die Entwicklungsmöglichkeiten sind wirklich vielfältig.

Busch: Was würdest du jemandem sagen, der unsicher ist, ob eine Ausbildung im Handwerk das Richtige ist?

May: Einfach ausprobieren. Ein Praktikum zeigt oft viel besser, ob einem der Beruf liegt, als jede Beschreibung. Wer gerne praktisch arbeitet, Verantwortung übernehmen möchte und am Ende des Tages sieht, was er geschaffen hat, ist im Handwerk genau richtig. Und gerade als Frau sollte man sich nicht von alten Klischees abschrecken lassen – das Handwerk bietet für alle die gleichen Chancen.

zuletzt editiert am 20. Juli 2026
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