Arbeiter auf einer Solarfarm, die den Bau von Solarmodulen überwachen.
Sunbeam entwickelt und produziert Photovoltaik-Unterkonstruktionen für gewerbliche und industrielle Flach- und Schrägdächer. (Quelle: Sunbeam)

Nachhaltigkeit 2025-12-02T11:30:13.535Z Klares Signal an die Politik: Taskforce Gebäudetechnik präsentiert Kernforderungen

Die Taskforce Gebäudetechnik hat ihr Kernpapier zur zukünftigen Ausrichtung der Energiepolitik im Gebäudebereich veröffentlicht. Damit setzt das Branchengremium ein deutliches Signal: Energiepolitische Ziele können nur erreicht werden, wenn Vorgaben realistisch, umsetzbar und eng an der Praxis in den Betrieben orientiert sind. Zugleich ruft die Taskforce zu einer intensiveren Zusammenarbeit innerhalb der Branche auf. Das Papier dient als Leitlinie für die weitere Arbeit der Taskforce.

Das Kernpapier erscheint in einer Phase intensiver politischer Diskussionen über die Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Vor diesem Hintergrund betont die Taskforce, dass die Energiewende im Gebäudesektor nicht allein über ambitionierte Zielmarken gelingen kann. Entscheidend seien vielmehr klar formulierte politische Rahmenbedingungen, die tatsächliche Umsetzbarkeit im betrieblichen Alltag berücksichtigen. Diese Position habe die Taskforce, zu denen auch der ZVDH gehört, bereits im Dialog mit dem Bundeswirtschaftsministerium deutlich gemacht.

Zentrale Hebel für mehr Investitionen und Umsetzungskraft

Im Kernpapier benennt die Taskforce zentrale energiepolitische Stellschrauben, die Investitionen anreizen und die Umsetzung in der Praxis stärken sollen. Im Fokus stehen dabei marktliche Impulse, verlässliche Förderkulissen, technologieoffene Infrastrukturentscheidungen sowie ein spürbarer Abbau bürokratischer Hürden.

Die wichtigsten energiepolitischen Hebel im Überblick:

  • Wirksame marktorientierte Impulse: Ein verlässlicher und effektiver CO₂-Preis soll Investitionen in effiziente und klimafreundliche Gebäudetechnik stärken
  • Praxistaugliche Gesetzgebung: Regelwerke müssen so gestaltet sein, dass sie im betrieblichen Alltag funktionieren und Betriebe von unnötiger Bürokratie entlasten.
  • Langfristige Förderstrategie: Eine einfache, stabile und langfristig angelegte Förderung – inklusive einer weiterentwickelten Bundesförderung – gilt als Schlüssel für Investitionssicherheit.
  • Technologieoffener Ausbau von Infrastruktur: Erneuerbare Energien, Netzinfrastruktur, Speicher sowie digitalisierte Netze müssen koordiniert und ohne technologische Scheuklappen ausgebaut werden.
  • Digitalisierung der Energiewende: Dynamische Stromtarife und ein schneller Rollout intelligenter Messsysteme sind notwendig, um die Flexibilisierung des Energiesystems voranzutreiben.
  • Kommunale Wärmeplanung mit fairen Wettbewerbsbedingungen: Die Wärmeplanung soll dezentrale Lösungen ermöglichen und darf keine Anschlusszwänge erzeugen.
  • Anerkennung gebäudetechnischer Beratungsleistungen: Die Beratungsarbeit des gebäudetechnischen Handwerks soll ordnungs- und förderpolitisch angemessen berücksichtigt werden.
  • Fachkräfte sichern: Qualifizierte Fachkräfte sind eine zentrale Voraussetzung für die Umsetzung der Energiewende. Deshalb müssen duale Ausbildung und Meisterqualifikation weiter gestärkt werden.
  • Klimafolgenanpassung mitdenken: Für den Umgang mit Klimafolgen braucht es konkrete Maßnahmen wie Kühlung, Dämmung sowie Dach- und Fassadenbegrünung.
zuletzt editiert am 03. Dezember 2025