Personen in Sicherheitswesten betrachten einen großen Eisbecher in einem Besprechungsraum.
Von links: Thomas Dörflinger, Wolfgang Dahler und Andreas Linzmeier. (Quelle: Linzmeier)

Arbeitssicherheit 2026-04-29T07:50:40.453Z Kreislaufwirtschaft durch Bürokratie ausgebremst

Beim Unternehmensbesuch der Firma Linzmeier Bauelemente GmbH durch den Bundestagsabgeordnetem Wolfgang Dahler, Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger und drei Gemeinderäten ging es unter anderem um die Kreislauffähigkeit von Polyurethan (PU)-Dämmstoffen. Die Branche hat mit einem Kreislaufprojekt in Berlin und Brandenburg den Nachweis erbracht, dass der PU-Dämmstoff kreislauffähig ist. Dort werden Verschnittreste des Dämmstoffes auf Baustellen gesammelt und anschließend zu PU-Funktionswerkstoffen umgewandelt, die unter anderem in Gebäuden eingesetzt werden.

Allerdings stehen einer umfassenden Verwertung der Dämmstoffe auch aus dem Rückbau von Gebäuden die bürokratischen Hürden des Abfallrechts entgegen. Dazu sagt Tobias Schellenberger, Geschäftsführer des Industrieverbandes Polyurethan-Hartschaum (IVPU): „Es ist nicht vermittelbar, warum der Dämmstoff, der über die Zeit im Gebäude seine Produkteigenschaften nicht verloren hat, nun auf einmal als Abfall gilt und unter verschärften Bedingungen behandelt werden soll.“ Das verteuert die Wiederverwertung um bis zu Faktor drei im Vergleich zur Herstellung von Primärprodukten. Damit sind Baustoffe aus Sekundärprodukten nicht wettbewerbsfähig. „Um Stoffkreisläufe schließen zu können, dürfen künftig die wertvollen nicht gefährlichen Sekundärrohstoffe auch aus dem Gebäuderückbau nicht mehr als Abfall definiert und behandelt werden“, sagt Tobias Schellenberger.

Andreas Linzmeier, Geschäftsführer der Linzmeier Bauelemente GmbH, ergänzt: „Hochleistungsdämmstoffe wie unsere haben nach etwa einem halben Jahr Einsatz im Gebäude durch die Reduzierung des Heizenergiebedarfs das CO2 eingespart, was der Dämmstoff von der Ölförderung bis zu seiner Herstellung erzeugt. Die Politik muss nun dafür sorgen, dass die Voraussetzungen für einen zügigen und wettbewerbsfähigen Ausbau der Stoffkreisläufe geschaffen werden. Außerdem arbeiten wir als Unternehmen am Ersatz von fossilen durch nachwachsende Rohstoffe, um den CO2-Abdruck unserer Dämmprodukte weiter zu verbessern.“

Auf dem gemeinsamen Rundgang durch die Produktionshallen erhielten die Politiker Einblicke in die Herstellung und Weiterverarbeitung von Dämmplatten aus Polyurethan. Darüber hinaus informierte Andreas Linzmeier über das bestehende Recycling von Bruchstücken, Verschnitten oder Produktionsabfällen zu Konstruktionsbauplatten und die Lagerhaltung von annähernd 50 verschiedenen Produkten in unterschiedlichen Dämmstärken.

zuletzt editiert am 30. April 2026