Michael Meiner und André Meiner
Michael (links) und André Meiner sind sich einig: „Das geht nicht, gibt es bei uns nicht.“ (Quelle: DDH)

Porträts

15. March 2022 | Teilen auf:

Geht nicht, gibt’s nicht

Porträt: Von Mayen aus in die Welt: Das Familienunternehmen Meiner hat sich auf anspruchsvolle Metalldachsysteme spezialisiert. Die Hurrikan-Tauglichkeit liefern die Dachdecker gleich mit. Auch Hamsterräder laufen aus der neuen Lasermaschine.

In Dachdeckerkreisen hat Mayen einen guten Klang. Das liegt zum einen an der Bundesfachschule für Dachdecker, zum anderen an der Schiefergrube Katzenberg und dem Unternehmen Rathscheck. Doch es gibt noch mehr zu entdecken, zum Beispiel ein Dachdecker-Unternehmen, das sich früh auf Metalldachsysteme spezialisiert hat. Wenn die Ansprechpartner unter www.meiner-dach.de Dirk Meiner, Rolf Meiner, André Meiner und Michael Meiner heißen, kann man davon ausgehen, dass es ein Familienunternehmen ist.

Auszeichnung: Großer Preis des Mittelstandes

Prokurist Micha Meiner und Geschäftsführer André Meiner hatten vor einigen Wochen Grund zur Freude. Bei einer festlichen Gala erhielten sie die Auszeichnung als Filialist beim Großen Preis des Deutschen Mittelstandes für Rheinland-Pfalz 2021. Die Kriterien sind neben der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Innovationskraft auch das Engagement in der Region und der Servicegedanke. Das leben die Unternehmer vor, die so lange technische Lösungen und Produkte entwickeln, bis es so passt, dass es den Anforderungen genügt. Ein Highlight war 2015: Zusammen mit Statikern, Architekten, dem TÜV-Süd und einem Lieferanten für Dachdeckungen entwickelte Meiner ein Metalldach für die Bahamas, das sogar einem Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von 320 km/h standhält.

Metall für Dachdecker

Dafür war die Planung extrem umfangreich. Beim TÜV mussten die Windsogkräfte getestet werden, bis die Behörde grünes Licht gab. 320 km/h Windgeschwindigkeiten musste das Dach aushalten, da auf den Bahamas extreme Stürme wüten und oft ganze Dächer herabfliegen. Nach Freigabe und Zertifizierung mussten die Mitarbeiter die ganzen Dachteile für den Transport auf die Bahamas präparieren, inklusive Frachtkosten und Behördengänge. Vier Mitarbeiter arbeiteten dann vor Ort permanent am Einbau der Konstruktion. Klar war, dass vor Ort in den 2,5 Jahren Montageeinsatz viel Improvisation gefragt war. „Alleine die Produkte in einem Baumarkt auf den Bahamas sind nicht mit unseren zu vergleichen. Da liegen krumme Schrauben im Sortiment“, schmunzelt Michael Meiner. Beim sogenannten Paradies Bahamas gibt es durchaus Schattenseiten. Wenige reiche Bewohner schotten sich vom armen Rest der Insel ab. „Dennoch war es eine interessante Erfahrung. Das Dach hält bisher allen Stürmen stand, es entstanden sogar Folgeaufträge vor Ort“, berichtet André Meiner.


Auch wenn der Auftrag nicht immer auf den Bahamas ist – Meiner arbeitet deutschlandweit und hat sich einen guten Namen im Bereich Metallbau am Dach erarbeitet. Das liegt auch an der konsequent technischen Ausrichtung des Unternehmens. Hier wird Metall gelebt und weiterentwickelt, das Wissen, was wo für den Dachdecker gebraucht wird, ist außergewöhnlich. In Mayen sind Tüftler am Werk, die sich für nichts zu schade sind. Alle Geschäftsführer tragen das Meiner-Gen in sich und kommen dabei ganz entspannt rüber. Sogar die Ehefrauen von André Meiner und Michael Meiner erlernten den Dachdecker-Beruf. 2006 schloss Tamara Meiner die Dachdecker-Prüfung ab.

Hamsterräder aus der Lasermaschine

Meiner Werkhalle
Digitale Prozesse, praktisch umgesetzt: Die Mitarbeiter von Meiner in den Werkhallen (Quelle: DDH)

„Unser Gedanke war immer, ins eigene Unternehmen zu investieren, das ist unsere Philosophie“, sagt André Meiner. Und das praktischerweise mit Produkten, die auch Dachdecker nutzen können. Bei Meiners sagt man zum Glück nicht win-win, es ist aber so. 2005 wurde Umotec, 2019 das Unternehmen LSM gegründet. Beide Tochterunternehmen entwickeln notwendiges Zubehör für die Dach- und Fassadenarbeiten, Schwerpunkt ist der Metallbau. 2020 kam eine digitale Laserschneidemaschine dazu, die zum Beispiel Kiesfangleisten, Lüftungsgitter, Randwinkel oder Kantteile fürs Trapezblech anfertigen kann. Das macht Sinn, damit spart Meiner die Kosten für die Bestellung bei Herstellern und kann eigenständig planen und kalkulieren. Außerdem sorgt das zweite Standbein für weitere Aufträge. Die Lasermaschine kann aber noch mehr. „Vor Kurzem haben wir auch schon mal 15.000 Hamsterräder produziert“, lacht André Meiner, getreu nach dem Prinzip „geht nicht, das gibt es bei Meiner nicht“. Für den Bereich Flachdach hatten die Techniker zum Beispiel eine spezielle Lichtkuppelecke entwickelt. Auch dafür gab es ein Patent, das allerdings nicht verlängert wurde.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 04.2022.

zuletzt editiert am 16.03.2022