Steildach: Ein Meisterwerk des traditionellen Handwerks schuf die Rosenkranz GmbH aus dem Westerwald: Mit seinem kunstvoll gestalteten Schieferdach in Schuppen-Deckung zeigt sich ein Gebäude in Hamburg nicht nur für diese Gegend als etwas ganz Besonderes. Dieses Dach ist nicht nur ein Schutz gegen Wind und Wetter, sondern auch ein Statement für zeitlose Ästhetik und Perfektion. Für diese Perfektion bedurfte es detaillierter Planung, diversen Vorbesprechungen und vor allem perfekter Schnürung.

Das Dach des traumhaft gelegenen Einfamilienhauses ist mittlerweile das dritte, das die Rosenkranz GmbH in Hamburg fertiggestellt hat. Den Dachdeckern aus dem Westerwald eilt ihr guter Ruf voraus. Hier arbeiteten die Dachdeckermeister Manfred und Sammy Rosenkranz mit ihrem Team auf Empfehlung, während der erste Auftraggeber in der Hansestadt durch einen Filmbeitrag im SWR auf die Schieferdecker aufmerksam wurde. Mittlerweile sind sie im ganzen Bundesgebiet gefragt. Er kennt Kunden, die drei Jahre einen passenden Betrieb gesucht haben, bis sie bei Ihnen fündig wurden. „Man muss mit guter Beratung und natürlich guter Arbeit eine Vertrauensbasis schaffen, das ist wichtiger als alles Andere. Dann erkennen die Kunden auch, dass eine Schieferdeckung preiswert ist“, erklärt Senior Manfred Rostenkranz.

Planung mit Modell
Sechs Wochen deckten die Dachdecker am Dach im hohen Norden. In der Regel verbrachten sie an vier Tagen der Woche zehn Stunden auf der Baustelle, um das verlängerte Wochenende zu Hause verbringen zu können. Die Vorbereitungen allerdings hatten da schon einige Zeit in Anspruch genommen.
Ursprünglich war das schmucke Haus mit Reet gedeckt. Die Hausbesitzer hatten sich aus Gründen des Brandschutzes, der Langlebigkeit und der geringeren Wartungsintensität entschlossen, auf Schiefer umzusatteln. Im Zuge der Renovierung und des Dachgeschossausbaus entschied man sich auch, von den ehemals fünf „Ochsenaugen“ drei im Ursprungszustand zu belassen und zwei zu einer geschweiften Schleppgaube zu vereinen. Der beauftragte Zimmereibetrieb baute das Reet zurück, kontrollierte und ertüchtigte, wo nötig, den Dachstuhl. Eine Aufdachdämmung komplettierte die Unterkonstruktion. Die Ortan- und Untersichten bekleideten die Zimmerer mit dunkelbraunen Glattkantbrettern. Auf Rosenkranz' Hinweis: „Da darf nichts federn“, schalten die Zimmerer die belüftete Dachfläche auf der Konterlattung mit 32 mm Nut-Feder-Brettern und brachten die Unterdeckbahn an.
Die Erstellung der Gauben war für die Holzbauer eine Herausforderung. Der Schwung musste exakt auf die Konzeption des Daches und die Bedürfnisse der Dachdecker ausgelegt werden. „Wenn da nicht exakt gearbeitet worden wäre, wäre der rechte Schwung der einen Gaube in der Kehle gelandet und der linke Schwung der anderen Gaube über den Ortgang hinaus gegangen“, erinnert sich Manfred Rosenkranz „Weil Papier geduldig ist, bin ich dorthin gefahren und habe mit den Kollegen ein 1:1-Modell mit dünnen OSB-Platten gebaut.“
Die Krux war die Kehleinteilung
Bevor mit der eigentlichen Schieferdeckung begonnen wurde, fuhr Senior Rosenkranz mit dem Auszubildenden Domenik für etwa 14 Tage auf die Baustelle im hohen Norden. Bei diesem Dach wollte er Nichts dem Zufall und die Kehlschalung nicht dem Zimmerer überlassen. Er schalte die Kehlen nicht wie üblich mit einem Kehlbrett und seitlichen Dreikantleisten, sondern nutzt ein Herzlagerbrett. Die eigenlichen Kehlbretter sind seitlich abgeschrägt und variabler anzubringen. Den Kehlanfang bildet eine Dreischichtplatte. „Die Krux war die Kehleinteilung. Ich musste absolut sicher gehen, dass die Zwischenflächen ineinander laufen", betont der Dachdeckermeister. Mithilfe einer dünnen Alu-Schiene haben er und der Schieferdecker-Nachwuchs die Gebindelinien exakt vorgezeichnet.
Die Fuß- , Ort- und Firstdeckung erfolgte in eingebundener Deckart
So vorbereitet konnten die Mitarbeiter der Rosenkranz GmbH unter Führung von Juniorchef Sammy Rosenkranz die Dacheindeckung in Angriff nehmen. Die Vorderseite erhielt eine Rechstdeckung - von links nach rechts - aus Schuppen der Größe 36/28. Die Rückseite wurde links gedeckt. Ebenso bekam der Anbau zwei Deckrichtungen.
Die Fuß- , Ort- und Firstdeckung erfolgte in eingebundener Deckart, wobei der Endort als Doppelendort ausgeführt wurde. Um die Ortausbildung besser vor den extremen Witterungseinflüssen, vor allem dem starken Wind, besser zu schützen, kanteten die Schieferdecker eine zweiteilige Ortgangrinne aus lackiertem Zink analog zur Dachentwässerung mit der halbrunden Dachrinne. Zuerst montierten sie eine Wangenkehle, die abschließend mit einem U-Profil abdedeckt wurde. Aus bauphysikalischen Gründen musste ein Lüfterfirst aufgebracht werden. Auch hier griffen die Dachdecker auf selbstgekantete Titanzink-Profile zurück. Besonders aufwendig war die Montage der Dachrinne an den Gauben. Segmentierte Kastenrinnen leiten hier das Wasser ab.

Kunstwerk Kehle
Sämtliche Durchdringungen und der Anbau wurden selbsverständlich ausgekehlt. Die beiden Hauptkehle - eine linke, eine rechte - sind vom Wasserstein aus gedeckt mit zwanglosem Übergang eingebunden. Hier wie auch in den Kehlen der Gauben schmiegt sich ein Kehlstein an den nächsten. Sperrungen sucht man vergebens. Ein ganz besonderes Kunstwerk stellen die Firstabschlüsse der Gauben dar. Der Aufwand von Manfred Rosenkranz die Schnürung betreffend, hat sich auf jeden Fall gelohnt. Alle Gebinde laufen harmonisch ohne Absätze oder Abstandsänderungen ineinander. Ein lackiertes Zinkblech deckt das waagerechte Gebinde unterhalb der Gauben ab. Die Schilder bekleiden helle Nut-Feder-Bretter. Die Blende für die Holzunterkonstruktion der Gauben, die mit Kanthölzern auf Gehrung ausgeführt ist, bilden rund ausgeschnittene dunkelbraune Glattkantbretter.
Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 05. 2026.



