Das Solarcamp am Berufskolleg Ulrepforte in Köln zeigte, wie praktische Berufsbildung und Klimakompetenz erfolgreich zusammenfinden konnten. Über eine Woche hinweg erhielten Auszubildende – insbesondere aus dem Dachdeckerhandwerk – fundierte Einblicke in Theorie und Praxis der Solartechnik, direkt auf dem Schulgelände. Das „Solarcamp Ulrepforte“ ist ein Ableger des bundesweiten Formats „Solarcamp for Future“, das ursprünglich aus der Fridays-for-Future-Bewegung hervorging.
Josef Peuker und Ronald Biallas von der Solaroffensive Köln waren maßgeblich an der Umsetzung beteiligt und hatten Unterstützer aus dem Handwerk mobilisiert. Gemeinsam mit Hannah Vater, Koordinatorin der Dachdeckerabteilung am Berufskolleg Ulrepforte, wurde das Camp erstmals in dieser Form realisiert – eingebettet in den schulischen Alltag mit Jugendlichen aus verschiedenen Bildungsgängen: Berufsfachschule, Dachdeckerhandwerk und Tischlerei. 12 Teilnehmer:innen nahmen am Camp teil darunter Dachdecker:innen, Tischler:innen und Berufsfachschüler:innen, unter anderem auch Berufsfachschüler*innen.

Motivation: Betriebe im Wandel, Azubis im Aufbruch
Zwei angehende Dachdecker hatten sich freiwillig für das Camp angemeldet. „Ich habe meinen Chef gefragt – wenn wir das in Zukunft machen wollen, ist es doch gut, wenn ich schon ein bisschen Theorie kenne“, berichtete einer von ihnen.
Vom Wechselstrom zur Dachkante
Das Camp vermittelte Grundlagen der Elektrotechnik und Photovoltaik – von Wechselstrom bis Modulverschaltung. Anschließend ging es an die praktische Montage: Wie befestigt man Module sicher auf dem Dach? Welche Systeme sind gängig? Ein besonderes Highlight war der Solaranhänger, ein mobiles Lernmodul, mit dem sich Energieverbrauch und -gewinn anschaulich testen ließen. Das Lernkonzept war bewusst niederschwellig gehalten – ideal auch für Schülerinnen und Schüler ohne gefestigte Berufswahl.
Ein Besuch im Energiekompetenzzentrum Kerpen-Horrem rundete die Woche ab. Ziel war es, ein grundlegendes Verständnis für die Energiewende und die Rolle des Handwerks zu vermitteln. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen durchweg positiv aus.
Besonderer Dank galt Dachdeckermeister Peter Frings
https://bedachungen-schoenecker.de/kontakt/
und dem Team der
Firma Lorenz Montagesysteme
sowie dem Energie-Kompetenz-Zentrum des Rhein-Erft-Kreises in Kerpen
https://ekozet-rek.de/angebote/lernraum-ekozet-ausserschulischer-lernort/
.
Sie hatten das Camp nicht nur fachlich, sondern auch mit Materialien unterstützt – darunter Solarmodule, Unterkonstruktionen und ein komplettes Demonstrationsmodell für Gründach-Solar-Kombinationen. Ohne dieses Engagement wäre das Camp in dieser Form nicht möglich gewesen. „Die Unterstützung durch die Betriebe war für uns essenziell“, betonte Hannah Vater rückblickend.
Fazit: Ein Modell mit Zukunft
Das Solarcamp in Köln verband Berufspraxis, Klimabildung und Zukunftsperspektiven. Es machte Mut – für Betriebe, die den Schritt in die Solarbranche wagen wollten, und für Auszubildende, die sich frühzeitig Kompetenzen in einem zukunftsrelevanten Bereich aneignen möchten. Denn klar ist: Der Bedarf an qualifizierten Dachdeckern mit Solarkompetenz wird weiter steigen.