In sechs Bundesländern besteht bei einer Dachsanierung eines Wohnhauses eine Solarpflicht.In Nordrhein-Westfalen gilt sie seit dem 1. Januar 2026, sobald das Dach vollständig erneuert wird (Paragraf 42a BauO NRW). Wann brauchen Dachdeckerbetriebe Kräne?
Bei Neubauten kennt man die Solarpflicht längst. In sechs Bundesländern betrifft sie jedoch auch den Bestand: Wird das Dach eines bestehenden Wohnhauses grundlegend saniert, muss Photovoltaik mit aufs Dach. Zu den betroffenen Bundesländern zählen Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, und Nordrhein-Westfalen. Für die reine Modulmontage reicht auf einem Einfamilienhaus oft der Schrägaufzug. Sobald Ziegel, Dämmung und Module in einem Zug aufs Dach sollen, übernimmt ein Dachdeckerkran für typischerweise 200 bis 450€ pro Tag (netto, ohne Bediener) das Heben.
Wann lohnt sich ein Kran bei der Dachsanierung?
Für die reine Modulmontage bei Einfamilienhäusern reicht oft der eigene Schrägaufzug des Dachdeckerbetriebs: schnell, günstig und für einzelne Module sowie Werkzeug völlig ausreichend. Ein eigener Kran lohnt sich in vier Situationen:
- Zeit: Palettierte Ziegel, Dämmstoffpakete und Module gehen im selben Einsatz aufs Dach, statt in drei Etappen mit drei Anfahrten.
- Höhe: Ab etwa drei Vollgeschossen oder Firsthöhen über 15m wird der Aufzug lang, schwer und windanfällig; der Dachdeckerkran mit 15 bis 18m Hakenhöhe ist hierfür gebaut.
- Enge Zufahrt: Wo der Aufzug wegen Wintergarten, Anbau oder Vorgarten nicht angestellt werden kann, hebt der Kran über das Hindernis hinweg.
- Schwere Einzelteile: Gauben, Kaminelemente oder komplette Unterkonstruktionen können Aufzüge überfordern.
Eine frühe Einplanung ist hier wichtig: Ein Kran, der ohnehin für die Ziegel bestellt ist, hebt die Modulpaletten im selben Einsatz mit. Wer die PV-Logistik erst nach der Sanierung organisiert, bezahlt die Anfahrt und die Rüstzeit doppelt.
Übersicht: Dachdeckerkrananbieter nach Bundesland
Dachdeckerkran-Anbieter nach Bundesland (Stand: 15. Juli 2026)
| Bundesland | Anbieter mit Dachdeckerkran | Solarpflicht bei Dachsanierung (Wohngebäude) |
|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen |
18 |
ja, seit 01/2026 (§ 42a BauO NRW) |
| Bayern |
7 |
nein (Empfehlung für private Dächer) |
| Brandenburg |
6 |
nein |
| Hessen |
4 |
nein |
| Niedersachsen |
4 |
ja, seit 01/2025 (§ 32a NBauO) |
| Baden-Württemberg |
3 |
ja, seit 01/2023 (§ 23 KlimaG BW) |
| Berlin |
3 |
ja, seit 01/2023 (Solargesetz Berlin) |
| Rheinland-Pfalz |
3 |
nein |
| Schleswig-Holstein |
3 |
nur Nichtwohngebäude |
| Mecklenburg-Vorpommern |
2 |
nein |
| Sachsen |
2 |
nein |
| Sachsen-Anhalt |
2 |
nein |
| Thüringen |
2 |
nein |
| Hamburg |
1 |
ja, seit 01/2024 (HmbKliSchG) |
| Bremen |
0 |
ja, seit 07/2024 (BremSolarG) |
| Saarland |
0 |
nein |
Deutschland gesamt: 60 Anbieter, davon 29 in den sechs Ländern mit Solarpflicht bei der Dachsanierung. In Bremen und im Saarland gibt es keinen einzigen von KranVergleich.de erfassten Anbieter mit Dachdeckerkran. Dachdecker zahlen dort bei jeder Solarpflicht-Sanierung die Anfahrt aus dem Nachbarland mit.
(Quelle: KranVergleich.de)
Was kostet ein Kran bei der Dachsanierung?
Ein Dachdeckerkran kostet typischerweise 200 bis 450€ pro Tag (netto, ohne Bediener). Nach Hakenhöhe gestaffelt kostet ein Dachdeckerkran bis 10m 120 bis 220€ pro Tag, die Standardklasse 15–18m 200 bis 320€ und die Klasse 20–25m 280 bis 420€ pro Tag. Für die mehrwöchige Sanierung liegt die Wochenmiete bei 1.000 bis 2.500€.
Quelle und weitere Infos unter: KranVergleich.de
