In der Werkhalle der Dachdecker-Meisterschule der Handwerkskammer Köln wurde erneut traditionelle Schieferkunst lebendig: Nach einer mehrjährigen Pause kamen Dachhandwerker aus ganz Deutschland zum bekannten Ornamentkurs zusammen. Über fünf Tage hinweg entwarfen sie filigrane Motive, bearbeiteten das Schiefermaterial und setzten Stein für Stein kunstvolle Bilder zusammen.

Erstmals übernahm Johannes Seger die Leitung des Ornamentkurses und stützte sich dabei auf die jahrelange Erfahrung seines Kollegen Mike Lindner. Mit einer klaren und strukturierten Herangehensweise gestaltete Seger den Lehrgang so, dass Theorie und Praxis nahtlos ineinandergreifen.
Das Fundament des Kurses bilden weiterhin die erfahrenen Dozenten Uwe Bierbaum und Martin Lorenz. Mit ihrem sicheren Gespür für Form und Proportion stehen sie den Teilnehmern unterstützend zur Seite: Sie greifen gezielt ein, wenn Unterstützung nötig ist, und lassen die Teilnehmer eigenständig Lösungen entwickeln, wenn der kreative Prozess im Fluss ist. Der Kurs begann mit einer kompakten Einführung, bei der die Teilnehmenden ihre zuvor ausgewählten Motive prüften und die Proportionen sorgfältig abglichen. Die Handwerkskammer Köln sorgte für die Vorbereitung der Vorlagen und Holzplatten, die als Grundlage dienten. Zwei identische Musterbögen bildeten die Basis für jedes Ornament, bevor der kreative Prozess startete: schneiden, sortieren, anordnen und fixieren. Schritt für Schritt entstanden aus kleinen Schiefersteinen Linien, die sich zu Bildern formten.
Die bewusst begrenzte Größe der Ornamente hat sich einmal mehr bewährt: Sie fördert die Konzentration und ermöglicht es, sämtliche Werke innerhalb der Kurszeit fertigzustellen. Am Ende der Woche entstanden individuelle Kunstwerke – Wappen, Tiermotive, Szenen oder Zeichen – jedes unverkennbar geprägt von der Handschrift seines Schöpfers. Ein Großteil des benötigten Farbschiefers für den Kurs wird auch 2026 von der Primero-Schiefer GmbH aus Wipperfürth geliefert. Am letzten Tag wurden die fertiggestellten Ornamente nebeneinander präsentiert, fotografiert und für den Transport vorbereitet. Anschließend nahmen die Teilnehmenden ihre Werke mit in die Betriebe – sei es als Referenzobjekt, Blickfang oder Inspiration für neue Projekte. Müde Hände und stolze Gesichter verrieten den Einsatz und die Leidenschaft, die in jeder Arbeit stecken.