Corona-bedingt nur so möglich, passte aber gut zum Thema: Das Interview zur Digitalisierung wurde per Videokonferenz durchgeführt.  Im Uhrzeiger: Jan Voges, Michael Zimmerman, Felix Moll und Dirk Sindermann. Foto: DDH
Corona-bedingt nur so möglich, passte aber gut zum Thema: Das Interview zur Digitalisierung wurde per Videokonferenz durchgeführt. Im Uhrzeiger: Jan Voges, Michael Zimmerman, Felix Moll und Dirk Sindermann. Foto: DDH

Digitalisierung

17. December 2020 | Teilen auf:

Digitalisierung ist Chefsache

Wie nutzen Dachdeckerbetriebe die Digitalisierung? Vier Unternehmer schildern, wie sie ihren Betrieb mit digitalen Hilfsmitteln leistungsfähiger machen. Im ersten Teil beschreiben die Betriebsinhaber, wie man am besten startet, räumen mit Missver­ständnissen auf und sagen, wie wichtig der Austausch mit Gleichgesinnten ist.

Digitalisierung wird in vielen Gesprächsrunden und Vorträgen als umfassende Veränderung aller Lebensbereiche diskutiert. ­Dieser große Rahmen hat sicherlich seine Berechtigung, aber viele fragen sich, ob es nicht auch etwas konkreter geht. Wie Dachdeckerbetriebe ihre Abläufe verändern, welche Chancen sie sehen und was sich im Dachdeckerhandwerk noch entwickeln muss, haben wir deshalb mit  den vier Betriebsinhabern Felix Moll, Dirk Sindermann, Jan Voges und Michael Zimmermann diskutiert. Zeitgemäß und themengerecht wurde das Interview per Videokon­ferenz durchgeführt.

Woran merke ich als Kunde bei Ihrem Betrieb, dass Sie sich mit Fragen der Digitalisierung auseinandersetzen?  
Dirk Sindermann: Ein kleines Beispiel: Wenn uns ein Kunde anruft, den wir bereits hinterlegt haben, können wir ihn direkt namentlich  ansprechen und sehen all seine Vorgänge und Projekte auf einen Blick.

Felix Moll: Das merkt der Kunde bei Ortsterminen am Tablet, welches wir nutzen, um alle Informationen direkt digital aufzunehmen. Diese Informationen sind in der späteren Kommunikation sehr hilfreich – ich weiß direkt, worum es geht, und kann mit dem Kunden sofort auf den Punkt kommen. Alles läuft strukturierter ab.

Jan Voges: Ganz einfach darüber, dass wir im Internet gut zu finden sind und Kunden direkt herausfinden können, ob wir ein passender Anbieter für sie sind. 

Michael Zimmermann: Ergänzend zu den anderen Punkten: Ich mache es den Kunden ganz einfach, mit mir in Kontakt zu treten und zu bleiben, zum Beispiel durch Onlineterminbuchungen und die Auffindbarkeit im Internet und in Social-Media-Kanälen. Das Thema Digitalisierung ist allgegenwärtig. Welche Missverständnisse sind aus Ihrer Sicht verbreitet? 

Michael Zimmermann: Viele verbinden den Begriff Digitalisierung nur mit neuen Geschäftsmodellen und Start-up-Firmen. Das ist ein Missverständnis, es geht gerade im Handwerk weniger um neue Geschäftsideen, sondern vor allem um die Verbesserung der Zusammenarbeit im Betrieb. Dafür setzt man digitale Hilfsmittel ein.

Jan Voges: Die Hürden im Kopf sind bei vielen hoch, weil sie denken, sie müssten große Innovationen hervorbringen. Daher ist es wichtig, dass Wege aufgezeigt werden, wie man konkret beginnen kann. Und ja, es kostet erst einmal Zeit, sich mit dem Thema zu befassen und Abläufe zu automatisieren. Daraus entstehen aber auch zeitliche Freiräume – und man hält als Unternehmer Schritt mit dem technischen Wandel. Auch Henry Ford musste erst einmal Fließbänder bauen, bevor er Autos in Serie produziert hat.


Und wie beginnt man am besten?

Felix Moll: Der erste Schritt sollte sein, dass man die Grundstrukturen ­seiner Organisation überprüft und sich Gedanken darüber macht, was im eigenen Unternehmen gut und weniger gut funktioniert. Die Digitalisierung sollte man immer als Hilfsmittel verstehen, um seine analogen Prozesse einfacher und besser darzustellen. 

Dirk Sindermann: Fast alle Betriebe sind ja bereits ein Stück in der Digitalisierung angekommen – alle nutzen in irgendeiner Form zum Beispiel Rechner. Bei den meisten Betrieben laufen einige Prozesse digital und viele noch analog. Die Kernfrage lautet: Wie bringe ich das übereinander?

Malte von Lüttichau

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 23.2020.