Ein modernes Einfamilienhaus mit Dachgauben und Ziegeldach, das eine zeitgemäße Architektur zeigt.
Das neue Dach entspricht nicht nur technisch den neuesten Ansprüchen, es sieht mit seinen An- und Abschlüssen auch viel edler aus. (Quelle: DDH)

Steildach 2026-01-28T13:36:57.399Z Energetische Sanierung nach KfW-Standard

Steildach: Massive Probleme mit innenliegenden Dachrinnen waren ausschlaggebend für die Entscheidung eines Bauherrn, sein Dach neu eindecken zu lassen. Da auch der sommerliche Wärmeschutz zu wünschen übrig ließ, hat er auf Anraten von Dachdeckermeister Michael Koch aus Grevenbroich eine energetische Sanierung nach KfW-Standards durchführen lassen. So konnte er alle Aspekte – einschließlich der Optik – abhaken.

Das schicke Einfamilienhaus in einer kleinen Gemeinde am Niederrhein aus den 80er-Jahren war eingedeckt mit Betondachsteinen und hatte eine innenliegende Zinkrinne. Diese war für heutige Verhältnisse zu eng dimensioniert, sodass die Entwässerung bei Starkregenereignissen an ihre Grenzen stieß. Außerdem hatten sich schon einzelne Hauerbuckel verabschiedet, die die Befestigungsmittel vor Korrosion und den Gesimskasten vor Regeneintrag schützen sollten. Atelierfenster sorgten für die Belichtung im Dachgeschoss. Faserzementplatten bekleideten den Giebel, Schiefer die aufgehenden Bauteile. Die Wärmedämmung bestand wie bei den meisten Bauvorhaben dieser Zeit aus 100 Millimeter Mineralwolle mit Alu-Kaschierung. Als Vordeckung diente eine SPF-Gitterfolie, die sich schon in ihre Bestandteile auflöste.

Eine Dachkonstruktion mit freiliegender Isolierung und Holzsparren, die für Bauarbeiten vorbereitet wird.
Freiliegender Dämmstoff. (Quelle: Michael Koch Bedachungen, Grevenbroich)

Die Dämmelemente basieren auf Phenolharz

Die Sanierung der 225 Quadratmeter großen Dachfläche erfolgte nach Vorgaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit der Unterstützung eines baubegleitenden Energieberaters. Es musste also ein Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) von 0,0014 W/m²K erreicht werden.

Nach dem Rückbau der vorhandenen Eindeckung verlegten die Dachdecker eine Klimamembran auf der Oberkante der Sparren. Die Bahn mit einem sd-Wert von zwei Metern erhielt einen luftdichten Anschluss ringsum, der durch Paste gewährleistet wird. Zügig, die Membran ist laut Hersteller nur zwei Wochen für die freie Bewitterung geeignet, brachte das Koch-Team 120 Millimeter Resol-Hartschaum-Platten auf. Die Dämmelemente basieren auf Phenolharz, das bekannt für seine Stabilität und Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischen Einflüssen, Säuren und hohen Temperaturen ist. Das Element hat eine Wärmeleitfähigkeit von 0,022 W/(mK) und ist leistungsstark, aber leichter als Holzfaserplatten. Sein diffusionsfähiger Aufbau ermöglicht die Ableitung von Feuchtigkeit und fördert die Austrocknung des Daches, wodurch Schimmelbildung vermieden werden kann. Vollflächig oberhalb der Sparren verlegt, verhindert die Aufdachdämmung die Bildung von Wärmebrücken und benötigt keine zusätzliche Schalung.

Das Dämmelement verfügt über Vliesdeckschichten und eine dreilagige Unterdeckbahn aus Polypropylen. Die Einstufung gemäß Brandverhalten mit Klasse E war für Dachdeckermeister Koch, langjähriger Feuerwehrmann, ein wichtiges Argument. Die Druckfestigkeit beträgt mindestens 120 kPa. Das Produkt erfüllt die Anforderungen der DIN 4108-10 für den Anwendungstyp DAD und hat die Betretbarkeitsprüfung bestanden. Mit einer grünen Farbe und schwarzer Bedruckung ist es mit einer Nut-Feder-Verbindung und einer integrierten Doppelklebezone ausgestattet.

Ein Dach wird mit DivoDämm Membran isoliert, während ein Arbeiter die Folie anbringt.
Die Mineralwolle wurde im Gefachbereich belassen. Da die Klimamembran als Luftdichtheitsschicht dient, wurde sie mit Klebeband oder Paste dicht angeschlossen. (Quelle: Michael Koch Bedachungen, Grevenbroich)

Unteransichten wurden mit Alu-Verbundplatten bekleidet

Die neuen Bekleidungen der aufgehenden Bauteile von Gaube und Kaminen sowie der Traufe und des Giebels wurden aus Aluminiumscharen in Hausgrau gefertigt. Die Anschlüsse erfolgten mit Bleinocken, 1,25 Millimeter stark. Die dreifachverglasten Klapp-Schwing-Dachflächenfenster mit Wärmedämmrahmen sind mit einem Außenrollladen mit Solarantrieb versehen. Unteransichten wurden mit Alu-Verbundplatten bekleidet. Sie wurden sichtbar mit gleichfarbig beschichteten Schrauben befestigt. Die in die vormals verwendete Holztäfelung eingebauten 200-Watt-Strahler wurden durch energiesparende 3-Watt-LED-Leuchten ersetzt. Die Lagerrinnen wurden etwas vergrößert und mit einer selbstklebenden Kunststoffbahn ausgekleidet. Rechtecknotüberläufe sichern den Ablauf von Regenwasser nach außen, auch wenn die Fallrohre verstopft sein sollten. Auch die Dächer der Gauben dichteten die Dachdecker mit einer Kunststoffbahn in Dunkelgrau ab.
So enstand Ton-in-Ton ein Schmuckstück, das den Bauherrn sicher vor Witterung schützt, im Winter die Kälte draußen lässt und im Sommer – das war ihm besonders wichtig – vor Hitze schützt.

Zwei Arbeiter installieren eine Dachrinne auf einem Dach.
Pascal und Thomas verbreiterten die innenliegende Rinne und kleideten sie mit selbstklebender Kunststoffbahn aus. (Quelle: Michael Koch Bedachungen, Grevenbroich)
Eine Dachkonstruktion mit grüner Isolierung und Holzlatten, die für die Dachdeckung vorbereitet wird.
Die Schubsicherung hält die Aufdachdämmung. Im Innenbereich des Drempels wurde das aufgehende Mauerwerk gedämmt. (Quelle: Michael Koch Bedachungen, Grevenbroich)
Eine moderne Dachgaube mit schwarzen Dachziegeln auf einem teilweise gedeckten Dach.
Einfassung und Bekleidung der Gaube brachten die Dachdecker vor der Deckung an. (Quelle: Michael Koch Bedachungen, Grevenbroich)
Eine moderne Dachrinne aus Metall an einem Gebäude.
Sollten die Rinne oder das Rohr verstopfen, sichern die Notüberläufe den Wasserabfluss. (Quelle: DDH)

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 01. 2026

zuletzt editiert am 28. Januar 2026